- 11.08.2014, 18:30:31
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: "Nur nicht der WTO vertrauen" - von Wolfgang Tucek
Die EU muss sich mit bilateralen Freihandelsverträgen zukunftsfit machen
Utl.: Die EU muss sich mit bilateralen Freihandelsverträgen
zukunftsfit machen =
Wien (OTS) - Mit der zahnlosen Welthandelsorganisation WTO gegen
China vorzugehen hat keinen Sinn. Nur eine wissensbasierte,
wettbewerbsfähige Industrie und ein Freihandel mit ausgewählten
Partnern sind geeignete Mittel, um als EU eine Chance für einen
zukunftsträchtigen Wirtschaftsraum zu haben. Denn die Strategie der
Chinesen folgt dem bewährten Muster: Ein Geschäftszweig wird so lange
schamlos subventioniert, bis alle Konkurrenten in die Knie gehen und
ihre Tätigkeit mangels Profits einstellen müssen. Dann rationiert
Peking den Output und treibt so die Preise in die Höhe.
Beim künstlichen De-facto-Monopol für den Abbau Seltener Erden tritt
diese Taktik nun besonders klar zutage. Vorkommen in Kanada und
anderswo in der Welt liegen brach, weil sich die Förderung gegen die
chinesische Konkurrenz kostentechnisch nicht durchsetzen konnte. Und
dass die WTO China jetzt wegen der Exportquoten für diese wichtigen
Industrierohstoffe verurteilt hat, kratzt das
kommunistisch-brachialkapitalistische Regime in Fernost nicht.
Denn was heißt diese unverbindliche Empfehlung schon: Wir dürften
jetzt einen Handelskrieg gegen China führen. Dabei kann man EU und
USA nur viel Spaß wünschen.
Zwar haben beide immer noch das Potenzial, auf Dauer
Globalisierungsgewinner zu sein. Dafür müssen sie sich aber
zusammentun und ein weitreichendes Freihandels- und
Investitionsabkommen abschließen, das ihnen erlaubt, die globalen
Standards vorzugeben. Denn nur solche bilateralen Abkommen
ermöglichen es, das Wirtschaftswachstum tatsächlich ordentlich
anzuschieben. Die WTO dagegen hat seit ihrer Gründung 1995 nicht
wirklich etwas Sinnvolles zustande gebracht.
Der sogenannte Erfolg der Doha-Runde in Bali hat nach mehr als einer
Dekade Verhandlungen eher ein heiteres Päckchen statt des
angestrebten Pakets zur globalen Handelsliberalsierung gebracht.
Länder wie Indien, Argentinien und Kuba mit der westlichen
Industriewelt unter einen gemeinsamen Hut zu bringen hat sich als
praktisch unmöglich herausgestellt.
Daher gilt: Konzentration auf wichtige Partner wie die USA, Kanada
und Japan für einen Wirtschaftsraum der Zukunft. Mit allen verhandelt
die EU über weitreichende Freihandelsabkommen, die irrationale
Angstmacher aber leider sabotieren wollen. Der Freihandelsvertrag mit
Südkorea gilt dagegen längst und hat sich als gutes Instrument für
die Wirtschaftsförderung herausgestellt.
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