• 11.08.2014, 11:53:23
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Grüne Wien/Akkilic zu Flüchtlingsdrama und Genozid im Irak: "Menschliches Drama verhindern - Soforthilfe dringend notwendig"

Wien (OTS) - "50.000 Ezidis als Geisel der Terrororganisation IS
(Islamischer Staat, früher ISIS) auf dem Berg Sinjar in
Irak/Kurdistan sind nach wie vor akut von einem Massaker bedroht und
bangen um Ihr Leben. Mehrere tausend Ezidis, ChristInnen,
TurkmenInnen, AraberInnen und KurdInnen sind vor ISTerror an die
irakisch - syrisch - türkische - Grenze geflüchtet und warten auf
rasche Hilfe", berichtet Akkilic Landtagsabgeordneter der Grünen
Wien, der den Grünen EU-Abgeordneten Michel Reimon in seiner Reise in
den Irak begleitet hat

Über 3.000 Christinnen und Christen, die sich gerade noch in eine
Kirche in Erbil retten konnten, wurden über Nacht aus der größten
christlichen Ortschaft Qaraqosch in Nordirak mit brutalster
Waffengewalt getötet bzw. zur Flucht gezwungen. Der Bevölkerung jener
Dörfer, die von IS eingenommen wurden, droht der Tod, wenn sie nicht
zum "Islam" konvertieren. "Eine verheerende Tragödie, die sich vor
unseren Augen abspielt. Wie viele Menschenleben bedarf es noch, damit
Österreich und die EU handeln. Ich fordere den Außenminister und die
Bundesregierung auf, rasch humanitäre Hilfe auf die Beine zu stellen
und sich dafür einzusetzen, dass die internationale
Staatengemeinschaft mehr für den Schutz der Menschen in der Region
tut. Wenn wir nicht jetzt handeln, machen wir uns mitverantwortlich",
sagt Akkilic nach 3 Tagen Aufenthalt in Erbil.

Die Hilfsorganisationen vor Ort, die irakische und die kurdische
Regionalregierung sind trotz der Unterstützung aus der Bevölkerung
mit der Situation überfordert. Die Betreuung der Flüchtlinge läuft
schleppend bzw. gar nicht, und die sicheren Regionen, in die die
Flüchtlinge gebracht werden, werden auf Grund der Angriffe durch IS
immer weniger. Dringend werden Hilfsgüter wie Babynahrung,
Medikamente, Lebensmittel, Wasser etc. gebraucht. Zweiundvierzig Grad
Hitze und andauernde heftige Kämpfe machen die Situation noch
schlimmer. "Österreich und Europa müssen ihre Herzen und Augen
öffnen, damit diesen Menschen geholfen werden kann. Wir dürfen nicht
einfach zusehen, wie diese Region immer mehr in ein Blutbad
verwandelt wird. Ich fordere die österreichische Bundesregierung auf,
rasch alles zu unternehmen um Menschenleben zu retten, nur mit Worten
ist Menschen nicht geholfen, es sind dringende Taten erforderlich"
sagt Akkilic.

"Der Appell der US-Regierung und anderer Staaten wie Frankreich eine
Einheitsregierung in Irak zu installieren, kann den momentanen
Genozids an den Eziden in Sinjar nicht verhindern. Es muss zunächst
alles daran gesetzt werden, die IS zu schwächen und zu entwaffnen, um
den Genozid an Ezidis, einem der ältesten Völker in der Region, zu
verhindern. Weder die irakische Regierung noch die christlichen und
kurdischen Kräfte sind in der Lage, diese allein zu bewerkstelligen",
so Akkilic nach seinen Gesprächen in Irak abschließend.

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