- 15.09.2014, 12:36:54
- /
- OTS0116 OTW0116
Katholisches Gotteshaus in Favoriten wird an die syrisch-orthodoxe Kirche übergeben
Bisherige Wiener Pfarrkirche "Maria vom Berge Karmel" wird geistliche Heimat für syrisch-orthodoxe Christen
Utl.: Bisherige Wiener Pfarrkirche "Maria vom Berge Karmel" wird
geistliche Heimat für syrisch-orthodoxe Christen =
Wien (OTS) - Ein katholisches Gotteshaus in Favoriten - "Maria vom
Berge Karmel" am Stefan-Fadingerplatz - wird an die syrisch-orthodoxe
Kirche übergeben: Die Ordensgemeinschaft der "Beschuhten Karmeliten"
überträgt das Gotteshaus mit dem anschließenden Klostergebäude an die
für Österreich zuständige syrisch-orthodoxe Metropolie.
Aus Personalmangel hatten sich die "Beschuhten Karmeliten" schon vor
Jahren aus der Favoritener Pfarre zurückgezogen. Mit der Übergabe der
Liegenschaft von Kirche und Kloster an die syrisch-orthodoxe Kirche
hat die Ordensgemeinschaft jetzt ihre Präsenz im zehnten Wiener
Gemeindebezirk offiziell beendet.
Die Aktivitäten der Pfarre und der starken philippinischen Gemeinde,
die sich bisher in der Kirche Maria vom Berge Karmel versammelt hat,
bleiben in Favoriten bestehen. Der Kindergarten der St.
Nikolaus-Stiftung der Erzdiözese Wien hält weiterhin seinen Betrieb
in den Räumlichkeiten am Stefan-Fadingerplatz aufrecht.
Pater Antonius Karl Leo Philipsky (OSB/Benediktiner) bleibt
Pfarrprovisor und Seelsorger für die Katholiken der Pfarre, bis die
syrisch-orthodoxe Kirche zum Jahresende die Nutzung von Kirche,
Kloster und Garten übernimmt. Im kommenden Jahr wird die Pfarre Maria
vom Berge Karmel - ohne die dann bereits übergebene Pfarrkirche - mit
der Pfarre zu den Heiligen Aposteln, Pfarre Salvator am Wienerfeld,
der Pfarre Franz von Sales und der philippinischen Gemeinde eine
gemeinsame Pfarre Neu bilden, und von Pfarrer Johannes Neubauer
(SDS/Steyler Missionare) mit Pater Philipsky und weiteren
Seelsorgerinnen und Seelsorgern gemeinsam betreut werden.
Die philippinische Gemeinde wird ihre Gottesdienste in die
Pfarrkirchen Salvator am Wienerfeld und Franz von Sales verlagern.
Die drei philippinischen Priester wohnen in Zukunft ebenfalls in der
Pfarre Salvator am Wienerfeld.
"Vielen steht nun eine große Umstellung bevor und ich danke allen für
ihre damit verbundenen Bemühungen und die gelebte Solidarität. Mir
ist es ein großes Anliegen, dass Gebäude, die nicht mehr erhalten
werden können, christliche Gotteshäuser bleiben. Daher freue ich
mich, dass die Beschuhten Karmeliten die Kirche an einen solchen
Nachfolger übergeben. Ich wünsche den Angehörigen der Pfarren Maria
v. Berge Karmel und allen, die ihnen eine neue Heimat geben, sowie
der philippinischen Gemeinde und der syrisch-orthodoxen Gemeinde in
Wien alles Gute und Gottes Segen", so Kardinal Schönborn. Seit 1974
wurden bereits mehrere römisch-katholische Gotteshäuser in Wien an
orthodoxe bzw. orientalisch-orthodoxe Kirchen übergeben, zuletzt die
Kirche St. Anton in der Pouthongasse an die rumänisch-orthodoxe
Kirche.
Seitens der syrisch-orthodoxen Kirche betont Chorepiskopos Emanuel
Aydin die Freude seiner Gemeinde über die neue geistliche Heimat.
Aydin hatte ab 1973 die erste syrisch-orthodoxe Gemeinde in
Österreich aufgebaut. 1974 übergab Kardinal Franz König die alte
Lainzer Pfarrkirche an die syrisch-orthodoxen Christen. Diese Kirche,
die seit 1974 den Titel Kirche St. Efrem trägt, wird in Zukunft für
deren Gottesdienste zur Verfügung stehen.
Die Kirche "Maria vom Berge Karmel" hat eine bemerkenswerte
Geschichte: Die Gründung geht auf die US-amerikanischen "Beschuhten
Karmeliten" zurück, die ab 1886 in Österreich wirkten. 1916
errichteten sie an der Stelle des heutigen Gotteshauses eine hölzerne
Notkirche, die 1928 einem Brand zum Opfer fiel. Der Neubau des
Gotteshauses orientierte sich an den katholischen Kirchenbauten in
den amerikanischen Industriestädten im Bereich des Erie-Sees. Die
Unterkirche konnte bereits 1929 geweiht werden, die Oberkirche erst
mitten im Zweiten Weltkrieg 1942. Im Verlauf des Krieges diente die
Unterkirche als Luftschutzkeller; wenige Wochen vor Kriegsende - am
21. Februar 1945 - fiel das Gotteshaus einem alliierten Luftangriff
zum Opfer. 140 Menschen, die in der Unterkirche Zuflucht gesucht
hatten, kamen ums Leben. Der Wiederaufbau der Kirche dauerte bis
1966.
Das Dekanat Favoriten erhielt im Jänner 2012 von Erzbischof Christoph
Kardinal Schönborn den Auftrag, in einem Dekanatsprozess ein
Pilotprojekt für die 54 Dekanate der Erzdiözese Wien zu starten und
eine kirchliche Neuordnung des Dekanats in Gang zu setzen. Dieser
Diözesane Reformprozess lässt auf dem gesamten Gebiet der Erzdiözese
Wien "Pfarren Neu" entstehen: Pfarrgrenzen werden aufgehoben und
Kräfte gebündelt, um durch strukturelle Entlastungen an Lebendigkeit
zu gewinnen und neue Synergien für die pfarrliche Seelsorge zu
entwickeln. In den "Pfarren Neu" werden jeweils mehrere Priester
gemeinsam eingesetzt; auch Laien sind an den Leitungsfunktionen
beteiligt. Innerhalb dieser "Pfarren Neu" gibt es Filial- oder
Basisgemeinden, die von getauften und gefirmten Laien
gemeinschaftlich und ehrenamtlich verantwortet werden.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | EDW






