Neuer Rekord bei AKNÖ-Steuerrückholaktion: 13,37 Millionen Euro an Gutschriften erzielt

AKNÖ-Präsident Markus Wieser: "Lohnsteuerreform ist dringend notwendig" AKNÖ-Präsident Markus Wieser: "Lohnsteuerreform ist dringend notwendig"

Wien (OTS/AKNÖ) - Einen erneuten Rekord an Lohnsteuer-Gutschriften erzielte die AKNÖ bei ihren regionalen Steuersparwochen, die von Ende Februar bis vergangenen Freitag liefen. 15.337 Personen haben mit Hilfe der AKNÖ insgesamt 13,37 Mio. Euro an Lohnsteuer vom Finanzamt zurückbekommen (2013: 12,12 Mio). 21.717 Steuererklärungen wurden von den BeraterInnen abgewickelt, die Gutschrift pro Person beträgt durchschnittlich etwa 870 Euro.

"Immer mehr Menschen können es sich angesichts der hohen Steuerbelastung nicht leisten, ihr Geld dem Staat zu schenken und nützen daher unser Angebot", sagt AKNÖ-Präsident Markus Wieser. Der Präsident kritisiert, dass die kalte Progression die jährlichen Lohnerhöhungen regelrecht weg frisst und die ArbeitnehmerInnen daher mit ihrem Geld zunehmend nicht auskommen. "Die Alarmglocken läuten schon deutlich, weil sich immer mehr Menschen das Leben nicht mehr leisten können", so Wieser.

2014 werden die Lohnsteuer-Einnahmen erstmals das Aufkommen aus der Umsatzsteuer überflügeln und die Lohnsteuer wird bis 2018 auf eine Gesamthöhe von mehr als 31 Milliarden Euro steigen (2013: 24,6 Mrd.). "Österreich darf nicht zum Lohnsteuerstaat werden, deshalb muss rasch eine Lohnsteuerreform umgesetzt werden, die mehr als Kosmetik ist", stellt Wieser klar. Es müsse wieder mehr Netto vom Brutto bleiben, damit die ArbeitnehmerInnen mehr Kaufkraft haben, um ihr alltägliches Leben finanzieren zu können. Internationale und nationale Studien belegen laut Wieser den Reformdruck.

Wieser unterstützt die Lohnsteuerkampagne "Lohnsteuer runter!" des ÖGB

"Ich unterstütze als AKNÖ-Präsident und ÖGB-NÖ-Vorsitzender daher die Kampagne 'Lohnsteuer runter!' mit voller Kraft und ersuche alle ArbeitnehmerInnen in Niederösterreich, für dieses Anliegen zu unterschreiben. Nur durch eine breite Unterstützung in der Bevölkerung können wir den nötigen Druck auf die Politik ausüben, damit noch 2015 eine spürbare Entlastung für kleine und mittlere Einkommen kommt", so Wieser. Derzeit haben schon über 100.000 ÖsterreicherInnen ihre Unterstützung für die Kampagne abgegeben. "Anton Benya hat uns das Vermächtnis hinterlassen, dass wir jede Regierung daran beurteilen, was sie für die ArbeitnehmerInnen leistet. Die Regierung ist aufgerufen, ihre Aufgabe im Sinne der ArbeitnehmerInnen wahrzunehmen und zu regieren", so Wieser.

Der AKNÖ-Präsident erwartet sich eine Senkung des Eingangssteuersatzes auf 25 Prozent, Maßnahmen gegen die kalte Progression, die Umwandlung von Frei- in Absetzbeträgen und eine Ausweitung der Negativsteuer. Zur Gegenfinanzierung der Lohnsteuerreform müsse Vermögen höher besteuert werden: "Derzeit liegen die Steuereinnahmen aus Vermögen in Österreich bei 1,3 %, deutlich hinter allen anderen Ländern. Würden die Steuern auf 5,3 % aller Steuereinnahmen wie bei den EU-15 angehoben, hätte Österreich kein Budgetdefizit, sondern Budgetüberschüsse! Wieser fordert außerdem grundlegende Änderungen in der Steuerstruktur, "die ArbeitnehmerInnen tragen derzeit die Hauptlast im Steuersystem und dies muss zu Lasten anderer Gruppen korrigiert werden".

AKNÖ-Direktor Mag. Guth: "5.500 Beratungsstunden und 48 BeraterInnen sichern den Erfolg der Steuersparwochen"

AKNÖ-Direktor Mag. Helmut Guth blickt auf die zwölfjährige Entwicklung der Steuerrückholaktion zu-rück: "Diese höchst erfolgreiche Aktion wächst von Jahr zu Jahr mit einem Plus an Teilnehmern und Gutschriften. Das ist für die Arbeiterkammer Niederösterreich eine große organisatorische Herausforderung. Bei über 15.000 Beratungsterminen am späten Nachmittag bzw. frühen Abend und rund 5.500 Beratungsstunden durch 48 BeraterInnen nehmen wir gerne einen großen Brocken an zusätzlichen Personalkosten in Kauf, um den Mitgliedern diese wichtige Aktion zu ermöglichen." Die Steuerrückholaktion der AKNÖ zeige eindrucksvoll, wie stark ArbeitnehmerInnen derzeit unter finanziellem Druck stehen. "Den ArbeitnehmerInnen wird über die Lohnsteuer immer mehr an Geld entzogen, das kann man nicht mehr hinnehmen. Die Zeit für eine Lohnsteuerreform ist reif", so Guth.

Am meisten zu holen sei vor allem bei den Werbungskosten, schildert die Leiterin der Steuerrückholaktion, Elisabeth Holub. Wichtige Bereiche seien außerdem der Alleinverdiener/Alleinerzieherabsetzbetrag, dessen Beantragung häufig vergessen werde und die Sonderausgaben von Personenversicherungen bis hin zu Kosten für Kauf und Sanierung von Wohnraum. Seit 2009 gäbe es laut Holub neue Freibeträge für Familien, aber viele wüssten noch nicht davon. Auch hier erzielten die AKNÖ-BeraterInnen daher wesentliche Beträge für die Mitglieder.

Rückfragen & Kontakt:

Erich Ulrich
AKNÖ-Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 01/58883-1260
E-Mail: erich.ulrich@aknoe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKN0001