Auf Nummer sicher gehen beim Grillen

Europäische Normen garantieren eine sichere Grillsaison. Austrian Standards verrät, worauf beim Kauf von Grillgerät und Kohle zu achten ist.

Wien (OTS) - Grillen ist eine der beliebtesten Freizeitaktivitäten im Sommer: Trotz moderner Hightech-Küchen hat die Zubereitung von Speisen am offenen Feuer ihren Reiz nicht verloren. Allerdings ist das Hantieren mit dem Grillgerät, Anzündhilfen, Brennstoffen oder Grillzangen nicht immer ungefährlich: Rund 1 000 Personen verletzen sich jährlich am Grill, davon sind 80 Prozent Männer. Diese Zahlen vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) verdeutlichen, dass Sicherheit beim Grillen zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Geprüfte Grillqualität

"Wie bei vielen sicherheitsrelevanten Themen ist auch beim Grillen die Normung ein geeignetes Instrument, um Gefahren vorzubeugen bzw. diese so weit wie möglich auszuschalten", betont Karl Grün, Director Development bei Austrian Standards.

Grundlage ist hier die ÖNORM EN 1860, welche die Basis für eine sichere Konstruktion von Grillgeräten darstellt. Im ersten Teil dieser Norm wird auf die Anforderungen für Grillgeräte, die durch Prüfverfahren nachzuweisen sind, eingegangen. Die zahlreichen Anforderungen betreffen u. a. Gestell, Handgriffe oder Griffvorrichtungen, Motor, Beschichtung und Bestandteile, wie Grillrost, Grillspieß, Brennstoffbehälter, Soßen- oder Tropfschale. "Das Grillgehäuse muss über längere Dauer sehr hohe Temperaturen vertragen können", erklärt Matthias Fuchs, Marketingverantwortlicher des Grillherstellers Weber Stephen Österreich. "Die Grillkohle erreicht Temperaturen bis zu 400 Grad. Darum sollte man beim Kauf eines Grillers plus Zubehör auf bestes Material und geprüfte Qualität achten", appelliert Fuchs.

Besonderes Augenmerk legt die ÖNORM auf das Kapitel Standsicherheit. "So dürfen bewegliche Griller, auch wenn sie auf einer um zehn Grad geneigten Fläche aufgestellt und befüllt sind, nicht kippen", erklärt Austrian Standards-Direktor Karl Grün.
Ein ortsfester Griller muss beim genormten Prüfverfahren dem Aufprall eines mit Sand gefüllten Sacks aus einer Fallhöhe von 1 m standhalten, wobei der Sack ein Gewicht von zehn Prozent des Grillers hat. Normgeprüfte Griller müssen demnach auch bei Sturmböen standhaft bleiben.

Ein weiterer, essentieller Punkt der Norm ist die Kennzeichnung des Produkts und die dazugehörige Gebrauchsanweisung. Folgende Warnhinweise müssen hier dauerhaft lesbar angebracht sein:

  • ACHTUNG! Dieses Grillgerät wird sehr heiß und darf während des Betriebes nicht bewegt werden!
  • Nicht in geschlossenen Räumen benutzen!
  • VORSICHT! Zum Anzünden oder Wiederanzünden keinen Spiritus, Benzin oder vergleichbare Flüssigkeit verwenden!
  • ACHTUNG! Kinder und Haustiere fernhalten!

Neben dem Grillgerät selbst behandelt die ÖNORM EN 1860 auch Anforderungen und Prüfverfahren für Grill-Holzkohle und Grill-Holzkohlebriketts sowie für Anzündhilfen. Ebenso sind Sicherheitsanforderungen für Einweggrills (Grillgeräte für Einmalanwendungen) festgelegt.

"Unsere Holzkohle-Grillgeräte sind nach der europäischen Norm EN 1860 geprüft und unsere Produkt als solches gekennzeichnet", betont Fuchs.

Wer beim Kauf von Grillgeräten und dem dazugehörigen Zubehör auf geprüfte Qualität achtet, kann sicher gehen, dass einem gelungenen Grillabend - aus rein technischer Seite - nichts mehr im Wege steht. Und mit der nötigen Vorsicht, die sich durch keine Norm ersetzen lässt, sollte auch nichts Unvorhergesehenes passieren.

Bibliographie

ÖNORM EN 1860 Geräte, feste Brennstoffe und Anzündhilfen zum Grillen
Teil 1: Grillgeräte für feste Brennstoffe - Anforderungen und Prüfverfahren
Teil 2: Grill-Holzkohle und Grill-Holzkohlebriketts - Anforderungen und Prüfverfahren
Teil 3: Anzündhilfen für Grill-Holzkohle und Grill-Holzkohlebriketts - Anforderungen und Prüfverfahren
Teil 4: Grillgeräte für Einmalanwendung (Einweggrills) bei der Verwendung fester Brennstoffe - Anforderungen und Prüfverfahren

Über Austrian Standards

Austrian Standards ist seit 1920 die österreichische Plattform für die Entwicklung von Normen, Standards und Regelwerken, die sicherstellen, dass eins zum anderen passt und das Leben verlässlich besser funktioniert. Bei dieser unabhängigen Organisation entwickeln rund 4 800 Fachleute aus den unterschiedlichsten Bereichen, unterstützt von den 123 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Austrian Standards, praktisch anwendbare Regelwerke und gestalten Europäische und Internationale Normen führend mit. Standards sorgen in Österreich für ein Mehr an innovativer Wirtschaftsleistung in Höhe von rund 2,5 Mrd. Euro pro Jahr. www.austrian-standards.at/

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Dr. Johannes Stern
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