- 31.07.2014, 10:22:44
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100 Jahre an der Ampel
Wien (OTS) - Die Ampel feiert Geburtstag: Vor hundert Jahren wurde
das erste elektrische Exemplar in den USA aufgestellt. Obwohl die
Ampel ein fixer Bestandteil des Straßenverkehrs ist, empfinden viele
Autofahrer sie als nervig - und in der Rolle des Fußgängers oder des
Radfahrers wird ihr rotes Licht auch das eine oder andere Mal
ignoriert. Von den Autofahrern hingegen wird die Rotphase gerne zum
Beobachten anderer Verkehrsteilnehmer genutzt - oder für Tätigkeiten,
die ein bisschen Aufmerksamkeit erfordern, wie Musikwechsel oder
SMS-Schreiben. In Zukunft wünschen sich die österreichischen
Autofahrer intelligentere Ampeln, die ihre Rot-Grün-Phasen dem
aktuellen Verkehrsaufkommen anpassen.
Vor einem Jahrhundert, am 5. August 1914, wurde die erste
elektrische Verkehrsampel der Welt in den USA aufgestellt. Seither
stehen wir bei Rot und fahren bei Grün. Anlässlich dieses Jubiläums
hat AutoScout24 515 österreichische Autofahrer repräsentativ zur
Ampel befragt. Die Studie zeigt: 88 Prozent der Österreicher haben
etwas an ihr auszusetzen, ein Fünftel empfindet rote Ampelphasen
einfach nur als nervig - obwohl viele Autofahrer die Rotphasen
durchaus produktiv zu nutzen wissen.
47 Prozent geben offen zu, nicht immer stehen zu bleiben
Die Umfrage von AutoScout24 zeigt, beim rot-gelb-grünen Jubilar
scheiden sich die Geister. Knapp Dreiviertel der Autofahrer (72
Prozent) akzeptieren die Rotphasen als notwendigen Bestandteil des
geregelten Verkehrs und nicht ganz jeder Zehnte (8 Prozent) meint
sogar, dass ihm die kleinen Pausen gut tun. Ein Fünftel allerdings
findet die Wartezeit an der roten Ampel einfach nur nervig und
zeitraubend. Trotzdem leisten die Autofahrer dem Rotlicht in der
Regel folge und bleiben stehen - auch wenn jeder Zehnte angibt,
bereits einmal aus Versehen bei Rot gefahren zu sein. Wechseln die
Autofahrer jedoch in die Rolle des Fußgängers oder des Radfahrer
sieht die Sachlage schon anders aus: Knapp ein Drittel (30%) gibt an,
manchmal bei Rot über die Straße zu gehen, wenn die Kreuzung gut
überschaubar ist. Ein Viertel der Befragten ignoriert als Fußgänger
schon einmal das rote Signal, wenn keine Kinder in der Nähe sind.
Vorsichtiger sind die Befragten, wenn sie mit dem Fahrrad unterwegs
sind. Dann fährt nicht einmal jeder Zehnte bei Rot (9 Prozent) -
unter der Prämisse, dass freie Fahrt besteht. Immerhin mehr als die
Hälfte der Befragten (53%) gibt an, bei Rot immer stehen zu bleiben,
egal ob in der Rolle des Autofahrers, des Fußgängers oder des
Radfahrers.
Ablenkung Nummer Eins: "Reality TV"
Beim Warten auf Grün ist das Beobachten die Lieblingsbeschäftigung
der Österreicher. Sowohl andere Verkehrsteilnehmer als auch die
Umgebung werden von beinahe jedem Zweiten unter die Lupe genommen.
Etwa ein Drittel (30 Prozent) entspannt gerne beim Warten, jeder
Sechste (16 Prozent) sieht sich tolle, ebenfalls wartende Autos an.
Die aktiveren Autofahrer lassen keine Minute ungenutzt und verbringen
die Zeit mit dem Wechsel des Radioprogramms oder der CD (16 Prozent),
widmen die Zeit dem Beifahrer (15 Prozent), tippen schnell eine SMS
(15 Prozent) oder essen und trinken eine Kleinigkeit (15 Prozent).
Für 12 Prozent bieten die Rotphasen zudem eine gute Gelegenheit,
einen prüfenden Blick aufs Navi zu werfen.
Immerhin jeder zehnte Österreichische Autofahrer ist weniger geduldig
und verbringt die Zeit damit, über die rote Ampel zu fluchen.
Kritik: Zu kurze Grünphasen und Rot trotz freier Straße
Nur jeder achte österreichische Autofahrer (12 Prozent) gibt an,
mit den Ampeln weitgehend zufrieden zu sein. Die Kritiker bemängeln,
dass zu kurze Grünphasen regelmäßig Staus verursachen (52 Prozent)
oder Ampeln auf Rot schalten, obwohl der Weg frei wäre (42 Prozent).
Auch ist etwa ein Drittel (32 Prozent) der Meinung, dass viele Ampeln
überflüssig sind. Rote Wellen empfinden 34 Prozent als besonders
nervig. Mehr als ein Drittel der Ampelkritiker würde daher mehr
Kreisverkehre bevorzugen.
Die Ampel der Zukunft
Die große Mehrheit der Autofahrer findet, Ampeln sollten künftig
intelligenter werden und mehr können. 70 Prozent wünschen sich
Verkehrslichter, die das aktuelle Verkehrsaufkommen erfassen und ihre
Rot- oder Grünphasen danach ausrichten. Mehr als die Hälfte der
Befragten (54 Prozent) fände Ampeln gut, die die verbleibende Zeit
der Rot- oder Grünphase anzeigen, wie in anderen Ländern bereits
üblich. 44 Prozent würden es zudem begrüßen, wenn die Ampeln ihre
Energie selbst erzeugen, etwa mithilfe von Solarzellen. Die Ampel als
Informant steht ebenfalls auf der Wunschliste: Ein Fünftel der
Befragten (21 Prozent) wünscht sich Informationen über Unfälle oder
Baustellen in der Nähe, 16 Prozent sehen die Rolle der Ampel in
Zukunft auch darin, Verkehrsinformationen ans Autocockpit zu senden.
Die Innofact AG befragte vom 18. bis 21. Juli 2014 im Auftrag von
AutoScout24 bevölkerungs- repräsentativ anhand der Kriterien Alter
(18 bis 65 Jahre) und Geschlecht 515 österreichische Autofahrer.
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