- 25.07.2014, 11:11:52
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Qualität statt Quantität im ärztlichen Turnus für Allgemeinmedizin gefordert
NÖ Ärztekammer: Die unterschiedliche Ausbildungsqualität ist mitverantwortlich für den Turnusärztemangel
Utl.: NÖ Ärztekammer: Die unterschiedliche Ausbildungsqualität ist
mitverantwortlich für den Turnusärztemangel =
Wien (OTS) - "Dass sich zwischenzeitlich die Spitäler beim Kampf um
Turnusärztinnen und -ärzte sehr einfallsreich zeigen macht klar, dass
das Problem des schwindenden Ärztenachwuchses zumindest erkannt
wurde", so Dr. Christoph Reisner, MSc, Präsident der NÖ Ärztekammer.
"Wir machen ja seit Jahren darauf aufmerksam, aber diesem Anliegen
wurde bisher nie mit dem notwendigen Ernst begegnet." Die Ursache des
Problems scheint den verantwortlichen Politikern jedoch nicht klar zu
sein. "Günstige Wohnungen, Fahrtpauschalen und sonstige Zuckerl
klingen zwar reizvoll, eine der Ursachen des Turnusärztemangels liegt
jedoch eindeutig in der unterschiedlichen und teilweise schlechten
Qualität der Ausbildung. Ärztinnen und Ärzte in Ausbildung zur
Allgemeinmedizinerin beziehungsweise zum Allgemeinmediziner werden
leider noch allzu oft als billige Hilfsarbeiter mit nichtärztlichen
Tätigkeiten missbraucht, anstatt ordentlich ausgebildet zu werden."
Die Funktionäre der NÖ Ärztekammer haben dieses Problem bereits
seit langem erkannt und versuchen im Rahmen ihrer Möglichkeiten
gegenzusteuern, wie zuletzt mit der Initiative "Qualität statt
Quantität", um eine Verlängerung der Turnusausbildung zu verhindern.
"Derzeit dauert der Turnus in der Allgemeinmedizin drei Jahre, einen
Teil dieser Ausbildung in einer Lehrpraxis zu absolvieren ist derzeit
möglich, aber nicht verpflichtend. Die Ziele der NÖ Ärztekammer
lauten jedenfalls Qualitätsverbesserung und Strukturverbesserung,
aber keinesfalls ausschließlich Verlängerung der Ausbildungszeit", so
Präsident Dr. Reisner weiter. Daher ist es aus seiner Sicht
begrüßenswert, dass sich die Vollversammlung der Österreichischen
Ärztekammer als höchstes Entscheidungsgremium der österreichischen
Ärzteschaft mit diesem wichtigen Thema befasst hat. In einem
einstimmigen Beschluss wurde die Verlängerung der Turnusausbildung in
der Sommervollversammlung in Loipersdorf abgelehnt. Diese
Beschlusslage entspricht exakt dem Wunsch einer beeindruckenden
Mehrheit der Ärztinnen und Ärzte in Ausbildung. "Wir wissen aus einer
repräsentativen Umfrage mehrerer Ärztekammern, dass es aus Sicht der
Betroffenen viel wichtiger wäre, die Qualität der Ausbildung
innerhalb dieser drei Jahre zu optimieren anstatt einfach nur die
Ausbildungszeit zu verlängern. Qualität statt Quantität im Sinne
einer hochwertigen Ausbildung zur Sicherung der medizinischen
Versorgung in der Zukunft ist das Gebot der Stunde. Wenn wir das
schaffen, dann können wir die freien Turnusplätze wieder mit
hochmotivierten, lernwilligen Ärztinnen und Ärzten besetzen."
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