ORF III am Wochenende: In memoriam Lorin Maazel und Gert Voss, "zeit.geschichte" zum Ersten Weltkrieg

Außerdem: "Berggespräche" mit Wolfgang Kos und "Jedermann" von den Salzburger Festspielen 2013

Wien (OTS) - Am Samstag, dem 19. Juli 2014, ist der Historiker, Radiopionier und Direktor des Wien Museums, Wolfgang Kos, um 16.45 Uhr zu Gast in den ORF-III-"Berggesprächen" auf der Rax. Der "zeit.geschichte"-Hauptabend steht dann wieder ganz im Zeichen der Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts und widmet sich weiter dem Erster-Weltkrieg-Programmschwerpunkt. Die letzte Folge der siebenteiligen Dokureihe "Der große Krieg" beleuchtet um 20.15 Uhr die Rolle der Propaganda im Krieg. Danach beginnt ORF III mit den ersten beiden Folgen der achtteiligen, vom ORF konfinanzierten Reihe "14 - Tagebücher des Ersten Weltkrieges", die anhand von Tagebüchern und Briefen eine persönliche und vielstimmige Kriegsgeschichte schreibt: "Der Abgrund" (21.15 Uhr) und "Der Angriff" (22.10 Uhr) fangen individuelle Eindrücke zu Kriegsbeginn ein.

Vorigen Sonntag starben mit dem US-amerikanischen Dirigenten Lorin Maazel und dem österreichischen Theaterschauspieler Gert Voss zwei Künstler, die die Musik- und Theaterszene geprägt hatten. ORF III widmet den beiden daher diesen Sonntag, dem 20. Juli, gleich mehrere Sendungen. Ein "In memoriam Lorin Maazel" präsentiert um 16.50 Uhr die von ihm 2007 im Markusdom dirigierte "Messa da Requiem" und um 18.30 Uhr das "Sommernachtskonzert 2013" der Wiener Philharmoniker, ebenfalls von Maazel dirigiert. "In memoriam Gert Voss" zeigt um 15.15 Uhr das Künstlerporträt "Gert Voss - Der Verwandlungskünstler" und um 22.30 Uhr das "KulturWerk"-Gespräch, das Barbara Rett mit dem Schauspieler im Jahr 2011 führte. Anschließend ist er um 23.05 Uhr als "Othello - der Mohr von Venedig" in einer Inszenierung des Akademietheaters aus dem Jahr 1991 zu sehen.
Im Hauptabend zeigt ORF III zum Auftakt der heurigen "Jedermann"-Saison die "Jedermann"-Inszenierung von den Salzburger Festspielen aus dem Jahr 2013 mit Cornelius Obonya, Brigitte Hobmeier Julia Gschnitzer, Peter Lohmeyer u. a.

Die Sendungen im Detail:

Samstag, 19. Juli

"Unser Österreich: Berggespräche" mit Wolfgang Kos (16.45 Uhr)

In der filmischen Gesprächsreihe "Berggespräche" lädt ORF III prominente Persönlichkeiten zum Interview in die Welt der Berge. Diesmal fährt Gastgeberin Nina Saurugg mit Historiker, Radiopionier und Direktor des Wien Museums, Wolfgang Kos, auf das Rax-Plateau. Die Wanderung führt mit herrlichem Panoramablick auf den benachbarten Schneeberg zum Ottohaus. Dabei geht es um die Fragen, warum knallbunte Kleidung im Gebirge von Vorteil ist (und gut aussieht), warum man am Berg einfach einen anderen Blick auf die Welt hat und nicht zuletzt um die Frage, welche Musik auf Hütten gespielt werden sollte (Reggae natürlich!).

"zeit.geschichte: Der große Krieg - Der Krieg in den Köpfen (7/7)" (20.15 Uhr)

Die letzte Folge von "Der große Krieg" beschäftigt sich mit der Frage der Propaganda und ihrer Rolle in der Militärgeschichte. "Der Krieg in den Köpfen" zeigt, wie schon im Ersten Weltkrieg mit Hilfsmitteln wie Kino oder Zeitung die Propaganda zum Instrument der Massenbeeinflussung wurde. Auch in den Jahren nach dem Krieg wird die ideologische Mobilisierung zum Kern der folgenden Auseinandersetzungen.

"14 - Tagebücher des Ersten Weltkrieges": "Der Abgrund (1/8)" (21.15 Uhr) und "Der Angriff (2/8)" (22.10 Uhr)

Um 21.15 Uhr startet ORF III mit der vom ORF kofinanzierten Reihe "14 - Tagebücher des Ersten Weltkrieges". Das achtteilige Doku-Drama von Jan Peter und Yury Winterberg erzählt den Ersten Weltkrieg 100 Jahre nach seinem Beginn neu. Im Vordergrund stehen nicht die Schlachten und Daten, sondern das persönliche Erleben aller Beteiligten. Mit Hilfe von mehr als 1.000 Tagebüchern und Briefen aus 35 Nationen werden private Zeugnisse und längst vergangene Schicksale von Männern, Frauen und Kindern wieder lebendig.
Folge eins "Der Abgrund" lässt ihre Stimmen zum Beginn des Krieges laut werden. Die 14-jährige Marina Yurlova, die ihrem Vater an die Front folgt, die deutsche Künstlerin Käthe Kollwitz, der österreichische Soldat Karl Krasser, der zehnjährige Yves Congar aus Sedan in Frankreich und die zwölfjährige Elfriede Kuhr erleben die anfängliche Kriegs-Euphorie aus völlig unterschiedlichen Perspektiven.
In "Der Abgrund" hält die Kriegsbegeisterung noch an, nach und nach machen sich allerdings auch Zweifel breit. Der 48-jährige Brite und Pazifist Charles Edward Montague empfindet den Krieg als Kampf zwischen deutscher Barbarei und westlicher Zivilisation und meldet sich freiwillig. Marina Yurlova trifft auf den Kosaken Kosjol, der sie zum Pferdemädchen seiner Truppe ernennt, kurz darauf allerdings vor den Augen des Mädchens stirbt. Louis Barthas wird an die deutsch-französische Front eingezogen. Karl Krasser wird an der Ostfront verwundet und gerät in russische Gefangenschaft. Und Ernst Jünger zieht freiwillig in den Krieg, um der Schule und dem Abitur zu entkommen.

Sonntag, 20. Juli

In memoriam Gert Voss: "matinee: Gert Voss - Der Verwandlungskünstler" (15.15 Uhr)

Starke Charaktere, verführerische Schurkengestalten, Könige oder Mörder, mit jeder seiner Figuren versuchte Gert Voss ein anderer zu sein. Legendär sind seine Rollen, ob als despotischer Ludwig in "Ritter, Dene, Voss", buckliger Richard III., verspielter Hermann in Kleists "Hermannsschlacht" oder als liebestoller Othello - Gert Voss eroberte mit Herz und Gefühl sein Publikum. ORF III zeigt ein im Jahr 2011 entstandenes Porträt des grandiosen Schauspielers.

In memoriam Lorin Maazel: "Messa da Requiem" (16.50 Uhr) und "Sommernachtskonzert 2013" (18.30 Uhr)

Der am vergangenen Sonntag verstorbene US-amerikanische Dirigent Lorin Maazel leitete 2007 Giuseppe Verdis Totenmesse in der beeindruckenden Kulisse des Markusdoms in Venedig. In Erinnerung an den Dirigenten zeigt ORF III die "Messa da Requiem" mit Anna Smirnova (Mezzosopran), Norma Fantini (Sopran), Francesco Meli (Tenor), Rafael Siwek (Bass) und dem Symphonica Toscanini Orchester.
Ebenfalls unter der musikalischen Leitung von Lorin Maazel stand 2013 das traditionelle "Sommernachtskonzert" mit den Wiener Philharmonikern. Das Programm bestimmten die Jahresregenten Giuseppe Verdi und Richard Wagner, als Solist war Michael Schade zu hören.

"Erlebnis Bühne: Jedermann" (20.15 Uhr)

Im Hauptabend begleitet Barbara Rett in "Erlebnis Bühne" durch Hugo von Hofmannsthals "Jedermann" von den Salzburger Festspielen 2013, der ab 19. Juli 2014 wieder für breite Publikumsströme zum Salzburger Domplatz sorgt. Das britische Regieteam Julian Crouch und Brian Mertes Hugo besann sich mit dieser Inszenierung auf die Ursprünge der mittelalterlichen Mysterienspiele. Cornelius Obonya glänzt in der Titelrolle; ihm zur Seite stehen u. a. Brigitte Hobmeier als Buhlschaft, Julia Gschnitzer als seine Mutter und Peter Lohmeyer als Tod.

In memoriam Gert Voss: "KulturWerk" (22.30 Uhr) und "Othello - Der Mohr von Venedig" (23.05 Uhr)

Einer, der dem "Jedermann" ebenfalls seine Stimme verliehen hatte, war der ebenfalls am Sonntag verstorbene Gert Voss. Im "KulturWerk" sprach er im Jahr 2011 mit Barbara Rett über die Verwandlung auf der Bühne, seine Schüchternheit, seine Kindheit in Schanghai und die Vorteile des Älterwerdens.
ORF III zeigt im Anschluss eine Aufzeichnung von "Othello - der Mohr von Venedig" aus dem Jahr 1991 aus dem Wiener Akademietheater. In George Taboris spektakulärer Definition von Shakespeares zeitloser Metapher für Leidenschaft, Hass, Eifersucht, Selbstwertkonflikt und (Selbst-)Zerstörung brillieren neben Gert Voss Heinz Zuber, Florentin Groll, Anne Bennent und Elisabeth Orth.

Die TVthek stellt alle ORF-III-Sendungen, für die entsprechende Lizenzrechte vorhanden sind, als Live-Stream und als Video-on-Demand bereit.

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