• 14.08.2014, 10:08:49
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Grüne/Johann: "Windkraft ja, aber Naturschutz muss beachtet werden!"

Windkraft: Evaluierung der Verordnung bereits in die Wege geleitet

Utl.: Windkraft: Evaluierung der Verordnung bereits in die Wege
geleitet =

Klagenfurt (OTS) - "Wir sind zuversichtlich, dass bald auch in
Kärnten Windräder errichtet werden", erklärt der
Grünen-Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Umweltausschusses im
Kärntner Landtag, Michael Johann und fügt dem hinzu: "Vorher müssen
aber anstehende Probleme in einem konstruktiven Dialog gelöst
werden." Eine Evaluierung der Windkraftstandorträumeverordnung wurde
von den Grünen im Landtag bereits in die Wege geleitet.

Mit Niederösterreich sei die Situation in Kärnten nicht vergleichbar,
so Johann: "In Kärnten gibt es nur auf den Höhenzügen ausreichend
Wind. Windräder auf Berggipfeln beeinflussen das Landschaftsbild aber
stärker als in der Ebene. Wir glauben, dass es in Kärnten trotzdem
geeignete Standorte gibt, beispielsweise auf der Koralm, wo sich
bereits Radarstation und Schigebiet befinden. Im Energiemasterplan
haben wir einen Ausbau der Windenergiekapazität um 250 MW vorgesehen,
das bedeutet etwa 80 neue Windräder."

"Die Sichtbarkeitsregelung in der geltenden Kärntner
Windparkstandorträumeverordnung bewirkt, dass potentielle Standorte
weit ab vom Siedlungsgebiet zu liegen kommen, wo sie in Konflikt mit
dem Naturschutz kommen, weil sie Auer- und Birkwildvorkommen und
Vogelzuglinien bedrohen. Daraus begründet sich die kritische Haltung
des Naturschutzbeirats. Derzeit wird für die Koralm ein
Vogelzuggutachten erstellt. Dort erfolgt der Vogelzug vor allem in
der Nacht, was die Zugvögel besonders gegenüber den bis zu 140 Meter
hohen Windrädern gefährdet", erklärt Johann.

Der Landtagsabgeordnete sagt weiter: "Die
Windkraftstandorträumeverordnung, die die Sichtbarkeit von Windrädern
überbewertet, wurde Ende 2012 vom damaligen Raumplanungsreferenten
Kurt Scheuch (FPK) verordnet. Der Grüne Landtagsklub hat bereits die
Problematik erkannt und im Landtag den Antrag gestellt, diese
Verordnung sofort zu evaluieren und nicht die vorgesehene
drei-Jahresfrist abzuwarten. Es wurden bereits Auskunftspersonen
beschlossen, die zur nächsten Sitzung des Umweltausschusses des
Landtags schon im September geladen werden."

Es gibt aber auch andere Aspekte, die einer Lösung bedürfen,
beispielsweise die fehlende Strom-Infrastruktur. "Derzeit hat das
Hochspannungsnetz im Lavanttal und Metnitztal nicht ausreichend
Kapazität, um den Strom aus allen projektierten Windanlagen
abzutransportieren. Hier streben die Grünen eine Gesamtlösung für
alle Betreiber an, um Teillösungen zu vermeiden, die die Betreiber
teuer kommen würde. Hier ist die gegenseitige Konkurrenz potentieller
Windparkbetreiber untereinander ein Hemmnis für eine rasche Lösung",
berichtet Johann.

"Die zuständigen Stellen sind sich des Auslaufens der für
Windenergiebetreiber äußerst attraktiven ÖMAG-Tarife durchaus
bewusst. Die Betreiber können durch rechtzeitige Beibringung aller
benötigten Unterlagen zur Beschleunigung des Verfahrens beitragen. Da
fast alle Betreiber durch knappes Unterschreiten der Schwellwerte von
20 MW Leistung bzw. 20 Hektar Rodungsfläche eine
Umweltverträglichkeitsprüfung vermeiden wollen, gibt es hier ein
Erfordernis zu einer besonders genauen Prüfung und eine zusätzliche
Einspruchsmöglichkeit für den Naturschutzbeirat. Hier erweist sich,
dass nicht jede Abkürzung automatisch ein schnellerer Weg ist", so
Johann.

"Die Materie ist heikel, weil Interessen der AnrainerInnen, der
Raumplanung, des Naturschutzes, der Energieinfrastruktur und des
Ausbaus der Erneuerbaren Energien unter einen Hut gebracht werden
müssen. "Wir hoffen deshalb auf eine konstruktive Zusammenarbeit
aller Parteien, der Betreiber, der Netzbetreiber und der Behörden um
möglichst rasch zu einer guten Lösung zu kommen", so Johann.

(Schluss)

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