- 13.08.2014, 10:47:50
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Bis zu 22 Masthühner pro Quadratmeter: Protest gegen Pläne des Gesundheitsministeriums
VIER PFOTEN startet Online-Petition "Lasst den Hühnern ihren Platz!"

Utl.: VIER PFOTEN startet Online-Petition "Lasst den Hühnern ihren
Platz!" =
Wien (OTS) - Mit der Online-Petition "Lasst den Hühnern ihren
Platz!" startet VIER PFOTEN heute einen offiziellen Protest gegen die
Pläne von Gesundheitsminister Alois Stöger, den Platz für
Mastgeflügel zu verringern. Demnach soll künftig mehr Geflügel pro
Quadratmeter gehalten werden können; bei Masthühnern soll es eine
Erhöhung von derzeit 30 kg/m2 auf 36 kg/m2, bei Puten von derzeit 40
kg/m2 auf 60 kg/m2 sein. Diese Erhöhung der so genannten Besatzdichte
steht im Zusammenhang mit dem Geflügelgesundheitsprogramm: Jene
Landwirte, die bei diesem Programm mitmachen, dürfen im Gegenzug
Platz und damit Kosten sparen.
"Das ist ein Schritt in die vollkommen falsche Richtung", sagt Heli
Dungler, Gründer und Geschäftsführer von VIER PFOTEN. "Es bedeutet in
der Praxis, dass bis zu 22 Hühner statt bisher 17 auf einem
Quadratmeter eingepfercht werden können." Ein solches Gesetz würde
nach Ansicht von VIER PFOTEN die Position Österreichs als
Tierschutz-Vorreiter innerhalb der Europäischen Union unterwandern.
Abseits von Tierschutz-Aspekten sieht Heli Dungler die
österreichische Landwirtschaftspolitik damit auf einem völlig
falschen Weg: Österreich würde sich mit einer Erhöhung der
Besatzdichte an die Produktionsbedingungen von Ländern mit
Massenproduktionen anpassen. "Anstatt auf österreichische Qualität
stolz zu sein und uns entsprechende hochwertige Nischen zu schaffen,
versuchen wir mit Niedrigstandard-Ländern zu konkurrieren", sagt
Dungler. "Das kann nicht gutgehen, denn wir können mit den Mengen und
daher mit den Preisen nicht wirklich mithalten." Die Leidtragenden
wären nicht nur die Tiere, sondern in weiterer Folge auch die
Konsumenten: Denn die Preisschere zu Qualitäts- und Bio-Produkten
würde sich weiter öffnen, hochwertige Produkte längerfristig also
noch teurer.
Dungler verweist auch auf wissenschaftliche Untersuchungen, denen
zufolge eine zu hohe Besatzdichte mehr Infektionskrankheiten, eine
höhere Sterberate und u.a. auch krankhafte, schmerzhafte
Veränderungen an der Brust und an den Fußballen der Tiere zur Folge
hat.
Schon heute werden in der österreichischen Geflügelhaltung Tiere auf
engstem Raum gehalten. Probleme, die aus dieser hohen Besatzdichte
resultieren, will Gesundheitsminister Stöger im Rahmen des
Geflügelgesundheitsprogramms in den Griff bekommen. VIER PFOTEN
kritisiert die mangelnde Transparenz dabei. Heli Dungler: "Wichtige
Informationen zu diesem Programm fehlen nach wie vor. Der gesamte
Prozess ist unklar und findet hinter verschlossenen Türen statt."
Auch die Auswahl der vom Ministerium dabei herangezogenen Parameter
sei nicht nachvollziehbar, da sie die Wirklichkeit nicht
wahrheitsgetreu abbilden.
"Es drängt sich uns der Verdacht auf, dass dieses
Geflügelgesundheitsprogramm lediglich Mängel im bestehenden
Produktionssystem retuschieren soll", so das Fazit von Dungler. Daher
möchte er die Bevölkerung explizit auffordern, VIER PFOTEN mit der
Petition gegen die Pläne von Minister Stöger zu unterstützen: "Damit
kann jeder einen aktiven Beitrag zum Tierschutz leisten."
Die Online-Petition gegen die Pläne zur Besatzdichte-Erhöhung von
VIER PFOTEN finden Interessierte unter
www.vier-pfoten.at/besatzdichte
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at
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