• 17.07.2014, 09:50:54
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In Behandlung statt in Bürokratie investieren

NÖ Ärztekammer: Beispiel Hepatitis C zeigt, dass das Gesundheitssystem seiner Verpflichtung gegenüber den Patientinnen und Patienten immer weniger nachkommt

Utl.: NÖ Ärztekammer: Beispiel Hepatitis C zeigt, dass das
Gesundheitssystem seiner Verpflichtung gegenüber den
Patientinnen und Patienten immer weniger nachkommt =

Wien (OTS) - "Erst bei schweren Leberschäden werde die Behandlung von
Hepatitis C mit den neuen zur Heilung führenden Medikamenten von der
Krankenkasse übernommen", so der Wiener Hepatologe Peter Ferenci.
Dies ist nur ein Beispiel, wo notwendige Leistungen vom öffentlichen
Gesundheitssystem nicht oder zu spät übernommen werden. Diese
Entwicklung erfüllt die NÖ Ärztekammer mit großer Sorge. Die Kosten
für eine neue zwölfwöchige Behandlung - die weitgehend ohne
Nebenwirkung abläuft - betragen derzeit 84.000 Euro, die
Erfolgschance liegt bei fast 100 Prozent.

Mehrere 100 Millionen Euro wurden bereits in die Elektronische
Gesundheitsakte - ELGA - investiert. Mehrere 100 Millionen Euro
werden in den nächsten Jahren noch folgen. "Das Präsidium der NÖ
Ärztekammer fragt sich wohl zu Recht, warum Unsummen für die
Administration von Gesundheitsdaten ausgegeben werden, gleichzeitig
aber eine neu diagnostizierte Hepatitis C - also eine Leberentzündung
- erst einmal erfolglos mit herkömmlichen, extrem belastenden und
auch nicht gerade billigen Medikamenten über bis zu 72 Wochen
behandelt werden muss, bevor ein neues Medikament von den
Krankenkassen bezahlt wird", so der Präsident der NÖ Ärztekammer Dr.
Christoph Reisner, MSc.

Wenn hier kein Umdenken erfolgt und die Priorisierung von Zahlung
nicht endlich patientenorientiert wird, werden noch viele Menschen an
den Folgen der Hepatitis C sterben - an Leberversagen, Leberzirrhose
oder Leberkarzinomen. Und es werden zahlreiche - deutlich teurere -
Lebertransplantationen im öffentlichen Gesundheitssystem bezahlt
werden, die durch eine frühe Behandlung vermieden werden könnten.
"Die Ärztekammer für Niederösterreich fordert die Verantwortlichen im
Gesundheitssystem auf, nicht in die Verwaltung von Gesundheitsdaten
zu investieren, sondern in die Behandlung des einzelnen Patienten in
Österreich", so Präsident Reisner abschließend.

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