- 01.09.2014, 18:30:31
- /
- OTS0208 OTW0208
WirtschaftsBlatt-Leitartikel: "Innovation made in China" - von Eva Komarek
Europa läuft Gefahr, den letzten Vorsprung, den die Industrie noch hat, zu verlieren
Utl.: Europa läuft Gefahr, den letzten Vorsprung, den die Industrie
noch hat, zu verlieren =
Wien (OTS) - Mit dem Modell i3 hat BMW sein erstes Elektroauto in
Serienproduktion auf den Markt gebracht. Die Batterie und damit das
Herzstück des Autos liefert der südkoreanische Konzern Samsung. Aber
nicht nur bei Autobatterien, auch bei mobilen Hightechgeräten wie
Smartphones und Tablets oder auch Digitalkameras kommen die Akkus aus
Südkorea, Japan, China und den USA. Europa hat in diesem Bereich
längst die Technologieentwicklung verschlafen. Asien und hier allen
voran China ist längst nicht mehr nur die billige Werkbank der Welt.
Wenn europäische Unternehmen investieren, dann überwiegend in
Übersee, Asien und jetzt auch wieder in den USA. Dort entstehen die
neuen Fabriken, dort wird der Großteil der zusätzlichen Mitarbeiter
eingestellt. Und es sind nicht mehr nur die einfachen Tätigkeiten an
den Fließbändern, die aus Europa verschwinden. Auch anspruchsvollere
Aufgaben werden inzwischen verlagert. Selbst Forscher und Entwickler
sind nicht mehr davor gefeit, dass nun Kollegen im Ausland ihre
Aufgaben erledigen - ebenso gut, aber zu einem Bruchteil der Kosten.
In Europa wird argumentiert, wir seien die Innovationstreiber, wir
haben den technologischen Vorsprung, die Asiaten kopieren nur. Das
Beispiel Batterien zeigt, dass die Zeiten, in denen Asien
Technologien nur kopiert hat, vorbei sind. Bei der Zahl der neuen
Patente liegen Nordamerika, Europa und Asien inzwischen gleichauf.
Vor allem China legt bei der Forschung mit enormem Tempo zu und
entwickelt selbst neue Technologien.
Europa läuft Gefahr, den letzten Vorsprung, den die Industrie noch
hat, zu verlieren. Es ist höchste Zeit, dass auch gerade Österreich
mit voller Kraft Forschung und Innovation vorantreibt. Wir haben eine
große Zahl an Hidden Champions in Österreich. Diese stillen Stars aus
dem Mittelstand entwickeln oft in der tiefsten Provinz herausragende
neue Produkte. Gerade die Bemühungen dieser Unternehmen gilt es zu
unterstützen und zu fördern. Denn sie sind es auch, die den Großteil
der Arbeitsplätze stellen.
Um Forschung und Innovation zu schaffen, bedarf es aber auch einer
guten Hochschulausbildung und Grundlagenforschung. Auch hier ist
Österreich längst kein Vorzeigeland mehr. Wenn wir jetzt nicht das
Ruder herumreißen, werden wir mehr und mehr Industrie verlieren. Und
dann fällt für den Wirtschaftsstandort Österreich der Vorhang.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PWB






