Europäische Verbraucherrechte verunsichern Konsumenten- keine Bedenken vor dem Maklervertrag!

Wien (OTS) - Seit der Umsetzung der EU-Verbraucherrechte-Richtlinie in Österreich sind ausgerechnet jene Immobilienmakler, die die Rechte der Konsumenten gesetzesgemäß wahren, mit verunsicherten Kunden konfrontiert.

Doch wie kommt es dazu? Seit dem Inkrafttreten des Verbraucherrechte-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes (VRUG) am 13.06.2014 sind Konsumenten bei Dienstleistungsverträgen mit neuen Regelungen konfrontiert. Auch bei Maklerverträgen, die außerhalb der Geschäftsräume oder über ein Fernabsatzsystem geschlossen werden, gibt es neue umfassende Informationspflichten und ein zweiwöchiges Widerrufsrecht, über das der Makler seine Klienten belehren muss.

Wünscht der Wohnungssuchende vor Ablauf der Rücktrittsfrist weitere Informationen oder eine Besichtigung des Objektes - wie das in der Praxis oft der Fall ist - wird der Makler seinen Kunden bitten, ihn im Maklervertrag zum "vorzeitigen Tätigwerden" aufzufordern, sowie zu bestätigen, dass das Rücktrittsrecht erlischt, sollte der Makler seine Dienstleistung vor Ablauf der zweiwöchigen Frist vollständig erbringen. Genau hier ist Punkt erreicht, an dem Konsumenten dem gesetzestreu handelnden Makler Misstrauen entgegen bringen, obwohl dieser damit die Rechte seines Kunden wahrt. Denn an der Dienstleistung selbst und am Erfolgshonorar des Maklers hat sich nichts geändert.

Auch wenn der Verbraucher den Makler auffordert, vor Ablauf der Frist für ihn tätig zu werden, entsteht nur dann ein Provisionsanspruch, wenn das Wohnobjekt durch die Leistung des Maklers unterstützt gemietet oder gekauft wird. Mit anderen Worten: Sollten Verbraucher nach Erhalt weiterer Informationen oder nach einer Besichtigung des Objekts kein Interesse haben, ist der abgeschlossene Maklervertrag ohne Auswirkung. Kunden müssen in so einem Fall nichts weiter unternehmen, weder erwartet sie eine Zahlungsaufforderung noch ist es notwendig, den Maklervertrag zu widerrufen.

Konfrontiert also ein Makler seine Kunden mit diesen neuen Formalitäten ist das ein Zeichen von Qualität, da er damit den gesetzlichen Anforderungen Genüge tut. Damit der Kunde nicht jedes Mal, wenn er von ein und demselben Maklerunternehmen Informationen anfordert, diese bürokratische Prozedur durchlaufen muss, sind die Maklerverträge bewusst allgemein gehalten und umfassen auch zukünftige Anfragen des Kunden bzw. Angebote des Maklers. Hält sich ein Makler nicht an die neuen Bestimmungen, begeht er eine Verwaltungsübertretung.

Mit folgendem kooperativen Vorgehen von Verbrauchern und Maklern kann der Kunde die Dienstleistung des Maklers bereits vor Ablauf der 14-tägigen Rücktrittsfrist in Anspruch nehmen wenn der Makler:

  • über das Rücktrittsrecht vor Abschluss der Vertragsvereinbarung belehrt,
  • ein Muster-Widerrufsformulars zur Verfügung stellt,
  • sich das ausdrückliche Verlangen des Kunden einholt, dass der Unternehmer vorzeitig (dh vor Ablauf der vierzehntägigen Widerrufsfrist) tätig sein soll,
  • sich vom Kunden bestätigen lässt, dass ihm bewusst ist, dass er bei vollständiger Erfüllung der Maklervereinbarung vor Ablauf der Rücktrittsfrist (Namhaftmachung in diesem Zeitraum) dieses Rücktrittsrecht nicht mehr ausgeübt.

Der Österreichische Verband der Immobilienwirtschaft hat gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Österreich seine Maklerformulare überarbeitet, so dass sowohl für Kunden als auch für Makler größtmögliche Rechtssicherheit besteht.

Weitere Informationen sind unter www.ovi.at verfügbar.

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