Medizinstudium braucht niederschwelligen Zugang

Wien (OTS) - Die ÖH Med Wien gratuliert allen TeilnehmerInnen am MedAT, die einen Studienplatz erhalten haben, recht herzlich und wünscht all jenen, die es nächstes Jahr erneut versuchen, bereits jetzt alles Gute und viel Erfolg! Gleichzeitig gibt die heutige Veröffentlichung der Testergebnisse jedoch auch Anlass zur Kritik:

"Schon vor Beginn des Studiums werden BewerberInnen für das Medizinstudium mit hohen Kosten konfrontiert, maßgeblich aufgrund der Teilnahmegebühr von 110 Euro. Das schreckt sozial Schwache zwangsläufig ab", so Sarah Schober, Vorsitzende der ÖH Med Wien. Auch im weiteren Verlauf des Studiums stehen Studierende zunehmend finanziellen Schwierigkeiten gegenüber. "Die Einführung des unbezahlten Klinisch-praktischen Jahres als letztes Jahr des Humanmedizinstudiums stellt schon jetzt zahlreiche Studierende vor das finanzielle Aus", betont auch Falk Preißing, stellvertretender Vorsitzender der ÖH Med Wien.

Aber auch die geschlechtsspezifische Diskrepanz in den Testergebnissen bedarf trotz eines positiven Trends im Vergleich zum Vorjahr weiterer Diskussionen, wie die veröffentlichten Daten zeigen. So erhält nachwievor jeder fünfte männliche Studienwerber einen Studienplatz während nicht einmal jede siebte Frau, die sich dem Aufnahmeverfahren gestellt hat, zum Medizinstudium zugelassen wird. "Die prozentuelle Geschlechterverteilung täuscht hier ein wenig über die Problematik hinweg. Aus unserer Sicht gibt es immer noch Verbesserungsbedarf am Testaufbau." fügt Berivan Osso, Referentin für Gesellschafts- und Gesundheitspolitik an der ÖH Med Wien hinzu.

Im Einklang mit allen österreichischen HochschülerInnenschaften hat auch für die ÖH Med Wien die finanzielle Absicherung der Studierenden höchste Priorität. "Die Abschaffung der Testgebühr wäre ein erster wichtiger Schritt um den Zugang zum Studium zu erleichtern. Aber auch eine angemessene Aufwandsentschädigung für klinische Tätigkeit im Rahmen des Studiums ist notwendig", erläutert Lukas Wedrich, 2. stellvertretender Vorsitzender der ÖH Med Wien. Die Forderung nach adäquater Finanzierung der Universitäten, sodass qualifizierte Lehre auch ohne der Hürde Aufnahmetest möglich wird, bleibt zudem weiterhin bestehen.

Sarah Schober ist überzeugt: "Geschlecht oder sozialer Status dürfen schlichtweg keine Rolle mehr spielen. Studieren muss für alle gleichermaßen zugänglich sein!"

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