• 08.09.2014, 13:47:48
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Tierquäler LIVE in der Wiener Stadthalle?

Wiener MA 60 bewilligt zweifelhafte Shows. Österreichischer Tierschutzverein appelliert an Hundefreunde, Cesar Millans Shows nicht zu besuchen.

Utl.: Wiener MA 60 bewilligt zweifelhafte Shows. Österreichischer
Tierschutzverein appelliert an Hundefreunde, Cesar Millans
Shows nicht zu besuchen. =

Wien (OTS) - Am 12. und 13. 9. 2014 gastiert einer der wohl
umstrittensten Hundetrainer der Welt in der Wiener Stadthalle - der
US-Amerikaner Cesar Millan. Der selbsternannte "Hundeflüsterer", der
sich durch seine Fernsehauftritte bei Sixx oder National Geographic
("Dog Whisperer", "Der Hundeflüsterer") einen "Namen" gemacht hat,
ist Hundefreunden auf der ganzen Welt schon länger ein Dorn im Auge.
So versucht er Hunde zum Teil mit Schlägen, Tritten und
Würgehalsbändern "in einen Zustand der ruhigen Unterwürfigkeit" zu
führen. Die Wiener Magistratsabteilung 60 für Veterinärdienste und
Tierschutz (MA 60) sah jedoch keinen Grund, die Shows von Millan in
Wien im Vorfeld zu stoppen. Der Österreichische Tierschutzverein
appelliert daher nun an alle HundebesitzerInnen, die Shows erst gar
nicht zu besuchen.

Cesar Millan kam als mexikanischer Einwanderer in die USA, wo er
anfangs die Hunde von Prominenten ausführte und anschließend ohne
jegliche Ausbildung zum Hundetrainer aufstieg. Der zweifelhafte
Durchbruch gelang ihm schließlich mit diversen TV-Reality Soaps. Von
Beginn an wurden die Serien und bedenklichen Praktiken des
"Hundetrainers" scharf kritisiert. Er wirbt damit, "gefährliche Hunde
wieder ruhig zu machen". Die Realität wirft ein grausames Bild auf
Millans Methoden: Die Hunde werden teilweise durch dünne Halsbänder
massiv gewürgt und mit Tritten in die Nierengegend gefügig gemacht.
Außerdem kommen die in Österreich längst verbotenen Stachel- und
Elektrohalsbänder zum Einsatz. Die schmerzhafte und erniedrigende
Behandlung treibt die Hunde in die sogenannte "erlernte
Hilflosigkeit" und führt in den meisten Fällen zu
depressiv-lethargischen Zuständen. Damit nicht genug: derart
malträtierte Hunde werden zu tickenden Zeitbomben. Durch die
gewalttätige Art der Erziehung laufen TierhalterInnen Gefahr, dass
sich die gequälten Hunde irgendwann aus dieser Schockstarre befreien
und sich aus Angst zu wehren beginnen. Zahllose Videos im Internet
beweisen, dass auch Millan selbst während seiner Shows mehrfach von
Hunden gebissen wurde. Nicht verwunderlich also, dass viele seiner
Methoden gegen das Österreichische Tierschutzgesetz verstoßen.

Das reichte der Behörde offenbar nicht aus, um die Shows schon im
Vorfeld zu unterbinden. Der Österreichische Tierschutzverein forderte
von der MA 60 bereits vor Wochen ein Verbot der geplanten Shows.
Obwohl in einer ersten Stellungnahme seitens der MA 60 noch die Rede
davon war, dass bei " ... vermuteten Verstößen gegen das
Bundestierschutzgesetz (...) selbstverständlich durch die MA 60 keine
tierschutzrechtliche Bewilligung für diese Veranstaltung erteilt wird
(...)", darf Millan in Wien auftreten. Dazu Mag. Christian Hölzl,
Sprecher des Vereins: "Die Entscheidung ist absolut nicht
nachvollziehbar. Der Behörde können die zum Teil tierquälerischen
Methoden Millans nicht verborgen geblieben sein. Es ist doch
hanebüchen, dass die MA 60 in der Hoffnung, dass Millan in der
Stadthalle doch nichts Illegales macht, den allseits bekannten,
zweifelhaften Praktiken zuerst einen Persilschein ausstellt, nur um
während der Veranstaltung dann erkennen zu müssen, dass Millan am
Rande der Legalität wandelt oder gar gegen das österreichische
Tierschutzgesetz verstößt. Ein verheerendes Signal an die
Öffentlichkeit, denn derartige Methoden sind eine Gefahr für Hunde
und Menschen und sollten in keinster Weise als Vorbild für richtige
Hundeerziehung dienen. Eventuell notwendige strafrechtliche Maßnahmen
nach der Veranstaltung kommen für die in der Show auftretenden Tiere
zu spät und verhindern kein Tierleid!"

Die Entscheidung der Behörde zeigt offensichtliche Lücken im Gesetz
und Vollzug im Kampf gegen profitgierige "Hundeheiler" auf. In
anderen Ländern, wie etwa in Italien und Schweden - wurde bereits
erfolgreich für eine Einstellung der Shows und TV-Serien protestiert.
Selbst in Millans Heimat USA wurde die TV-Show nach wilden Protesten
2012 abgesetzt.

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