- 15.07.2014, 12:18:25
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Neuer Rekord bei AKNÖ-Steuerrückholaktion: 13,37 Millionen Euro an Gutschriften erzielt
AKNÖ-Präsident Markus Wieser: "Lohnsteuerreform ist dringend notwendig"
Utl.: Utl: AKNÖ-Präsident Markus Wieser: "Lohnsteuerreform ist
dringend notwendig" =
Wien (OTS/AKNÖ) - Einen erneuten Rekord an Lohnsteuer-Gutschriften
erzielte die AKNÖ bei ihren regionalen Steuersparwochen, die von Ende
Februar bis vergangenen Freitag liefen. 15.337 Personen haben mit
Hilfe der AKNÖ insgesamt 13,37 Mio. Euro an Lohnsteuer vom Finanzamt
zurückbekommen (2013: 12,12 Mio). 21.717 Steuererklärungen wurden von
den BeraterInnen abgewickelt, die Gutschrift pro Person beträgt
durchschnittlich etwa 870 Euro.
"Immer mehr Menschen können es sich angesichts der hohen
Steuerbelastung nicht leisten, ihr Geld dem Staat zu schenken und
nützen daher unser Angebot", sagt AKNÖ-Präsident Markus Wieser. Der
Präsident kritisiert, dass die kalte Progression die jährlichen
Lohnerhöhungen regelrecht weg frisst und die ArbeitnehmerInnen daher
mit ihrem Geld zunehmend nicht auskommen. "Die Alarmglocken läuten
schon deutlich, weil sich immer mehr Menschen das Leben nicht mehr
leisten können", so Wieser.
2014 werden die Lohnsteuer-Einnahmen erstmals das Aufkommen aus der
Umsatzsteuer überflügeln und die Lohnsteuer wird bis 2018 auf eine
Gesamthöhe von mehr als 31 Milliarden Euro steigen (2013: 24,6 Mrd.).
"Österreich darf nicht zum Lohnsteuerstaat werden, deshalb muss rasch
eine Lohnsteuerreform umgesetzt werden, die mehr als Kosmetik ist",
stellt Wieser klar. Es müsse wieder mehr Netto vom Brutto bleiben,
damit die ArbeitnehmerInnen mehr Kaufkraft haben, um ihr alltägliches
Leben finanzieren zu können. Internationale und nationale Studien
belegen laut Wieser den Reformdruck.
Wieser unterstützt die Lohnsteuerkampagne "Lohnsteuer runter!"
des ÖGB
"Ich unterstütze als AKNÖ-Präsident und ÖGB-NÖ-Vorsitzender daher die
Kampagne 'Lohnsteuer runter!' mit voller Kraft und ersuche alle
ArbeitnehmerInnen in Niederösterreich, für dieses Anliegen zu
unterschreiben. Nur durch eine breite Unterstützung in der
Bevölkerung können wir den nötigen Druck auf die Politik ausüben,
damit noch 2015 eine spürbare Entlastung für kleine und mittlere
Einkommen kommt", so Wieser. Derzeit haben schon über 100.000
ÖsterreicherInnen ihre Unterstützung für die Kampagne abgegeben.
"Anton Benya hat uns das Vermächtnis hinterlassen, dass wir jede
Regierung daran beurteilen, was sie für die ArbeitnehmerInnen
leistet. Die Regierung ist aufgerufen, ihre Aufgabe im Sinne der
ArbeitnehmerInnen wahrzunehmen und zu regieren", so Wieser.
Der AKNÖ-Präsident erwartet sich eine Senkung des
Eingangssteuersatzes auf 25 Prozent, Maßnahmen gegen die kalte
Progression, die Umwandlung von Frei- in Absetzbeträgen und eine
Ausweitung der Negativsteuer. Zur Gegenfinanzierung der
Lohnsteuerreform müsse Vermögen höher besteuert werden: "Derzeit
liegen die Steuereinnahmen aus Vermögen in Österreich bei 1,3 %,
deutlich hinter allen anderen Ländern. Würden die Steuern auf 5,3 %
aller Steuereinnahmen wie bei den EU-15 angehoben, hätte Österreich
kein Budgetdefizit, sondern Budgetüberschüsse! Wieser fordert
außerdem grundlegende Änderungen in der Steuerstruktur, "die
ArbeitnehmerInnen tragen derzeit die Hauptlast im Steuersystem und
dies muss zu Lasten anderer Gruppen korrigiert werden".
AKNÖ-Direktor Mag. Guth: "5.500 Beratungsstunden und 48
BeraterInnen sichern den Erfolg der Steuersparwochen"
AKNÖ-Direktor Mag. Helmut Guth blickt auf die zwölfjährige
Entwicklung der Steuerrückholaktion zu-rück: "Diese höchst
erfolgreiche Aktion wächst von Jahr zu Jahr mit einem Plus an
Teilnehmern und Gutschriften. Das ist für die Arbeiterkammer
Niederösterreich eine große organisatorische Herausforderung. Bei
über 15.000 Beratungsterminen am späten Nachmittag bzw. frühen Abend
und rund 5.500 Beratungsstunden durch 48 BeraterInnen nehmen wir
gerne einen großen Brocken an zusätzlichen Personalkosten in Kauf, um
den Mitgliedern diese wichtige Aktion zu ermöglichen." Die
Steuerrückholaktion der AKNÖ zeige eindrucksvoll, wie stark
ArbeitnehmerInnen derzeit unter finanziellem Druck stehen. "Den
ArbeitnehmerInnen wird über die Lohnsteuer immer mehr an Geld
entzogen, das kann man nicht mehr hinnehmen. Die Zeit für eine
Lohnsteuerreform ist reif", so Guth.
Am meisten zu holen sei vor allem bei den Werbungskosten, schildert
die Leiterin der Steuerrückholaktion, Elisabeth Holub. Wichtige
Bereiche seien außerdem der
Alleinverdiener/Alleinerzieherabsetzbetrag, dessen Beantragung häufig
vergessen werde und die Sonderausgaben von Personenversicherungen bis
hin zu Kosten für Kauf und Sanierung von Wohnraum. Seit 2009 gäbe es
laut Holub neue Freibeträge für Familien, aber viele wüssten noch
nicht davon. Auch hier erzielten die AKNÖ-BeraterInnen daher
wesentliche Beträge für die Mitglieder.
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