• 07.08.2014, 08:24:46
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Medizinstudium braucht niederschwelligen Zugang

Wien (OTS) - Die ÖH Med Wien gratuliert allen TeilnehmerInnen am
MedAT, die einen Studienplatz erhalten haben, recht herzlich und
wünscht all jenen, die es nächstes Jahr erneut versuchen, bereits
jetzt alles Gute und viel Erfolg! Gleichzeitig gibt die heutige
Veröffentlichung der Testergebnisse jedoch auch Anlass zur Kritik:

"Schon vor Beginn des Studiums werden BewerberInnen für das
Medizinstudium mit hohen Kosten konfrontiert, maßgeblich aufgrund der
Teilnahmegebühr von 110 Euro. Das schreckt sozial Schwache
zwangsläufig ab", so Sarah Schober, Vorsitzende der ÖH Med Wien. Auch
im weiteren Verlauf des Studiums stehen Studierende zunehmend
finanziellen Schwierigkeiten gegenüber. "Die Einführung des
unbezahlten Klinisch-praktischen Jahres als letztes Jahr des
Humanmedizinstudiums stellt schon jetzt zahlreiche Studierende vor
das finanzielle Aus", betont auch Falk Preißing, stellvertretender
Vorsitzender der ÖH Med Wien.

Aber auch die geschlechtsspezifische Diskrepanz in den
Testergebnissen bedarf trotz eines positiven Trends im Vergleich zum
Vorjahr weiterer Diskussionen, wie die veröffentlichten Daten zeigen.
So erhält nachwievor jeder fünfte männliche Studienwerber einen
Studienplatz während nicht einmal jede siebte Frau, die sich dem
Aufnahmeverfahren gestellt hat, zum Medizinstudium zugelassen wird.
"Die prozentuelle Geschlechterverteilung täuscht hier ein wenig über
die Problematik hinweg. Aus unserer Sicht gibt es immer noch
Verbesserungsbedarf am Testaufbau." fügt Berivan Osso, Referentin für
Gesellschafts- und Gesundheitspolitik an der ÖH Med Wien hinzu.

Im Einklang mit allen österreichischen HochschülerInnenschaften
hat auch für die ÖH Med Wien die finanzielle Absicherung der
Studierenden höchste Priorität. "Die Abschaffung der Testgebühr wäre
ein erster wichtiger Schritt um den Zugang zum Studium zu
erleichtern. Aber auch eine angemessene Aufwandsentschädigung für
klinische Tätigkeit im Rahmen des Studiums ist notwendig", erläutert
Lukas Wedrich, 2. stellvertretender Vorsitzender der ÖH Med Wien. Die
Forderung nach adäquater Finanzierung der Universitäten, sodass
qualifizierte Lehre auch ohne der Hürde Aufnahmetest möglich wird,
bleibt zudem weiterhin bestehen.

Sarah Schober ist überzeugt: "Geschlecht oder sozialer Status
dürfen schlichtweg keine Rolle mehr spielen. Studieren muss für alle
gleichermaßen zugänglich sein!"

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