3 Millionen Liter Trinkwasser für Hochwasseropfer in Bosnien-Herzegowina
Utl.: 3 Millionen Liter Trinkwasser für Hochwasseropfer in
Bosnien-Herzegowina =
Wien (OTS/BMLVS) - 78 Soldaten und zwei Soldatinnen halfen der
Bevölkerung nach dem Hochwasser im Mai 2014 in Nord-Bosnien. Sie
gehören der Katastrophenhilfseinheit des Bundesheeres "Austrian
Forces Disaster Relief Unit"(AFDRU) an. Ihre Aufgabe war es unter
anderem, Trinkwasser aufzubereiten, öffentliche Gebäude zu
dekontaminieren und Brücken zu bauen. Vor etwa einer Woche kehrten
sie aus dem Hochwassergebiet Orasje zurück nach Österreich. Heute,
Dienstag, überreichten Bundeskanzler Werner Faymann und
Verteidigungsminister Gerald Klug den Soldatinnen und Soldaten
Einsatzmedaillen in der Dabsch-Kaserne in Korneuburg.
Die österreichschen Hilfskräfte des ADFRU-Einsatzes wurden von
Bosnien-Herzegowina zur Katastrophenhilfe angefordert. Bundeskanzler
Faymann betonte: "Im Sinne seiner langjährigen Tradition auf dem
Gebiet der Katastrophenhilfe hat Österreich auf dieses Hilfsersuchen
rasch reagiert und sofortige Hilfsmaßnahmen eingeleitet." Das
Bundesheer stellt je nach Bedarf des Katastrophengebietes ein
Kontingent zusammen, das bei Naturkatastrophen innerhalb von 24
Stunden einsatzbereit sein kann. "Neben der Expertise unserer
Soldaten beeindruckt mich, dass sie sofort und ohne Zögern bereit
sind, in Notsituationen im In- und Ausland zu helfen", sagt
Verteidigungsminister Klug.
Bundesminister Klug bedankte sich für den Einsatz der Soldaten. Er
sei stolz auf die österreichischen Helfer. "Durch die
Spezialkenntnisse unseres ADFRU-Kontingents konnte rasch sauberes
Trinkwasser bereitgestellt werden. Damit konnten wir den Menschen in
lebensgefährdenden Situationen nach dem Hochwasser helfen."
Eine Hauptaufgabe des Bundesheeres war es, Wasser aufzubereiten.
Dabei wird zuerst Rohwasser in Behältern gesammelt. Anschließend
durchläuft es zwei Systeme, in denen Bakterien entfernt und
Mineralstoffe hinzugefügt werden. Biologen des Bundesheeres prüfen
das aufbereitete Wasser nach österreichischen Standards auf
Trinkwasserqualität und geben es frei. Das Bundesheer errichtete im
Katastrophengebiet Abgabestellen, an denen sich die bosnische
Bevölkerung das saubere Wasser selbst abholen konnte. Außerdem
füllten die Soldaten das Wasser in Container, verluden diese auf LKWs
und brachten das saubere Trinkwasser direkt zur Bevölkerung. Damit
konnten auch Personen in weiter entfernten Ortschaften versorgt
werden. Insgesamt stellte das Bundesheer während des zweimonatigen
Einsatzes rund 3 Millionen Liter sauberes Wasser für 50.000 Menschen
in 26 Ortschaften zur Verfügung.
Mehr als die Hälfte der 80 Soldatinnen und Soldaten kommen aus
Niederösterreich (26) oder aus der Steiermark (21). Darüber hinaus
halfen je neun Soldaten aus Wien, Oberösterreich und Tirol der
bosnischen Bevölkerung. Vier Soldaten und eine Soldatin aus Kärnten
sowie ein burgenländischer Soldat wurden in Korneuburg empfangen. Das
AFDRU-Kontingent besteht aus Berufs- und Milizsoldaten, die sich
freiwillig gemeldet haben, um in internationalen Katastrophengebieten
zu helfen. Zu dem Kontingent zählen unter anderem Pioniere,
Sanitäter, Chemiker, Biologen, Physiker und ABC-Abwehr-Offiziere.
Das Bundesheer war mit der internationalen Katastrophenhilfseinheit
AFDRU seit 1997 bereits elf Mal auf drei Kontinenten im Einsatz.
Erfolgreich beendete Einsätze fanden unter anderem nach der
Erdbebenkatastrophe in Pakistan (2005) oder nach dem Tsunami auf Sri
Lanka (ebenfalls 2005) statt. "In Umsetzung unseres
Regierungsprogramms und der Österreichischen Sicherheitsstrategie
möchte ich in Zukunft das Erfolgsmodell AFDRU auf internationaler
Ebene ausbauen", so Verteidigungsminister Klug. Von ausländischen
Hilfskräften wird die Expertise der AFDRU im Bereich der
Trinkwasseraufbereitung besonders geschätzt. Beim Einsatz in Pakistan
erklärte UNICEF die ABC-Abwehrkompanie des Österreichischen
Bundesheeres zur obersten Wasserbehörde des Katastrophengebiets, weil
durch ihren Einsatz eine beginnende Cholera-Epidemie gestoppt werden
konnte.
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