- 17.08.2014, 08:02:31
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ORF III am Dokumontag: Schwerpunkt Musik und Gesellschaft: Traditionspflege, Erfolgsdruck und Sexuelle Revolution
Außerdem: Adrian Eröd bei den "Salzburger Festspielgesprächen" und "Wiener Vorlesungen: Generation Porno? Mainstream? Befreiung? Gefahr?"
Utl.: Außerdem: Adrian Eröd bei den "Salzburger Festspielgesprächen"
und "Wiener Vorlesungen: Generation Porno? Mainstream?
Befreiung? Gefahr?" =
Wien (OTS) - ORF III steht nach dem "Day of Rock" am Freitag auch am
Dokumontag, dem 18. August 2014, ganz im Zeichen der Musik - wenn
auch zunächst mit krassem Genrewechsel. Zünftig, bodenständig und
herrlich witzig wird es, wenn die Jodler von Wiesenberg um 20.15 Uhr
in "20 Bauern auf dem Weg zu Ruhm: There is no business like show
business" versuchen, Tradition und Erfolg zu vereinen, und um 21.10
Uhr der norwegische Philosophiestudent Björn Thomren sich in "Jubeln,
Jauchzen, Jodeln" auf die Suche nach dem perfekten Jodler macht.
Wieder zurück in die Welt des Rocks geht es im Anschluss mit dem vom
ORF kofinanzierten Doku-Zweiteiler "Sex & Musik". Wie die Revolution
in der Musik mit der Sexuellen Revolution ab 1968 einherging,
beleuchtet um 22.10 Uhr "Von der Pille zu Aids" (22.10 Uhr). "Herren
und Diener" zeigt um 23.05 Uhr die feministische Antriebskraft und
das emanzipatorische Potenzial, das im Rock (auch) steckt anhand der
Geschichte der Girl Rock Camps. Prickelnd bleibt es danach auch bei
den "Wiener Vorlesungen", wenn um 0.00 Uhr der Sozialhistoriker Franz
Eder und die Kulturwissenschafterin Suleika Mundschitz mit Hubert
Christian Ehalt über "Generation Porno? Mainstream? Befreiung?
Gefahr?" diskutieren. Für die letzte Folge der "Salzburger
Festspielgespräche" spricht Barbara Rett außerdem im Vorabend um
19.45 Uhr mit Bariton Adrian Eröd über dessen Rolle im
"Rosenkavalier" als unsympathischer Herr von Faninal.
Die Sendungen im Detail:
"Salzburger Festspielgespräche": Adrian Eröd bei Barbara Rett (19.45
Uhr)
Bariton Adrian Eröd ist seit 2003 an der Wiener Staatsoper engagiert
und zählt dort zu den absoluten Publikumslieblingen. Bei den
Salzburger Festspielen ist er heuer im "Rosenkavalier" als Herr von
Faninal unter der musikalischen Leitung von Franz Welser-Möst zu
erleben. In dieser letzten Folge der "Salzburger Festspielgespräche"
spricht Barbara Retr mit Adrian Eröd über das Privileg, mit den
Wiener Philharmonikern musizieren zu dürfen, seine musikalische
Familie als Rückhalt und den gar nicht so sympathischen Herrn von
Faninal, den sich Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss
ausgedacht haben.
Doku-Hauptabend im Zeichen des Musikbusiness: "20 Bauern auf dem Weg
zu Ruhm: There is no business like show business" (20.15 Uhr),
"Jubeln, Jauchzen, Jodeln" (21.10 Uhr) und Zweiteiler "Sex & Musik":
"Von der Pille zu Aids" (22.10 Uhr) und "Herren und Diener" (23.05
Uhr)
Musik zwischen Traditionspflege und Erfolgsgedanken erkundet die
Dokumentation "20 Bauern auf dem Weg zu Ruhm: There is no business
like show business". Die rechtschaffenen Jodler vom Wiesenberg und
ihre bienenfleißige Dirigentin werden mit dem größtmöglichen Erfolg
belohnt. Dies stellt die verschworene Gemeinschaft allerdings vor
eine existenzielle Herausforderung: Verkaufen sie ihre Musik, ihre
Seele oder gelingt es ihnen, im gleißenden Scheinwerferlicht des
Showbusiness ihren Werten und Traditionen treu zu bleiben? Erfolg und
verführerische Angebote werden zur Zerreißprobe.
Danach folgt die Doku "Jubeln, Jauchzen, Jodeln" dem norwegischen
Philosophiestudenten und begeisterten Jodler Björn Thomren, kurz
"Polkabjörn", auf seiner abenteuerlichen Entdeckungsreise in der
Kunst des Jodelns. Björn ist Teil der Musikgruppe "Polkabjörn &
Kleine Heine", die sowohl in kleinen Sälen norwegischer Fjorde als
auch in großen Konzerthallen spielen. Auf seiner Suche nach dem
"perfekten Jodler" begegnet der junge Musiker Jodel-Experten und
Kollegen von den Färöer-Inseln, aus den USA und Deutschland - eine
unterhaltsame und ungewöhnliche Reise durch die Kunst des Jodelns.
Im Anschluss erkundet der Doku-Zweiteiler "Sex & Musik" die
gemeinsame Entwicklung dieser zwei ganz grundlegenden menschlichen
Bedürfnisse in den vergangenen 30 Jahren. Als die Pille erfunden
wurde und Rockmusik die Charts eroberte, brechen auch fest gefügte
gesellschaftliche Muster auf. Man feiert die Sexuelle Revolution.
Inwiefern diese auch einen Ausdruck in der Musik fand, zeichnet die
Dokumentation "Von der Pille zu Aids" nach. Zeitzeugen erzählen,
welches Musikstück für ihre sexuelle Selbstfindung eine
Schlüsselrolle gespielt hat. Ihre Songauswahl vermittelt nicht nur
Einblick in persönliche Geschichten, sondern auch in große politische
und gesellschaftliche Themen. Der amerikanische DJ und Produzent
Arthur Baker, der Wissenschafter Jeffrey Escoffier, der sich mit der
Entwicklungsgeschichte homo- und heterosexueller Paarbeziehungen
befasst, und der Evolutionspsychologe Gordon Gallup, Professor an der
Universität Albany im Bundesstaat New York, tragen ihre Ansichten
bei.
Teil zwei der Dokumentation, "Herren und Diener", beleuchtet das
Phänomen der Rock-Sommerlager für Mädchen und junge Frauen, der
sogenannten Girls Rock Camps, die aus der feministischen
Riot-Grrrl-Bewegung heraus entstanden. Das weibliche
Selbstbewusstsein soll durch feministische Seminare, Musik- und
Theaterunterricht gestärkt werden. Das erste Girls Rock Camp fand
2001 in Portland statt und hat sich seitdem auf weltweit mehr als 30
Orte ausgeweitet. Julie Benasra wirft in der Dokumentation einen
Blick in die Vergangenheit und untersucht am Beispiel von
verschiedenen Rocksängerinnen, wie sie das Bild der Frau neu
definiert und Themen wie Emanzipation zum Gegenstand ihrer Musik
gemacht haben. L7-Frontfrau Donita Sparks kommentiert diese
musikalische und gesellschaftliche Revolution. Außerdem kommen Frauen
vom Fach wie Vivien Goldman, Lehrbeauftragte für Punk-Kultur an der
Universität New York, Sarah Dougher, Professorin für Genderstudies an
der Universität Portland, und Andi Zeisler, Chefredakteurin der
Zeitschrift "Bitch" aus Portland, zu Wort.
"Wiener Vorlesungen: Generation Porno? Mainstream? Befreiung?
Gefahr?" (0.00 Uhr)
Porno boomt. Faktum ist, dass die Generation derer, die jetzt 20
Jahre alt sind, zu 99 Prozent mit pornografischen Inhalten
sozialisiert wurde. Ihre Vorstellungen von Geschlechterrollen, Liebe,
Erotik und Sex wurden durch Pornografie jedenfalls mitgeprägt. Im
Internet werden pornografische Inhalte vermittelt und gehandelt,
Pornografie wird professionell, zunehmend aber auch autonom und
individuell produziert. Löst die Pornografie damit die Unterscheidung
zwischen alltäglich und erotisch auf? Oder sind Tabus anthropologisch
festgelegt und bleibt deren Verletzung durch die Pornografie damit
eine unendliche Geschichte? Im Gespräch mit Hubert Christian Ehalt
geben Sozialhistoriker Franz Eder und Kulturwissenschaftlerin Suleika
Mundschitz Antworten.
Die ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) stellt alle ORF-III-Sendungen,
für die entsprechende Lizenzrechte vorhanden sind, als Live-Stream
und als Video-on-Demand bereit.
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