• 25.08.2014, 20:11:00
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Schönborn: Gutes interreligiöses Klima nicht selbstverständlich

Wiener Erzbischof und Bundeskanzler Faymann nach "Religionsdialog" im Bundeskanzleramt: In Europa kaum ein vergleichbares Modell wertschätzender Anerkennung wie in Österreich - Schönborn an Medien: "Helfen Sie mit, dass es zu einer Abrüstung der Worte kommt"

Utl.: Wiener Erzbischof und Bundeskanzler Faymann nach
"Religionsdialog" im Bundeskanzleramt: In Europa kaum ein
vergleichbares Modell
wertschätzender Anerkennung wie in Österreich - Schönborn an
Medien:
"Helfen Sie mit, dass es zu einer Abrüstung der Worte kommt" =

Wien, 25.08.14 (KAP) Das gute interreligiöse Klima in Österreich ist
keine Selbstverständlichkeit, sondern Ergebnis intensiver
Dialogbemühungen und eines positiv-wohlwollenden Verhältnisses des
Staates zu den Kirchen und Religionsgemeinschaften: Das haben
Bundeskanzler Werner Faymann und Kardinal Christoph Schönborn am
Montagabend im Bundeskanzleramt betont. Vorausgegangen war ein
"Religionsdialog", zu dem Bundeskanzler Faymann die Vertreter aller
in Österreich anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften
eingeladen hatte. Eigentlicher Anlass des Dialogs war ein
gewalttätiger Zwischenfall während eines Fußballspiels in
Bischofshofen, zwischen dem französischen Oberhausclub OSC Lille und
dem israelischen Verein Maccabi Haifa.

Kardinal Schönborn betonte, Österreich sei im Blick auf das
interreligiöse Verhältnis "besonders privilegiert". So resultiere
die heutige Situation zum einen aus einer hohen "Wertschätzung von
Seiten der Republik", die sich in der staatlichen Anerkennung der
derzeit 16 Kirchen und Religionsgesellschaften zeige; eine
Wertschätzung zugleich, die auch der Lissabon-Vertrag von den
EU-Mitgliedsstaaten einfordere, erinnerte Schönborn. Zugleich jedoch
bedeute der interreligiöse Dialog stets auch eine "Herausforderung
für die Religionsgemeinschaften", die sich "als gleichberechtigte
Partner anerkennen müssen".

Schönborn erinnerte aber auch daran, dass es auch "Zeiten der
Diskriminierung und der Ausgrenzung" der Religionsgemeinschaften
gegeben habe. Letztlich seien es jedoch die für alle Seiten
"schmerzhaften Erfahrungen der Weltkriege" gewesen, die zu der
Überzeugung geführt hätten, "einen gemeinsamen Weg zu gehen und
Gräben zuzuschütten". Man müsse sich immer wieder vor Augen führen,
dass es "nicht selbstverständlich" sei, dass dieses Miteinander
"auch in schwieriger werdenden sozialen Verhältnissen bestehen
bleibt", so der Wiener Erzbischof.

An die Medien richtete Schönborn den Appell, zu einer weiteren
"Abrüstung der Worte" beizutragen. Der "hohe Grundstandard in
unserem Land" dürfe weder durch Taten noch durch unklug gewählte
Worte gefährdet werden.

Bundeskanzler Werner Faymann hob in seinem Statement ebenfalls die
besondere Situation in Österreich hervor, die letztlich auch "ein
großes Verdienst" Kardinal Schönborns sei. Zugleich lobte Faymann
die Bereitschaft aller vertretenen Kirchen und
Religionsgemeinschaften, "das Gemeinsame vor das Trennende zu
stellen" und so in einer "Zeit wachsender Gewaltbereitschaft" ein
Zeichen des Respekts und der Anerkennung zu setzen. Die "Spirale der
Gewalt" und des Antisemitismus könne nur durch einen "gemeinsamen
Einsatz für den Frieden" gestoppt werden.

(ende) hkl/per/

nnnn

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