- 05.09.2014, 12:24:55
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Bundesheer: Neugestaltung des Heldendenkmals startet
Internationaler wissenschaftlicher Beirat stellt Empfehlungen vor
Utl.: Internationaler wissenschaftlicher Beirat stellt Empfehlungen
vor =
Wien (OTS/BMLVS) - Die Neugestaltung des Österreichischen
Heldendenkmals startet. Heute, Freitag, den 5. September,
präsentierten die Projektverantwortlichen Empfehlungen zur
Umgestaltung des Heldendenkmals beim Burgtor am Wiener Heldenplatz.
Verteidigungsminister Gerald Klug: "Durch den Internationalen Beirat
wurde das Projekt zum Gedächtnisort Heldendenkmal auf eine
wissenschaftlich fundierte Basis gestellt. Mein Dank gilt den
Expertinnen und Experten für die wertvollen Beiträge zur Realisierung
dieses Vorhabens."
Die Projektleiterin Universitätsdozentin Heidemarie Uhl, der Leiter
der militärhistorischen Denkmalkommission Universitätsprofessor
Dieter Binder, Jörg Echternkamp von der Universität Halle-Wittenberg
sowie der Leiter der Gruppe Einsatzgrundlagen im BMLVS Brigadier
Friedrich Schrötter präsentierten zwei Empfehlungen aus dem am 4. und
5. September stattgefunden Workshop des Internationalen Beirats in
Wien. "Das Heldendenkmal soll ein öffentlicher Ort werden, der die
Bruchlinien der österreichischen Geschichte vermitteln soll", sagt
die Projektleiterin Universitätsdozentin Uhl.
Die Empfehlungen des Internationalen wissenschaftlichen Beirats im
Detail: Der Gedächtnisort Heldendenkmal soll für nationale und
internationale Gäste geöffnet werden. Die Gedenkräume des
Österreichischen Heldendenkmals (Krypta, Weiheraum, Ehrenhalle)
sollen die Geschichte vermitteln. Damit solle das Österreichische
Heldendenkmal als "100jähriges Geschichtsbuch lesbar gemacht" und
sein historisches Potenzial für die Umgestaltung in einen Lern- und
Vermittlungsort genutzt werden. Die Projektverantwortlichen empfehlen
darüber hinaus ein Denkmal der Republik Österreich zu errichten. Es
soll ein Denkmal für die seit 1945 im Dienst zu Tode gekommenen
Angehörigen des Österreichischen Bundesheeres und der Exekutive
entstehen. Auch jenen, die im Einsatz für die Republik Österreich ihr
Leben lassen mussten, soll das Denkmal gelten. Es könnte am Areal
rechts vom Äußeren Burgtor erbaut werden.
Der Internationale wissenschaftliche Beirat zur Neugestaltung des
Österreichischen Heldendenkmals wurde im Mai 2014 gegründet. Seither
haben die Mitglieder zwei Workshops veranstaltet. Ein dritter ist für
Anfang 2015 geplant. Experten aus Österreich, Deutschland, Italien,
Ungarn und den USA reflektieren und diskutieren in diesem Beirat. Ihr
Auftrag ist es, Leitlinien für die künstlerische Ausschreibung
festzulegen. Diese Ausschreibung soll im Herbst 2014 beginnen und ein
Dreivierteljahr dauern. Ziel ist es, dass die Krypta am
Nationalfeiertag 2015 umgestaltet ist.
Das Österreichische Heldendenkmal wurde 1934 als Denkmal für die
Gefallenen des Ersten Weltkriegs im Äußeren Burgtor der Wiener
Hofburg errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Krypta im
rechten Flügel des Burgtors auch den gefallenen österreichischen
Soldaten der deutschen Wehrmacht gewidmet. 1965 erfolgte die
Einrichtung des Weiheraums für den österreichischen Widerstand gegen
den Nationalsozialismus im linken Flügel des Burgtors. Diese beiden
Gedenkstätten symbolisieren auch die Widersprüche der
österreichischen Erinnerungskultur im Umgang mit Nationalsozialismus,
Holocaust und Zweitem Weltkrieg. Seit 2012 befindet sich dieser
Gedenkort in einem Prozess der Neudefinition. Im Juni 2012 hat der
damals amtierende Verteidigungsminister Norbert Darabos die
Untersuchung zur Neugestaltung des Heldendenkmals eingeleitet. Auf
ihn ist zurückzuführen, dass der Namen eines Kriegsverbrechers in den
Totenbüchern der Gefallenen des Zweiten Weltkrieges nachgewiesen
wurde.
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