• 16.07.2014, 15:13:43
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AKNÖ-Präsident Wieser kritisiert Servicerückschritte beim Finanzamt

Finanzministerium streicht Vorberechnungsblatt aus FinanzOnline und verschlechtert Service

Utl.: Finanzministerium streicht Vorberechnungsblatt aus
FinanzOnline und verschlechtert Service =

Wien (OTS/AKNÖ) - Über Nacht hat das Finanzministerium eine wichtige
Serviceschiene für die Bürger auf FinanzOnline zugesperrt. Das
Vorberechnungsblatt wurde gelöscht. "Die SteuerzahlerInnen sollen
aber wissen dürfen, wie ihre Steuer berechnet wird", kritisiert
AKNÖ-Präsident Markus Wieser.

Wer seit zwei Tagen das Vorberechnungsblatt für die
Arbeitnehmerveranlagung im Programm FinanzOnline sucht, wird
enttäuscht. Dieses ist plötzlich aus dem Online-Service des
Ministeriums verschwunden. Der Grund dafür sollen
Einsparungsmaßnahmen sein. "Das Vorberechnungsblatt ist aber ein
wichtiges Service für alle NutzerInnen von FinanzOnline und auch
unser wichtigstes Tool, um unsere Mitglieder so gut wie möglich beim
Steuerausgleich zu beraten. Warum es vom Netz genommen wurde, ist
absolut nicht nachvollziehbar", kritisiert die AKNÖ-Expertin und
Leiterin der Steuerrückholaktion Elisabeth Holub. Das
Vorberechnungsblatt diente in der Beratung dazu, den Kunden vorab die
Wirkung eines Freibetrages oder eines Absetzbetrages zu erklären.
Auch NutzerInnen konnten über dieses Blatt ihre steuerrechtlichen
Daten prüfen und Fragen schon vorab klären, etwa wie hoch der
Selbstbehalt bei den Krankheitskosten sein wird, ob ein
Pendlerpauschale oder außergewöhnliche Belastungen richtig beantragt
wurden und damit korrekt in die Veranlagung einfließen. "Ohne dem
Vorberechnungsblatt können wir unsere Beratung und unsere Aktion
nicht mehr in der selben Qualität durchführen", so Holub, "die
NuterzInnen von FinanzOnline haben damit ebenso echte Nachteile".

Rasche Wiederherstellung gefordert

Auch AKNÖ-Präsident Markus Wieser ist erstaunt. "15.337 Personen
haben mit Hilfe der AKNÖ insgesamt 13,37 Mio. Euro an Lohnsteuer vom
Finanzamt eingespart. 21.717 Steuererklärungen wurden von unseren
BeraterInnen abgewickelt. Diese Zahlen zeigen, wie wichtig den
SteuerzahlerInnen dieses Thema ist. Sie haben ein Recht darauf, zu
wissen, wie ihre Steuer berechnet wird. Daher soll dieses Tool rasch
wieder allen zur Verfügung stehen", so AKNÖ-Präsident Wieser. "Für
die vielen NutzerInnen, die ohne Hilfe ihre Steuererklärung
durchführen, muss ersichtlich sein, was im Hintergrund abläuft. Sonst
sind die Menschen wieder in der Zeit vor FinanzOnline beim
Papierformular, als es geheißen hat: Das Steuerdunkel lichtet sich
erst mit dem Bescheid". Der Rückschritt ist für den AKNÖ-Präsidenten
unverständlich. Eine Institution wie das Finanzamt, das Inhaber eines
Awards für FinanzOnline ist, habe es nicht notwendig, die
Steuerberechnung wieder unter der Decke stattfinden zu lassen. "Und
das Einsparungsargument können wir nicht gelten lassen, wenn
gleichzeitig viel Geld dafür aufgewendet wird, den Steuerzahlern
immer wieder aufzuzeigen, dass zum Beispiel notwendige Investitionen
in die ÖBB Steuergelder koste", hält Wieser in Anspielung auf
persönliche Briefe des Finanzministeriums an die SteuerzahlerInnen
über die Verwendung der Steuermittel fest.

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