Neues Volksblatt: "Völlig daneben" von Markus EBERT

Ausgabe vom 21. August 2014

Linz (OTS) - Eigentlich war der frühere Vizekanzler und Finanzminister Hannes Androsch in letzter Zeit in der SPÖ ein wohl gelittener Genosse. Das von ihm mitinitiierte Bildungsvolksbegehren griff man gerne als Argument auf, wie miserabel denn die ÖVP-Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer gearbeitet habe (Dass man bei ihr angesichts der Performance von Claudia Schmied und Gabriele Heinisch-Hosek längst Abbitte leisten müsste, steht auf einem anderen Blatt.). Und in der Wehrpflichtdebatte hielt Androsch als Chef des Proponentenkomitees den Kopf für das SPÖ-Berufsheer hin. Ansonsten engagierte sich Androsch vor der letzten NR-Wahl im Personenkomitee für Faymann, für den er auch als wirtschaftspolitischer Ezzesgeber fungierte.
Vor diesem Hintergrund ist bemerkenswert, wie grob Faymann diesem Elder Statesman der SPÖ gestern dafür in die Parade gefahren ist, dass Androsch mit konsequenter Vehemenz die Millionärssteuer ablehnt. Keine zehn Stimmen würde dieser auf einem Parteitag erhalten, kanzelte der SPÖ-Chef den Alt-Genossen ab - was einmal mehr beweist, wie sehr in der SPÖ beim Thema Steuerreform die Nerven blank liegen. Die Zeit drängt freilich nicht nur, weil Faymann einen Parteitag zu schlagen hat; vielmehr drängt die Zeit auch, weil sich, je länger die Diskussion dauert, umso deutlicher herausstellt, dass die SPÖ mit der populistischen Millionärssteuer sachlich völlig daneben liegt.

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