- 27.08.2014, 11:15:31
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Brauner: Wir sind auf dem Weg zur europäischen Metropole
Bevölkerungsprognose für Analyse, Planung und Steuerung im wachsenden Wien
Utl.: Bevölkerungsprognose für Analyse, Planung und Steuerung im
wachsenden Wien =
Wien (OTS) - Mit der Bevölkerungsprognose "Wien wächst" wurde heute
eine zentrale Planungsgrundlage für die künftige Stadtentwicklung
vorgestellt. Die Prognose enthält die wichtigsten Daten zu künftigen
demografischen Entwicklungen und liefert Informationen bis auf die
Ebene kleinster Stadtstrukturen: Für die kommenden zehn Jahre liegt
eine Bevölkerungsprognose für alle 250 Wiener Zählbezirke vor, für
die 23 Wiener Gemeindebezirke ist eine Projektion bis 2034 vorhanden
und für die Stadt Wien insgesamt eine Modellfortschreibung bis 2044.
Prognose als Grundlage für die Stadtpolitik
"Die Prognose ist eine wichtige Grundlage für die Stadtpolitik",
betont Vizebürgermeisterin Renate Brauner, "um auch künftig
hochwertige öffentliche Infrastruktur für alle anbieten zu können,
müssen wir wissen, wie sich die Bevölkerung entwickelt. Wir müssen
wissen, mit wie vielen Kindern wir rechnen können und in welchen
Stadtgebieten wir Kindergartenplätze und Schulen benötigen. Wir bauen
die Öffis, die Schulen, die Kindergärten und die Spitäler dort, wo
die Menschen sein werden und wo wir am meisten positive Effekte
erzielen. Mit der Bevölkerungsprognose haben wir eine hervorragende
Entscheidungsgrundlage und richten unsere politischen Entscheidungen
darauf aus. Unsere zentralen politischen Projekte, die wir heuer im
Frühjahr vorgestellt haben, basieren auf Analysen der künftigen
Bevölkerungsentwicklung."
"Wien ist auf dem Weg zur europäischen Metropole", betont auch der
Leiter der Magistratsabteilung 23 (Wirtschaft, Arbeit und Statistik),
Klemens Himpele, "die Bevölkerungsstruktur ist eine hervorragende
Ausgangsbasis für die Zukunft, da Wien eben auch bei der jüngeren
Bevölkerung wachsen wird. Wien wird eine vergleichsweise junge Stadt
mit hoher Dynamik und enormem wirtschaftlichen Potenzial sein."
Zentrale Ergebnisse der Prognose:
> Wien wächst schneller als erwartet
Bis Anfang 2024 wird Wien auf 1,95 Millionen EinwohnerInnen anwachsen
- was ein Bevölkerungswachstum um rund 175.000 EinwohnerInnen
bedeutet. Bis Anfang 2034 wird die Bevölkerung weiter auf 2,04
Millionen EinwohnerInnen wachsen - die zwei Millionen-Marke wird
demnach 2029 erreicht. Die Modellfortschreibung sagt für Anfang 2044
eine Einwohnerzahl von 2,11 Millionen voraus - damit wäre der
bisherige Höchststand aus dem Jahr 1910 (2,08 Millionen)
überschritten. Gegenüber heute bedeutet das ein Plus von etwa 335.000
EinwohnerInnen - mehr als Graz heute EinwohnerInnen hat. Wien gehört
damit zu den schnell wachsenden Städten in der EU - bereits heute ist
die Donaumetropole die siebtgrößte Stadt der EU.
> Wien wird älter und jünger zugleich
Die am schnellsten wachsenden Bevölkerungsgruppen sind die Personen
über 75 Jahre und Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren. Im
Durchschnitt wird Wien das jüngste Bundesland werden - nachdem es in
der Vergangenheit das älteste war. Diese Entwicklung bringt viele
Chancen für Wien, weil der hohe Anteil junger Menschen viel Dynamik
und Lebendigkeit in die Stadt bringt und so dem Arbeitsmarkt auch
künftig gut qualifizierte MitarbeiterInnen zur Verfügung stehen
werden. Wien wird also absehbar das einzige Bundesland sein, das
einem drohenden Fachkräftemangel und einer Trendumkehr am
Arbeitsmarkt durch Qualifizierung begegnen kann.
Das bedeutet aber auch: Wien braucht Kindergärten und
Pflegeeinrichtungen. Die Aufgabe, gleichzeitig Kinder und alte
Menschen zu pflegen und erwerbstätig zu sein, kann nur gelingen, wenn
es eine gut ausgebaute öffentliche Infrastruktur in diesen Bereichen
gibt.
> Wien wächst aus verschiedenen Gründen
Das Bevölkerungswachstum in Wien resultiert einerseits aus dem Zuzug
aus den Bundesländern bzw. dem Ausland, was die Attraktivität Wiens
verdeutlicht. Etwa ein Drittel des Bevölkerungszuwachses kommt aus
einem Geburtenüberschuss. Seit 2004 werden in Wien mehr Menschen
geboren als sterben - die Prognose geht davon aus, dass das so
bleibt.
> Wien wächst unterschiedlich schnell
Die Entwicklung verläuft in den Bezirken sehr unterschiedlich. Die
Bezirke mit einem hohen Anteil älterer Menschen - also Hietzing, die
Innere Stadt und Döbling - werden Bevölkerung verlieren bzw.
stagnieren. Hingegen werden die Bezirke mit Geburtenüberschuss und
Zuwanderungsgewinnen stark wachsen, insbesondere die Donaustadt,
Brigittenau und Favoriten.
Die Details der Studie finden Sie unter
www.wien.gv.at/statistik/pdf/wien-waechst.pdf
Eine Kurzpräsentation und Grafiken sind unter
http://www.wien.gv.at/statistik/bevoelkerung/prognose/index.html
abzurufen.
Wachstum erfordert Ausnahmen im Stabilitätspakt
"Wien wird wachsen, das ist ein Faktum und das bringt uns
gesellschaftliche und wirtschaftliche Dynamik. Das Wachstum ist für
uns nur bedingt steuerbar, steuerbar sind aber die Maßnahmen und dass
wir die Chancen des Wachstums ergreifen", kommentiert
Vizebürgermeisterin Renate Brauner die Prognose, "Wir haben die
Weichen bereits gestellt, sei das bei den Öffis, bei den Schulen und
Kindergärten oder bei der Stadtentwicklung. Aber das künftige
Wachstum bringt vor allem finanzielle Herausforderungen: Wir brauchen
die entsprechende Infrastruktur, die nicht vom Himmel fällt, sondern
finanziert werden muss. Der Stabilitätspakt würde uns ab 2015
wichtige Zukunftsinvestitionen deutlich erschweren, ab 2016 teilweise
verunmöglichen. Deshalb ist es wichtig, dass einer wachsenden Stadt
nicht finanziell die Hände gebunden werden, sondern im
Stabilitätspakt Ausnahmen für langfristige Investitionen
festgeschrieben werden. Das ist nicht nur wichtig, um die Kosten für
langfristige Investitionen auch langfristig zu verteilen, sondern
auch ein wichtiger Impuls für Wirtschaft und Wachstum in Europa."
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