• 01.09.2014, 12:15:01
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Vor 75 Jahren: Offizieller Start der Vernichtungsaktion T4

Wien (OTS) - Heute jährt sich zum 75. Mal der Tag des Erlasses von
Hitlers zur systematischen Tötung von behinderten Menschen.
Der Text des Erlasses vom 1. September 1939 lautete: "Reichsleiter
Bouhler und Dr. med. Brandt sind unter Verantwortung beauftragt, die
Befugnisse namentlich zu bestimmender Ärzte so zu erweitern, dass
nach menschlichem Ermessen unheilbar Kranken bei kritischster
Beurteilung ihres Krankheitszustandes der Gnadentod gewährt werden
kann."

Im Rahmen dieser von der "Kanzlei des Führers" organisierten
Tötungsaktion (nach der Adresse Berlin, Tiergartenstraße 4 "T4"
genannt) wurde ein Großteil der Patienten der psychiatrischen
Anstalten und Behindertenheimen im Deutschen Reich in
"Euthanasie"-Anstalten, u. a. nach Hartheim bei Eferding,
abtransportiert und dort mit Giftgas getötet.

"Die Ermordung Zehntausender behinderter Menschen war die Konsequenz
diese menschenverachtenden Handeln des NS-Regimes", erinnert Martin
Ladstätter vom Behindertenberatungszentrum BIZEPS in Wien und führt
aus: "Ein eugenisches Weltbild führte direkte in die Katastrophe. Es
reicht nicht sich an diese dunkle Zeit zu erinnern. Wir müssen
wachsam sein und auch aktuelle Tendenzen genau beobachten und
gegensteuern."

BIZEPS veröffentlichte im Jahr 2012 die Broschüre "wertes unwertes
Leben". Sie beschreibt die Entwicklung zu dieser Zeit und beinhaltet
auch eine detaillierte Beschreibung der Tötungsanstalt Hartheim, die
einen sehr beklemmenden Einblick in die Vernichtung von Menschen mit
Behinderungen gibt.

http://www.bizeps.or.at/broschueren/leben/

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