- 11.09.2014, 18:55:31
- /
- OTS0229 OTW0229
Wiener Zeitung: Steiermark segnet Gelder für Forschungszentrum im Erzberg ab
Europaweit einzigartigem "Zentrum am Berg" fehlen jetzt nur noch zwei Millionen Euro
Utl.: Europaweit einzigartigem "Zentrum am Berg" fehlen jetzt nur
noch zwei Millionen Euro =
Wien (OTS) - Graz/Wien. Schon ab Frühling soll am steirischen Erzberg
nicht nur Eisenerz abgebaut, sondern auch hochkarätige Forschung
betrieben werden. Das Land Steiermark hat am Donnerstag seinen Anteil
der Finanzierung für das neue Forschungszentrum im Erzberg
abgesegnet. "Der Landesanteil für das Projekt Zentrum am Berg in der
Höhe von insgesamt 12 Millionen Euro wurde in der Landesregierung
einstimmig beschlossen. Damit leistet das Land seinen Beitrag, damit
dieses Leitprojekt umgesetzt werden kann", bestätigte
ÖVP-Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann der "Wiener Zeitung".
Auch das Büro von ÖVP-Wissenschaftslandesrat Christopher Drexler
unterstrich, dass beschlossen wurde, was sich zuletzt an einer
offenen Restfinanzierung gespießt hatte: "Unser Anteil der
Restfinanzierung von zwei Millionen Euro ist abgesegnet", sagte
Sprecherin Josefa Umundum.
Wie berichtet, planen das Land Steiermark, die Montanuniversität
Leoben (MUL) und die Ministerien für Wissenschaft und Verkehr für 15.
September eine beschlussfassende Sitzung zum Zentrum am Berg. Dem
Vernehmen nach wollen die Ministerien zusätzlich je eine Million
investieren - die MUL hatte diese Absicht schon vorige Woche
bekanntgegeben. Insgesamt steuert dann der Bund 12 Millionen, die MUL
6 Millionen und die Steiermark besagte 12 Millionen Euro von den
Gesamtkosten von 30 Millionen Euro zur Aufnahme des
Forschungsbetriebs in vier stillgelegten Stollen der Voest Alpine
bei.
Das Zentrum am Berg soll der angewandten Forschung im Tunnelbau als
1:1-Versuchsanlage dienen und unter der Federführung ihres Erfinders,
der Montanuni Leoben, stehen. Die laufenden Kosten sollen
Infrastruktur- und Bauunternehmen tragen, indem sie Abschnitte für
Forschung mieten. Bauweisen können am Objekt geprüft, Belastungs-,
Feuer- und Katastrophentests mit entsprechender Sicherheitstechnik in
Realsituationen durchgeführt werden: Im Gegensatz zu Tunnels, die in
Betrieb sind, gibt es im Erzberg keinen Zeitdruck. So könnten etwa
die Wiener Linien Schachtsysteme entwickeln, um zu testen, wie sie
Rauchgase möglichst rasch ableiten könnten. Die Bauindustrie könnte
Tunnelvortriebsmaschinen, Spritzgussbetonmischungen oder
Ankertechniken erproben.
Nach dem für Frühjahr geplanten Spatenstich müssen laut MUL-Sprecher
Erhard Skupa nur die Bergstollen-Querschnitte auf jene von Straßen-
oder Eisenbahntunnels aufgeweitet werden - danach könne der
Forschungsbetrieb aufgenommen werden. Ähnliche Einrichtungen in
Europa würden im Unterschied zum Erzberg mit Einschränkungen kämpfen:
Etwa läge ein Tunnelforschungszentrum in der Schweiz so nahe an einer
Autobahn, dass dort Brandtests verboten seien.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PWR






