• 17.09.2014, 12:27:05
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FSG-Wien-Peschek: Nein zu Sonntagsöffnung!

TouristInnen werden keine Rasenmäher oder Kleiderschränke kaufen.

Utl.: TouristInnen werden keine Rasenmäher oder Kleiderschränke
kaufen. =

Wien (OTS/FSG) - "Im Windschatten des Song Contests versucht die ÖVP
gemeinsam mit der Wiener Wirtschaftskammer einmal mehr aus der
Mottenkiste die Forderung der Sonntagsarbeit im Handel auszupacken.
Aus dem Flop bei der Fußball Europameisterschaft 2008 sollten
eigentlich alle gelernt haben. Denn es stellt sich die Frage, wieso
einige tausend Song-Contest-Fans eine Gewinnsteigerung ermöglichen
sollen, wenn dies hunderttausende Fans 2008 nicht schafften? Wer
glaubt denn ernsthaft, dass TouristInnen in Wien Rasenmäher oder
Kleiderschränke kaufen wollen?", kritisiert Christoph Peschek, Wiener
Jugendvorsitzender der Fraktion Sozialdemokratischer
GewerkschafterInnen (FSG Wien). Besonders skurril sei dies, da der
Großteil Song-Contest-Fans am Sonntag wieder abreisen wird.++++

Peschek: "Nach dem im Handel bereits jetzt extrem lange
Öffnungszeiten existieren, das Familienleben darunter oftmals leidet,
leider die gesetzlichen bzw. kollektivvertraglichen Bestimmungen
nicht immer eingehalten werden, lehnen wir die Sonntagsarbeit ab.
Nicht einmal nachzudenken braucht man darüber, ob Lehrlinge arbeiten
sollen. Denn was sollen diese am Sonntag lernen, was sie nicht auch
am Montag lernen können? Auch Handelsangestellte haben ein Recht am
sozialen, kulturellen, familiären, sportlichen oder auch politischen
Leben teilzuhaben. Viele beklagen zu Recht den immer größeren
Leistungs- und Zeitdruck, da tut Entschleunigung gut. Die
Sonntagsarbeit im Handel wäre nur der Türöffner für weitere
Berufsgruppen, denn was machen die hunderttausenden
Handelsangestellten mit ihren Kindern, sperren dann auch die
Kindergärten auf? Kommt dann als nächstes die Forderung bei Banken in
den Einkaufszentren und -straßen? Jene, die bereits jetzt am Sonntag
Dienst leisten müssen, verdienen unseren Respekt. Aber es macht
einen Unterschied, ob man ein Leben retten oder neue Jeans kaufen
muss."

"Jedenfalls wird das Geld in der Brieftasche der KonsumentInnen
deshalb nicht mehr, weshalb eine Sonntagsöffnung nur eine Verlagerung
des Umsatzes bringen würde, weniger Lohnsteuer wäre wichtiger! Die
ÖVP und Wirtschaftskammer verstehen sich offenbar als Lobbyisten von
Prada, Gucci & Co, wir kämpfen für die Anliegen der
ArbeitnehmerInnen!" so Peschek.

"Auch das Märchen von 'längere Öffnungszeiten schaffen mehr
Arbeitsplätze oder Lehrstellen' lässt sich leicht entlarven. Trotz
diverser Erweiterungen der Öffnungszeiten ist die Zahl Lehrstellen -
trotz gegenteiliger Ankündigungen - im Handel dramatisch
zurückgegangen. Die Zahl der Lehrstellen im österreichischen Handel
ist von 40.536 per 31. Dezember 1980 auf 18.028 per 31. Dezember 2013
um 22.508 Lehrstellenplätze gesunken! Die realen Arbeitszeiten der
Jugendlichen liegen nur allzu oft außerhalb des für Jugendliche
geltenden gesetzlichen Rahmens. Ob unbezahlte Überstunden, Ärger mit
dem Chef, wenn man in den Krankenstand muss, Nicht-Einhaltung der
Samstagsregelung oder Probleme bei den Diensten am 8. Dezember - es
gibt jetzt schon genügend Baustellen, da brauchen wir mit einer
Sonntagsarbeit im Handel keine weitere!", so Peschek abschließend.

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