• 29.08.2014, 10:11:39
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Grüne Wien/Wurzer zu Schulbeginn: Potentiale entfalten statt aussortieren

Schule soll mehrsprachige Kinder nicht länger einsprachig machen MigrantInnensprachen mehr wertschätzen

Utl.: Schule soll mehrsprachige Kinder nicht länger einsprachig
machen MigrantInnensprachen mehr wertschätzen =

Wien (OTS) - Über die Hälfte aller Kinder in Wien haben eine andere
Alltags-sprache als Deutsch - 23 Prozent sprechen daheim Türkisch
oder bosnisch/serbisch/kroatisch. "In unseren Bildungseinrichtungen
wird dies immer noch als Defizit gesehen und nicht als ein wertvolles
Potential. Oberstes Ziel sollte sein, Wiens Sprachenvielfalt
anzuerkennen und vom Sprachenschatz zu profitieren. Das Aussortieren
von Kindern mit fehlenden oder unzureichenden Deutschkenntnissen in
Vorschul- oder Sonderschulklassen und der Fokus auf den möglichst
schnellen Erwerb der deutschen Sprache sind kontraproduktiv", so die
Bildungssprecherin der Grünen Wien, Martina Wurzer.

Die Erkenntnisse der Wissenschaft liegen längst auf dem Tisch. Eine
gefestigte und geschätzte Familiensprache ist die Grundlage für eine
erfolgreiche Mehrsprachigkeit. Besonders erfolgreich sind Kinder, die
bereits im Kindergarten und dann systematisch und langfristig in der
Schule ihre eigene Sprache UND Deutsch erlernen. "Deutsch zugleich"
statt "Deutsch zuerst" soll das Motto sein", betont Wurzer.

Wien bemüht sich seit Jahren um bessere sprachliche Förderung. In
einem eigenen Forschungskindergarten wurden Methoden, Materialien und
Modelle zur Steigerung der sprachlichen Kompetenzen von Kindern in
der Erst- und Zweitsprache erarbeitet. Die MA10 ist dabei, die
Erkenntnisse aus diesem Projekt in ganz Wien umzusetzen. Rund 17.000
SchülerInnen besuchen in Wien muttersprachlichem Unterricht,
Sprachförderkurse werden auch für SeiteneinsteigerInnen angeboten.
Weitere Schritte sind jedoch notwendig, wie etwa:

1. Der Unterricht in den in Wien wichtigsten MigrantInnensprachen
muss im Kindergarten und in den Schulen massiv ausgebaut werden.
2. Eine gezielte Anwerbung von MigrantInnen für den Beruf PädagogIn.
3. Sprachförderung muss möglichst früh, begleitend und flächendeckend
angeboten werden. Flexible Schuleingangsphasen nehmen den Zeitdruck
beim Sprachenerwerb. Ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr
sichert die möglichst frühe mehrsprachige Förderung.

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