AMS Wien: 30 Millionen Euro zur Unterstützung älterer Arbeitsloser

Das Beratungs-, Qualifizierungs- und Beschäftigungsangebot in Wien für Über-50-Jährige auf Jobsuche ist nun völlig neu aufgestellt

Wien (OTS) - Von den zirka 128.000 Menschen, die derzeit beim AMS Wien arbeitslos gemeldet oder in Schulung sind, haben 27.500 ihren 50. Geburtstag bereits hinter sich. Das ist mehr als ein Fünftel -und der Anteil älterer Arbeitsloser an der Gesamtarbeitslosigkeit steigt. Ihre Probleme bei der Arbeitsuche sind meist andere als die der Jungen, die am Beginn ihres Erwerbslebens stehen.

"Gerade für ältere Menschen ist nach einem Arbeitsplatzverlust die Rückkehr in einen neuen Job nicht immer einfach, gerade deshalb brauchen sie ein maßgeschneidertes Angebot und Unterstützung", sagt Sozialminister Rudolf Hundstorfer. Daher hat die Bundesregierung ein Arbeitsmarktpaket für ältere Menschen geschnürt. Bis 2016 werden 370 Millionen Euro zur Förderung älterer arbeitsloser Menschen investiert. Pro Jahr sollen 20.000 Personen einen Arbeitsplatz durch Eingliederungsbeihilfen, Kombilohn oder Beschäftigung am 2. Arbeitsmarkt, erhalten. Bis Ende August konnten rund 11.600 ältere Arbeitssuchende durch dieses Programm in eine Beschäftigung gebracht werden, davon 3.260 in Wien.

Anfang 2013 hat das AMS Wien mit den Planungen für ein passgenaues Angebot für ältere Arbeitslose begonnen. "Wir haben sehr genau auf die Rückmeldungen unserer Kundinnen und Kunden gehört", sagt AMS-Wien-Chefin Petra Draxl. "Der größte Wunsch der Über-50-Jährigen war: Wir brauchen ein sehr individuelles Beratungsangebot, es muss auf Ältere zugeschnitten sein - und wir brauchen es rasch!"

Dieser Tage haben nun die letzten Projekte gestartet - damit ist das gesamte, 30 Millionen Euro schwere Paket KOMPLETT UMGESETZT.

Für den Bereich der beratenden und begleitenden Unterstützung hat das AMS Wien das "Zentrum für Kompetenz und Erfahrung" ins Leben gerufen, das derzeit in der Hochfahrphase ist. In diesem Zentrum können Arbeitsuchende ab 50 Informationen und Beratung erhalten, ihre Kompetenzen abklären lassen und Workshop- und Vermittlungsangebote annehmen. Draxl: "Im Kursbereich, der in dieses Zentrum inkludiert ist, kann jede und jeder selbst entscheiden, welche Kursinhalte richtig und hilfreich sind."

Parallel dazu unterstützt die Beratungs- und Betreuungseinrichtung für 50+ ("Early Intervention") sehr individuell bei der persönlichen Standortbestimmung (Potenzialanalyse) und hält die nächsten Schritte fest (Perspektivenplanung). Mit EUSPUG kümmert sich eine eigene Beratungseinrichtung um arbeitslose Akademikerinnen und Akademiker bzw. Führungskräfte.

Das sozialökonomische Beschäftigungsangebot für Ältere wurde stark ausgeweitet. So gibt es etwa mit "Fabline" ein Beschäftigungsangebot für Menschen mit abgelehntem Antrag auf Invaliditätspension, im Pflegewohnhaus Leopoldstadt arbeiten Langzeitarbeitslose, die zwar gesundheitliche Einschränkungen, aber auch langjährige Erfahrung in der Gastronomie haben. "2015 sollen von allen Transitarbeitsplätzen in Sozialökonomischen Betrieben oder Gemeinnützigen Beschäftigungsprojekten mehr als 30 Prozent der Zielgruppe 50+ zur Verfügung stehen", verspricht Draxl.

Im qualifizierenden Bereich, der neben dem breiten, generellen Schulungsangebot des AMS Wien etabliert wurde, haben Höherqualifizierte mit "Projektarbeit 50 +" die Möglichkeit, sich im Projektmanagement schulen zu lassen, um eigene Jobstrategien und Projektideen zu entwickeln. Auf Wunsch kann man sich auch auf eine Zertifizierung vorbereiten. Berufserfahrene Menschen ab 45 können sich auch zur Trainerin oder zum Trainer der Erwachsenenbildung ausbilden lassen.

Für Menschen, die sehr kurz vor der Pension stehen, gibt es drei eigene Betreuungsangebote: Frauen ab 57 und Männer ab 61 können unter anderem (in Zusammenarbeit mit der Pensionsversicherung) den Zeitpunkt ihres Pensionsantritts abklären lassen und haben, wo das nötig ist, die Option auf ein Leasing-Dienstverhältnis für höchstens dreieinhalb Jahre.

Generell gibt es aber bei sämtlichen Sozialökonomischen Leasingfirmen eine spezielle Beschäftigungsförderung für Personen ab 50.

Im Bereich der beruflichen Rehabilitation stehen Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen die Leistungen des BBRZ zur Verfügung, für die das AMS Wien aufkommt.

Die Beratungseinrichtungen, die Qualifizierungsangebote und die sozialökonomischen Beschäftigungsangebote kosten in Summe knapp 20 Millionen Euro jährlich. "Wir rechnen damit, dass zirka 16.000 Menschen pro Jahr davon profitieren", sagt AMS-Wien-Chefin Petra Draxl.

Darüber hinaus gewährt das AMS Wien eine so großzügige Unternehmensförderung wie noch nie: Wiener Betriebe, die Arbeitslose ab 50 Jahren einstellen, bekommen drei Monate lang die gesamten Lohn-und Lohnnebenkosten refundiert, wenn die neue Arbeitskraft zumindest ein halbes Jahr lang auf Jobsuche war. Je nach Alter läuft die Förderung bis zu einem Jahr lang. In diesem Rahmen werden 2014 voraussichtlich gut zehn Millionen Euro für 1.500 neue Beschäftigungsverhältnisse aufgewandt.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Sebastian Paulick
Pressesprecher AMS Wien
01 87871 50114
0664 383 11 29
sebastian.paulick@ams.at

Mag. Elisabeth Kern
Kabinett des Bundesministers für
Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz
Pressesprecherin
01 71100 2247
elisabeth.kern@sozialministerium.at

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