- 22.07.2014, 08:02:53
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Mit Batcordern unterwegs im Nationalpark Hohe Tauern
8. Tag der Artenvielfalt im Nationalpark

Utl.: 8. Tag der Artenvielfalt im Nationalpark =
Mallnitz, Matrei, Mittersill (TP/OTS) - 70 WissenschaftlerInnen aus
Österreich, Deutschland, Slowenien und Italien durchkämmten vom 18.
bis 20. Juli 2014 das Seebachtal bei Mallnitz (Kärnten) mit dem Ziel,
innerhalb von 48 Stunden möglichst viele Tier-, Pflanzen- und
Pilzarten vom Talboden bis in die Gipfellagen zu erheben. Mit dabei
war auch Daniela Wieser, Koordinatorin der KFFÖ (Koordinationsstelle
für Fledermausschutz und - forschung in Österreich) für Kärnten. Die
"Batwomen" ist mit ihrem Team angereist, um den Fledermausbestand im
Seebachtal zu erkunden.
"Mit unseren 16 Batcorder-Standorten konnten wir 12 verschiedene
Fledermausarten im Tal nachweisen und wahrscheinlich werden es nach
genauer Auswertung sogar noch mehr werden", stellt Wieser erfreut
fest und weist damit das Seebachtal im Nationalpark Hohe Tauern als
ausgezeichneten Lebensraum für Fledermäuse aus. "Die Batcorder muss
man einfach in der Nähe der Leuchttürme aufstellen, wo die
Schmetterlingsforscher in der Nacht ihre Arbeit verrichten. Das
Buffet für die Fledermäuse ist dort ja bereits angerichtet",
schmunzelt Wieser, denn Fledermäuse sind äußerst intelligente und
soziale Tiere.
Angst muss man vor den gutmütigen nächtlichen Fliegern keine
haben. Mittels Sonarsystem können die Tiere ihren Flug
millimetergenau bestimmen. Einige Arten können bis zu 1.000 km ziehen
und die kleinste Art, die Zwergfledermaus wiegt nur ca. 4 Gramm! Die
größte Art ist der große Abendsegler mit etwa 40 cm Flügelspannweite.
Neben der grundlegenden Forschungstätigkeit ist die KFFÖ die Lobby
für die Fledermäuse in Österreich. Der Lebensraumschutz ist das
Wichtigste für den Fortbestand aller heimischen Fledermausarten, die
streng geschützt sind. Auch Monokulturen und Spritzmitteleinsatz
haben Einfluss auf die Populationen und traditionelle Bauweisen
verschwinden zunehmend. Das Bewusstsein für diese faszinierenden aber
für viele Menschen unheimlichen Säugetiere hat sich in den letzten
Jahren stark verbessert. Mit Ihren Fragen können Sie sich gerne an
die KFFÖ wenden (www.fledermausschutz.at). Totholz, Specht- und
Baumhöhlen, Felsritzen aber auch alte Ställe, Dachböden und Hütten
bieten den Nachtschwärmern ein ausgezeichnetes Habitat und das ist in
Mallnitz und im Seebachtal - auch dank des Nationalparks Hohe Tauern
- noch zur Genüge vorhanden.
Pflanzen, Vögel, Schmetterlinge, Libellen, Heuschrecken, Käfer,
Wanzen, Zikaden, Hummeln, Köcherfliegen, Steinfliegen, Spinnen,
Amphibien, Reptilien, Säugetiere, Fische, Flechten, Algen, Pilze und
vieles mehr wurden am Tag der Artenvielfalt im Seebachtal beobachtet
und wissenschaftlich dokumentiert.
Ein kleines Rätsel gibt der Fund des großen Eisvogels auf. Dieser
seltene Tagfalter ist eigentlich ein Auenbewohner, die Raupen
benötigen Pappeln als Futterpflanzen. Ein wunderschönes
Schmetterlingsweibchen verirrte sich im Seebachtal und wurde
unterkühlt auf über 2.600 m Seehöhe in einem Schneefeld entdeckt. Für
Patrick Gros, Schmetterlingsexperte am Haus der Natur in Salzburg,
ist das äußerst rätselhaft. "Wir müssen jetzt nachfragen, ob sie mit
den Forscherkollegen aus Italien mitgekommen ist.", so Gros leicht
ironisch, "Vielleicht hat der große Falter auch durch die Thermik
bzw. mit der Ankogelbahn diese ungewöhnliche Seehöhe erreicht".
Alle im Rahmen des Tages der Artenvielfalt erfassten Arten werden
nach Abschluss aller Bestimmungsarbeiten (an die 1.500 Taxa werden
nach ersten Hochrechnungen erwartet) in die Biodiversitätsdatenbank
des Nationalparks Hohe Tauern am Haus der Natur integriert. "Die
Biodiversitätsdatenbank ist eine wichtige Grundlage zur Erfassung des
Artenbestandes im Nationalpark Hohe Tauern und dient als Basis für
gegenwärtige und zukünftige Management- und Forschungsaufgaben.
Sponsor Milka unterstützt mit Geldern die aufwändige und
zeitintensive Datenerfassung und leistet so einen wichtigen Beitrag
für den Nationalpark Hohe Tauern", betont Nationalparkdirektor Peter
Rupitsch.
Infos zum Untersuchungsgebiet: www.hohetauern.at/artenvielfalt2014
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at
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