- 15.09.2014, 10:30:31
- /
- OTS0046 OTW0046
AMS Wien: 30 Millionen Euro zur Unterstützung älterer Arbeitsloser
Das Beratungs-, Qualifizierungs- und Beschäftigungsangebot in Wien für Über-50-Jährige auf Jobsuche ist nun völlig neu aufgestellt
Utl.: Das Beratungs-, Qualifizierungs- und Beschäftigungsangebot in
Wien für Über-50-Jährige auf Jobsuche ist nun völlig neu
aufgestellt =
Wien (OTS) - Von den zirka 128.000 Menschen, die derzeit beim AMS
Wien arbeitslos gemeldet oder in Schulung sind, haben 27.500 ihren
50. Geburtstag bereits hinter sich. Das ist mehr als ein Fünftel -
und der Anteil älterer Arbeitsloser an der Gesamtarbeitslosigkeit
steigt. Ihre Probleme bei der Arbeitsuche sind meist andere als die
der Jungen, die am Beginn ihres Erwerbslebens stehen.
"Gerade für ältere Menschen ist nach einem Arbeitsplatzverlust die
Rückkehr in einen neuen Job nicht immer einfach, gerade deshalb
brauchen sie ein maßgeschneidertes Angebot und Unterstützung", sagt
Sozialminister Rudolf Hundstorfer. Daher hat die Bundesregierung ein
Arbeitsmarktpaket für ältere Menschen geschnürt. Bis 2016 werden 370
Millionen Euro zur Förderung älterer arbeitsloser Menschen
investiert. Pro Jahr sollen 20.000 Personen einen Arbeitsplatz durch
Eingliederungsbeihilfen, Kombilohn oder Beschäftigung am 2.
Arbeitsmarkt, erhalten. Bis Ende August konnten rund 11.600 ältere
Arbeitssuchende durch dieses Programm in eine Beschäftigung gebracht
werden, davon 3.260 in Wien.
Anfang 2013 hat das AMS Wien mit den Planungen für ein passgenaues
Angebot für ältere Arbeitslose begonnen. "Wir haben sehr genau auf
die Rückmeldungen unserer Kundinnen und Kunden gehört", sagt
AMS-Wien-Chefin Petra Draxl. "Der größte Wunsch der Über-50-Jährigen
war: Wir brauchen ein sehr individuelles Beratungsangebot, es muss
auf Ältere zugeschnitten sein - und wir brauchen es rasch!"
Dieser Tage haben nun die letzten Projekte gestartet - damit ist das
gesamte, 30 Millionen Euro schwere Paket KOMPLETT UMGESETZT.
Für den Bereich der beratenden und begleitenden Unterstützung hat das
AMS Wien das "Zentrum für Kompetenz und Erfahrung" ins Leben gerufen,
das derzeit in der Hochfahrphase ist. In diesem Zentrum können
Arbeitsuchende ab 50 Informationen und Beratung erhalten, ihre
Kompetenzen abklären lassen und Workshop- und Vermittlungsangebote
annehmen. Draxl: "Im Kursbereich, der in dieses Zentrum inkludiert
ist, kann jede und jeder selbst entscheiden, welche Kursinhalte
richtig und hilfreich sind."
Parallel dazu unterstützt die Beratungs- und Betreuungseinrichtung
für 50+ ("Early Intervention") sehr individuell bei der persönlichen
Standortbestimmung (Potenzialanalyse) und hält die nächsten Schritte
fest (Perspektivenplanung). Mit EUSPUG kümmert sich eine eigene
Beratungseinrichtung um arbeitslose Akademikerinnen und Akademiker
bzw. Führungskräfte.
Das sozialökonomische Beschäftigungsangebot für Ältere wurde stark
ausgeweitet. So gibt es etwa mit "Fabline" ein Beschäftigungsangebot
für Menschen mit abgelehntem Antrag auf Invaliditätspension, im
Pflegewohnhaus Leopoldstadt arbeiten Langzeitarbeitslose, die zwar
gesundheitliche Einschränkungen, aber auch langjährige Erfahrung in
der Gastronomie haben. "2015 sollen von allen Transitarbeitsplätzen
in Sozialökonomischen Betrieben oder Gemeinnützigen
Beschäftigungsprojekten mehr als 30 Prozent der Zielgruppe 50+ zur
Verfügung stehen", verspricht Draxl.
Im qualifizierenden Bereich, der neben dem breiten, generellen
Schulungsangebot des AMS Wien etabliert wurde, haben
Höherqualifizierte mit "Projektarbeit 50 +" die Möglichkeit, sich im
Projektmanagement schulen zu lassen, um eigene Jobstrategien und
Projektideen zu entwickeln. Auf Wunsch kann man sich auch auf eine
Zertifizierung vorbereiten. Berufserfahrene Menschen ab 45 können
sich auch zur Trainerin oder zum Trainer der Erwachsenenbildung
ausbilden lassen.
Für Menschen, die sehr kurz vor der Pension stehen, gibt es drei
eigene Betreuungsangebote: Frauen ab 57 und Männer ab 61 können unter
anderem (in Zusammenarbeit mit der Pensionsversicherung) den
Zeitpunkt ihres Pensionsantritts abklären lassen und haben, wo das
nötig ist, die Option auf ein Leasing-Dienstverhältnis für höchstens
dreieinhalb Jahre.
Generell gibt es aber bei sämtlichen Sozialökonomischen Leasingfirmen
eine spezielle Beschäftigungsförderung für Personen ab 50.
Im Bereich der beruflichen Rehabilitation stehen Menschen mit
gesundheitlichen Einschränkungen die Leistungen des BBRZ zur
Verfügung, für die das AMS Wien aufkommt.
Die Beratungseinrichtungen, die Qualifizierungsangebote und die
sozialökonomischen Beschäftigungsangebote kosten in Summe knapp 20
Millionen Euro jährlich. "Wir rechnen damit, dass zirka 16.000
Menschen pro Jahr davon profitieren", sagt AMS-Wien-Chefin Petra
Draxl.
Darüber hinaus gewährt das AMS Wien eine so großzügige
Unternehmensförderung wie noch nie: Wiener Betriebe, die Arbeitslose
ab 50 Jahren einstellen, bekommen drei Monate lang die gesamten Lohn-
und Lohnnebenkosten refundiert, wenn die neue Arbeitskraft zumindest
ein halbes Jahr lang auf Jobsuche war. Je nach Alter läuft die
Förderung bis zu einem Jahr lang. In diesem Rahmen werden 2014
voraussichtlich gut zehn Millionen Euro für 1.500 neue
Beschäftigungsverhältnisse aufgewandt.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AMW






