- 21.08.2014, 10:59:51
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Wie viel ist uns die Pflege wert?
ÖGKV fordert: Zeitgemäße Ausbildung, leistungsgerechte Enlohnung und Enthierarchisierung in der Primärversorgung als Schlüssel zur Qualität im österreichischen Gesundheitssystem
Utl.: ÖGKV fordert: Zeitgemäße Ausbildung, leistungsgerechte
Enlohnung und Enthierarchisierung in der Primärversorgung als
Schlüssel zur Qualität im österreichischen Gesundheitssystem =
Wien (OTS) - "Pflegen kann doch jeder!" Dieses Vorurteil hält sich
hartnäckig, auch wenn der Arbeitsalltag vieler Pflegepersonen längst
ein anderes Bild zeichnet: Gesundheits- und Krankenpflegeberufe sind
rund um die Uhr ein zentraler Teil des Gesundheitssystems. Trotzdem
ist eine Karriere in der Pflege für viele nach wie vor unattraktiv:
Die Gründe dafür sind unter anderem wenig Akzeptanz für die
Notwendigkeit von fachlich fundierten Pflegeleistungen sowie
angemessene Bezahlung. Deshalb fordert der Österreichische
Gesundheits- und Krankenpflegeverband (ÖGKV) die Fortsetzung der
begonnenen Ausbildungsreform, leistungsgerechte Löhne, Verbesserung
der Arbeitbedingungen und den Dialog auf Augenhöhe zu
Gesundheitsthemen mit der Ärzteschaft.
Attraktive Aus- und Weiterbildung
"Nur durch leistungsgerechte Enlohnung und zeitgemäße Ausbildung
können wir sicherstellen, dass sich auch in Zukunft genug Menschen
für den Pflegeberuf entscheiden", betont ÖGKV-Präsidentin Ursula
Frohner. Die Konsequente Umsetzung der bereits begonnenen Reform in
der Pflegeausbildung ist eine wesentliche Voraussetzung für die
künftige Versorgungssicherheit der Menschen. Das vom ÖGKV
vorgeschlagene Kompetenzmodell definiert eine Ausbildung in fünf
Qualifikationsstufen: von der Unterstützungskraft bis zum akademisch
ausgebildeten Advanced Nurse Practitioner mit Fachhochschulabschluss
auf Masterniveau und der Möglichkeit eines anschließenden
Universitätsstudiums der Pflegewissenschaft.
Die Qualifikation der Pflegekräfte endet aber nicht beim
Ausbildungabschluss. Schließlich ist in keinem anderen Bereich das
lebenslange, berufsbegleitende Lernen so wichtig, wie in der Pflege.
Das betont auch Mag. Karl Schwaiger, 2. Vizepräsident des ÖGKV und
Vorsitzender der ANDA: "In einem dermaßen dynamischen Feld wie der
Pflege ist permanente Weiterentwicklung des Fachwissens dringend
notwendig. Mangelnde Fortbildungsmöglichkeiten bedeuten deshalb de
facto einen Rückschritt bei der Qualität unsereres
Gesundheitsystems", so Schwaiger.
Primärversorgung: ÄrztInnen und Pflegepersonen als Partner für
die Gesundheit des Patienten
Ein wesentlicher Faktor bei der Gestaltung des zukünftigen
Gesundheitssystems ist eine funktionierende Primärversorgung: Ziel
ist es, allen Menschen mit gesundheitlichen Anliegen und Problemen
jederzeit AnsprechpartnerInnen zur Verfügung zu stellen - auch an
Wochenenden und an Tagesrandzeiten. Um dies sicherzustellen, sind
niedergelassene Ärzte und Pflegefachpersonen gleichermaßen gefordert:
Sie sollen sich besser vernetzen und stärker als bisher in Teams ihr
Fachwissen koordiniert anbieten. Gleichzeitig sind vermehrt
Pflegepraxen zu etablieren, sowie die freiberufliche Berufsausübung
des Gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege zu fördern.
Als unbedingte Voraussetzung dafür ist die Pflegeleistungsverrechung
über die Sozialversicherung zu ermöglichen.
Dialog auf Augenhöhe statt festgefahrener Hierarchien
Die jüngste Diskussion zum Thema der Übernahme von ärztlichen
Tätigkeiten durch den Gehobenen Dienst der Gesundheits- und
Krankenpflege, wie etwa das Blutabnehmen, zeigen einmal mehr deutlich
das Auseinanderklaffen der Positionierung standespolitischer
Interessen der Österreichischen Ärztekammer mit der gelebten Realität
in der Praxis.
Es liegt auf der Hand, dass sich der Bedarf an Gesundheitsleistungen
durch soziodemographische Entwicklungen in der nächsten Zukunft enorm
verändern wird.
Die Zunahme chronisch Erkrankter, bei gleichzeitig sinkenden
Spitalsaufenthalten und immer weniger zur Verfügung stehender
Unterstützung durch die Familie fordert alle Gesundheitsberufe,
jedoch insbesondere Pflegefachpersonen und ÄrztInnen dazu auf, die
Aufgaben der Versorgungsprozesses zu optimieren.
Diesen sich abzeichnenden Entwicklungen ist bereits im Rahmen der
Ausbildung aller Gesundheitsberufe Rechnung zu tragen. Der ÖGKV hat
diese Tendenzen bereits in seinen Konzepten berücksichtigt.
Über den ÖGKV
Der Österreichische Gesundheits- und Krankenpflegeverband (ÖGKV) ist
die größte, nationale berufspolitische Vertretung für alle
Pflegeberufe. Er vertritt die Interessen seiner Mitglieder
gemeinnützig, unabhängig und interkonfessionell. Der ÖGKV nimmt
eine entscheidende Rolle im berufspolitischen und inhaltlichen
Meinungsbildungsprozess der Berufsgruppe ein. Er ist im permanenten
Dialog mit den verschiedenen Fachsparten der Berufsgruppe und sichert
so die Entwicklung der professionellen Pflege in Österreich.
Er spielt außerdem eine zentrale Rolle im Bildungsbereich als
Anbieter von Fort- und Weiterbildung und fördert gleichzeitig die
kontinuierliche Verbesserung von Ausbildung und Pflegewissenschaft in
Österreich. Er nimmt eine zentrale, gesundheitspolitische Rolle in
der Zusammenführung standespolitischer Themen ein und vertritt diese
öffentlich.
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