• 24.09.2014, 11:00:01
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Qualifizierte Fachkräfte für die Produktion von morgen

Das Forschungsprojekt LOPEC bietet eine innovative Lernumgebung für Facharbeiter auf Werksebene zur Vermittlung von Wissen und Anwendungsfähigkeiten im Bereich Lean Logistik.

Utl.: Das Forschungsprojekt LOPEC bietet eine innovative
Lernumgebung für Facharbeiter auf Werksebene zur Vermittlung
von Wissen und Anwendungsfähigkeiten im Bereich Lean Logistik. =

Wien (OTS) - Die Industrie zählt nach wie vor zu den größten Stärken
der europäischen Wirtschaft. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten,
müssen Unternehmen etwa Methoden der Lean Logistik zur nachhaltigen
Reduzierung von Verschwendungen in der Logistik konsequent
implementieren. Aus diesem Grund wurde vom Bundesinstitut für
Berufsbildung im Auftrag der Europäischen Kommission das
Forschungsprojekt LOPEC (Logistics Personal Excellence by continuous
Self-Assessment) beauftragt. LOPEC zielt auf die kontinuierliche
Weiterbildung von Facharbeitern auf Werksebene im Bereich Lean
Logistik ab und ist in drei Teile gegliedert: Eine E-Learning
Plattform mit eigens entwickelten Lernmodulen bildet eine innovative
Lernumgebung zur Wissensvermittlung im Bereich Lean Logistik,
zweitens erlernen die Facharbeiter per Hands-on-Training in den
Lernfabriken der Projektpartner interaktiv Analyse- und
Optimierungsmethoden und drittens bietet LOPEC die Möglichkeit der
Selbstbewertung der persönlichen Exzellenz in Lean Logistik.

Erfolgreiche Implementierung in österreichischen
Industrieunternehmen

Von Februar bis Juni 2014 wurde die LOPEC-Lösung in vier Ländern (D,
AUT, CRO, LV) in je drei Produktionsbetrieben getestet. Ziel der
Unternehmen war es, Verschwendungen im Logistikbereich selbstständig
durch ihre eigenen Mitarbeiter zu reduzieren. Motivierend für die
Teilnahme war der Bottom-up-Ansatz - die Facharbeiter wählen die
Module selbst aus und setzen diese selbstständig um. Dies führt zu
einer hohen Akzeptanz seitens der Mitarbeiter. Auch die Förderung der
persönlichen Exzellenz im beruflichen und privaten Bereich bewerteten
Unternehmen als positiv.

Fraunhofer Austria übernahm die Pilotierung in Österreich. Ausgewählt
wurden unterschiedlich große Unternehmen mit Spezialisierung auf die
variantenreiche Serienfertigung und -montage von metallischen Teilen,
Komponenten und Produkten in den Losgrößen 1 bis 10.000. In allen
drei österreichischen Unternehmen konnten spürbare Verbesserungen
durch Mitarbeiter im Bereich Logistik auf Werksebene initiiert und
implementiert werden. Ergebnis waren effizientere Arbeitsabläufe in
vordefinierten Pilotbereichen. Dies wirkte sich positiv auf die
Produktivität, die Reduzierung der Kosten und die Erhöhung des
Servicegrads der Logistik aus. Die Pilotierung hat gezeigt, dass die
LOPEC-Lösung Mitarbeitern die Aufdeckung und Umsetzung von
Potentialen im Logistikbereich erleichtert. Sie unterstützt die
Generierung, Auswahl, Priorisierung und Umsetzung von
Optimierungsideen. Die Selbstbewertung der persönlichen Exzellenz
schafft Transparenz über Gesamtzusammenhänge der beruflichen und
privaten Kriterien der Work-Life Balance.

Innovative Wissensvermittlung in Theorie und Praxis

Insgesamt wurden 150 Lernmodule ausgearbeitet und in eine eigene
LOPEC-Lernplattform integriert. Die Facharbeiter können selbstständig
und online, also ortsunabhängig, auf die Module zugreifen. Der
fachliche Projektfokus "Lean Logistik" gliedert sich in zwei
Themenbereiche: "Lean Warehousing" beschäftigt sich vor allem mit
betriebsinternem Materialtransport und -einlagerung und "Supply Chain
Management" mit der unternehmensübergreifenden Lieferkette. Erlernt
werden vorwiegend Analysemethoden zur Erhebung von Ist-Zuständen
sowie Optimierungsmethoden zur Erreichung eines angestrebten
Soll-Zustands. "Neben dem umfangreichen theoretischen Fachwissen
vermittelt LOPEC vor allem auch die Fähigkeit, erlernte Methoden und
Instrumente sowie Lösungsansätze aktiv im eigenen Betrieb umsetzen zu
können", betont Ing. Andreas Jäger, MSc, MBA, Leiter des Projekts
vonseiten Fraunhofer Austria, den Praxisbezug von LOPEC.

Das webbasierte Selbststudium wird durch praxisnahes Hands-on
Training in der Fraunhofer Austria Lernmontage "Lean Assembly"
ergänzt. Die interaktive Lernumgebung bildet komplexe,
interdisziplinäre Lernszenarien mit Echtheitscharakter auf
unterschiedlichsten Niveaustufen ab und vermittelt realitätsnah
analytisches Denken, strukturiertes Arbeiten, Entscheidungs- und
Problemlösungsfähigkeiten sowie Teamfähigkeit.

Selbstbewertung der persönlichen Exzellenz in Lean Logistik

"Das Forschungsprojekt LOPEC forciert die Einführung des persönlichen
Exzellenzgedankens mit dem Ziel, lebenslanges Lernen systematisch zu
fördern und somit langfristig die unternehmerische Exzellenz zu
stärken", so Jäger. Die persönliche Exzellenz umfasst einerseits den
Umgang mit Methoden, Fähigkeiten und Strategien zur Erfüllung von
persönlichen und geschäftlichen Zielen und andererseits die
Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. Der Facharbeiter kann seinen
persönlichen Lernfortschritt und seine Anwendungsfähigkeit von Lean
Logistik Methoden im eigenen Arbeitsumfeld evaluieren und daraus
Ziele für die Weiterentwicklung von Fähigkeiten und Kompetenzen
ableiten. Die Selbstbewertung basiert auf dem EFQM Modell
(www.efqm.org), das in Abstimmung mit EFQM vereinfacht und an den
Mitarbeiter auf Werksebene angepasst wurde.

Fraunhofer Austria: Experte für Logistik und praxisnahe Aus-
und Weiterbildung

Die Fraunhofer Austria Research GmbH übernimmt in diesem Projekt die
Rolle des Lean Logistik Experten und bringt ihre Erfahrung in die
Entwicklung eines praxisnahen Aus- und Weiterbildungskonzepts in der
Lernfabrik ein. Projektpartner sind die ESB Reutlingen, die
Universität Split, die TU Dortmund, Eurofortis SA und die IBK
Management Solutions GmbH.

EU Projektdatenbank: http://www.adam-europe.eu

Kurzinformation zur Fraunhofer Austria Research GmbH:
Die Fraunhofer Austria Research GmbH wurde Ende 2008 als erste
europäische Tochtergesellschaft der Fraunhofer-Gesellschaft
gegründet. In den beiden Geschäftsbereichen "Produktions- und
Logistikmanagement" in Wien und "Visual Computing" in Graz arbeiten
ca. 45 Forscherinnen und Forscher an anwendungsorientierten Lösungen
zum Nutzen der Wirtschaft und zum Vorteil der Gesellschaft. Forschen
für die Praxis ist die zentrale Aufgabe der Fraunhofer-Einrichtungen.

Weitere Informationen: www.fraunhofer.at

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