• 18.08.2014, 11:25:09
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Technologieministerin Bures gründet mit TU Wien erste Pilotfabrik Österreichs

WIFO-Studie bestätigt Förderpolitik: Österreichs Produktion Weltspitze bei Maschinenbau, Fahrzeugbau, Hightech-Metallwaren und Umwelttechnologien

Utl.: WIFO-Studie bestätigt Förderpolitik: Österreichs Produktion
Weltspitze bei Maschinenbau, Fahrzeugbau, Hightech-Metallwaren
und Umwelttechnologien =

Wien (OTS/BMVIT) - Die Gründung der ersten österreichischen
"Pilotfabrik" kündigte Technologieministerin Doris Bures gemeinsam
mit Sabine Seidler, der Rektorin der TU-Wien und Wifo-Chef Karl
Aiginger in einer Pressekonferenz am Montag an. "Diese und weitere
Pilotfabriken werden der heimischen Wirtschaft helfen, sich rasch und
wirksam auf die Herausforderungen der Industrie 4.0 vorzubereiten",
so die Ministerin. Die Pilotfabrik ist ein realitätsnahes Modell
einer Fabrik - eine Laborsituation mit realen industriellen Maschinen
und Logistiksystemen. Pilotfabriken bieten eine echte, aber neutrale
industrielle Forschungs- und Entwicklungsumgebung, in der ohne
Störung einer laufenden Produktion entwickelt und getestet werden
kann. Die erste Pilotfabrik soll ihre Arbeit schon 2015 in Wien
aufnehmen. ****

"Technologiegeber Österreich. Österreichs Wettbewerbsfähigkeit in
Schlüsseltechnologien und Entwicklungspotentiale als
Technologiegeber" heißt eine aktuelle Wifo-Studie zur Evaluierung der
Innovations-Investitionen des bmvit. Das Fazit der im Auftrag des
bmvit durchgeführten Studie: Bei Maschinenbau, Fahrzeugbau,
Metallwaren, innovativen Werkstoffen und bei Umwelttechnologien ist
Österreich für die Welt zum "Technologiegeber" geworden.
Technologieministerin Bures zur Motivation für die Studie: "Mit der
WIFO-Studie wollten wir überprüfen, ob unsere Technologiepolitik auch
wirklich dort ansetzt, wo unsere größten Potenziale am Weltmarkt
liegen. Die Studie zeigt, dass wir uns die richtigen Nischen gesucht
haben und deshalb immer mehr Marktanteile gewinnen. Und sie zeigt,
dass unser Förderschwerpunkt auf Produktions-, Energie- und
Umwelttechnologien erfolgreich ist."

Neue Entwicklungen, wie das Verschmelzen der Produktionswelt mit
Kommunikationstechnologien (das "Internet der Dinge"), verändern die
Industrie derzeit aber grundlegend. Nach dem historischen Weg von der
Dampfmaschine zum Fließband und zur Automatisierung spricht man bei
der aktuellen Vernetzung der physischen und digitalen Systeme von der
"vierten industriellen Revolution". Prägend für Industrie 4.0 ist die
Vernetzung: Zum einen nach innen zwischen Produktionsanlagen und
Werkstücken, zum anderen nach außen zwischen Fabriken, Kunden,
Lieferanten und ForscherInnen. Der Erfolg am Markt wird zunehmend von
der Fähigkeit bestimmt, neben der reinen Serienproduktion individuell
maßgeschneiderte Anforderungen von Kunden ("Einzelstücke")
kostengünstig produzieren zu können.

Industrie 4.0 ist aktueller Förderschwerpunkt des bmvit

Industrie 4.0 ist der aktuelle Schwerpunkt für die
Technologiepolitik des bmvit. 2014 und 2015 wird das bmvit die
Vorbereitung auf die neue industrielle Wende mit insgesamt mehr als
250 Mio. Euro fördern. "Der Trend zu Industrie 4.0 verlangt
Vernetzungs- und Kooperationsbereitschaft zwischen Großindustrie, den
Klein- und Mittelbetrieben und der Forschung. Dass wir diese
Entwicklungen frühzeitig aufgreifen, ist gerade für eine kleine
offene Volkswirtschaft mit hoher Exportquote und spezialisierten
Zulieferbetrieben existenziell. Hochwertige Produktion schafft auch
hochwertige Arbeitsplätze. Nur, wenn wir bei der Fertigungsqualität
an der Weltspitze bleiben, haben wir eine Chance, gegen die
Konkurrenz aus Niedriglohnländern", beschreibt Bures die Situation.

Die geplanten Pilotfabriken sollen die heimischen Unternehmen dabei
unterstützen. Zehn heimische Unternehmen haben bereits Interesse
bekundet sich an der Pilotfabrik zu beteiligen, darunter KBA Mödling,
BECOM Electronics, SAG-Salzburg Aluminium Gruppe, SAP Österreich,
Schäffler und Siemens Austria.

Für die Errichtung der Pilotfabrik in Wien werden seitens des bmvit
zwei Millionen Euro bereitgestellt, die TU-Wien wird einen ebenso
hohen Betrag aufbringen. Mit diesen Mitteln werden in den ersten drei
Jahren die Anfangsinvestitionen und die Forschungsvorhaben
finanziert. Für die Zeit danach wird ein Business-Plan entwickelt:
Dieser sieht vor, dass ein Teil der Kosten von den Unternehmen
getragen wird. Nach erfolgreicher Etablierung der ersten Pilotfabrik
wird das bmvit ab 2016 über Ausschreibungen bis zu fünf weitere
gemeinsame Infrastrukturen für Industrie 4.0 einrichten.

Für Technologieministerin Bures ist die Gründung der Pilotfabriken
ein wesentlicher Baustein der österreichischen Technologiepolitik:
"Es sind tausende heimische Unternehmen, nicht nur wenige
Großbetriebe, denen die Trends von Industrie 4.0 neue Möglichkeiten
eröffnen. Ich habe bei der Regierungsbildung und im
Regierungsprogramm zugesichert, dass es eine gemeinsame Infrastruktur
für Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Studierende geben wird.
Die Pilotfabriken sind eine konsequente Weiterführung unserer
Anstrengungen die Produktionswirtschaft im internationalen Wettbewerb
zu unterstützen. Vor wenigen Wochen haben wir die Breitbandmilliarde
auf Schiene gebracht, damit die Produktionswirtschaft auch in
ländlichen Regionen leistungsfähige Netze bekommt. Die Pilotfabrik
ist ein weiterer wichtiger Baustein in einer langen Serie von
Maßnahmen zur Stärkung unserer Technologie-Wirtschaft."

"Die TU Wien forciert im Rahmen ihrer Schwerpunkte mit inter- und
transdisziplinären Angeboten die strategische Zusammenarbeit mit
innovationsstarken Unternehmen. Deshalb hat mich die Idee einer
Pilotfabrik sofort begeistert, als mir vom bmvit davon erzählt wurde.
Sie passt perfekt in unsere Strategie und wird unsere Zusammenarbeit
mit forschungsintensiven Produktionsunternehmen weiter intensivieren.
Mit unserem Know-how und den Erfahrungen aus der Lernfabrik werden
wir in der Umsetzung viel einbringen können", erklärte die Rektorin
der TU-Wien.

Schwerpunkte der ersten Pilotfabrik

Die Pilotfabrik dient der praxisnahen Erprobung und Umsetzung von
Prototypen, von neuen Produkten und Produktionsprozessen. Weiters
wird die Vernetzung einzelner Werkstücke und Anlagen sowie die
automatisierte Kommunikation zwischen Lieferanten, Kunden und
Fabriken erprobt. Spezielle Arbeitsgebiete der ersten Pilotfabrik
Wien sind:

- Das Zusammenwirken Mensch-Maschine erforschen (z.B.
Unterstützungsroboter, Steuerung von Anlagen durch Gesten,
altersgerechter Arbeitsplatz, Regelung und strategische Lenkung des
Produktionssystems),
- Testanlagen zur Beherrschung von komplexen modernen
Fertigungssystemen nutzen (z. B. Zusammenwirken vieler Komponenten in
Produktionssystemen oder riesige Datenmengen, die während der
Produktion entstehen und ausgetauscht werden),
- interdisziplinäre Forschung auf den Gebieten Maschinenbau,
Mechatronik, Elektrotechnik, Informatik und Arbeitswissenschaften,
- die Nutzung als Aus- und Weiterbildungszentrum für industrienahes
Lernen für Studierende und Fachkräfte von Unternehmen. (Schluss)

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