• 24.09.2014, 09:23:53
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FPÖ-Leyroutz zum Gesundheits-Debakel: Ärzte-Streik in Landesspitäler ist berechtigte Notwehrmaßnahme

Gesundheitsreferentin Prettner muss endlich Maßnahmen zur Entlastung der Ärzte in den Landesspitälern ergreifen

Utl.: Gesundheitsreferentin Prettner muss endlich Maßnahmen zur
Entlastung der Ärzte in den Landesspitälern ergreifen =

Klagenfurt (OTS) - Der Ärzte-Streik am 25. September sei einzig und
allein auf die eklatante Unfähigkeit der Gesundheitsreferentin LHStv.
Beate Prettner zurückzuführen, erklärte der Klubobmann der
FPÖ-Kärnten, Mag. Christian Leyroutz. Es handle sich um eine
berechtigte Notwehrmaßnahme der Mediziner, für die die FPÖ volles
Verständnis habe. "Das Verkennen der wahren Probleme in unserem
Gesundheitssystem und die ignorante Gesundheitspolitik von LHStv.
Beate Prettner zeigen nun ihre drastischen Folgen. Die bisherigen
Behauptungen, dass alles in Ordnung wäre und das Kärntner
Gesundheitssystem "pumperlgesund" wäre, entsprechen nicht der
Realität. Im Gegenteil, in der Ärzteschaft ist ein großer Unmut
feststellbar", sagte Leyroutz.

Generell stellt er der völlig überforderten Gesundheitsreferentin
kein gutes Zeugnis aus, da sich in ihrem Ressort überall Baustellen
auftun. Die Liste reiche von einer drohenden Finanzlücke in den
Landesspitälern von 100 Mio. Euro, der prekären Situation des
"Landärztesterbens", Schrumpfung der Regionalspitäler, Ausdünnung der
fachärztlichen Versorgung im niedergelassenen Bereich, zugleich
enorme Belastung der Spitalärzte und der Spitäler, Versorgungslücken
aufgrund nicht vorhandener Gruppenpraxen, Lücken im
Bereitschaftsdienst, dramatischer Mangel an Turnusärzten uvm.

Es sei notwendig, dass das Land reagiert und entsprechende Maßnahmen
zur Entlastung der Ärzte ergreift, damit die Situation sich nicht
weiter zuspitzt und die Gesundheitsversorgung durch mögliche
weitergehende Protestaktionen der Ärzte gefährdet werde. Aus diesem
Grund wird die FPÖ daher auch einen entsprechenden
Dringlichkeitsantrag in der nächsten Sitzung des Kärntner Landtages
einbringen. Demnach wird die Gesundheitsreferent Prettner
aufgefordert, Maßnahmen zur Entlastung der Ärzte in den
Landesspitälern zu ergreifen:

- Wöchentliche Arbeitszeiten von Ärzten von mehr als 60 Stunden sind
grundsätzlich zu untersagen.

- Es ist dem Landtag ein Plan vorzulegen, wie Kärnten die
EU-Arbeitszeitrichtlinien für Ärzte umsetzen wird.

- Es ist dem Landtag ein Bundesländervergleich aller Ärztegehälter
vorzulegen, um feststellen zu können, ob die entsprechenden Proteste
der Ärzteschaft eine objektive Grundlage haben und allenfalls eine
Erhöhung der Grundbezüge vorgenommen wird.

- Das Modell von Niederösterreich, dem zufolge Ärztinnen und Ärzte
das Ausmaß der Überstunden, die sie leisten wollen, selbst bestimmen
dürfen, ist zumindest etappenweise in Kärnten zu übernehmen.

- Damit Ärzte Zeit für die Betreuung von Patienten gewinnen, sollten
sie von administrativen Aufgaben entlastet werden, wofür ihnen eigene
Dokumentationsassistenten zur Seite gestellt werden sollen.

- dem Landtag ist umgehend eine Liste jener Abteilungen vorzulegen,
in denen die Personalsituation so dramatisch ist, dass eine geordnete
Versorgung (ständige fachärztliche Präsenz) nicht mehr gewährleistet
werden kann. Es sollen dann parteiübergreifend unter Einbeziehung der
Ärztekammer Lösungsmöglichkeiten gefunden werden.

- die zuständige Spitalreferentin LHStv. Beate Prettner sollte dem
Landtag ein Paket von Maßnahmen vorlegen, das Kärnten gegen den
dramatischen Mangel an Turnusärzten (- 60 % gegenüber 2010 im
Klinikum) unternehmen kann.

- Das Land sollte nach dem Beispiel anderer Bundesländer jenen
Medizin-Studenten, welche zum Abschluss ihres Studiums ein
klinisch-praktisches Jahr absolvieren müssen, eine Entschädigung
gewähren. Damit hätte man die Chance, zusätzliche Jungärzte für
Kärnten zu gewinnen.

Kärnten brauche kein parteipolitisch vereinnahmtes Gesundheitswesen,
sondern fachlich kompetente Leute an der Spitze, deren Ziel es ist,
die Qualität der Gesundheitsversorgung in Kärnten zu sichern und
auszubauen. "Wir nehmen die Kritik und die Sorgen der Ärzte
jedenfalls sehr ernst. Sollten die notwendigen angeführten Änderungen
nicht umgesetzt werden, würde dies die Demontage unseres
Gesundheitssystems bedeuten", so Leyroutz abschließend.

(Schluss)

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