Tiergarten Schönbrunn: Inzucht und tierschutzwidrige Haltung der Geparden

EndZOO-Österreich erstattet Anzeige

Wien (OTS) - Während sich die Besucher und Medien kritiklos am Geparden-Nachwuchs von Mutter CIMBER erfreuen, bezeichnet die Tierschutzorganisation EndZOO deren derzeitige Haltung als Tierquälerei und spricht von erheblichen Gesetzesverstößen. Die Tierschützer erstatteten daher gestern Anzeige gegen den Zoo. Die Organisation bemängelt, dass die Geparden-Mutter CIMBER seit mehr als 84 Tagen extrem beengt auf einer Fläche von nur etwas über 100 Quadratmeter ausharren muss. Das Gesetz fordere aber für sie ein Außengehege von mindestens 800 Quadratmetern. Durch den aktuellen Nachwuchs von Geparden-Mutter FARIDA (Geburt am 04.07.2014) kommt es jetzt zu weiteren Unterschreitungen der gesetzlichen Anforderungen an die Käfiggröße für die drei weiteren erwachsenen Geparden. Die Ursache für die Gesetzesverstöße sieht EndZOO in der aus ihrer Sicht falsch konzipierten und gebauten Außenanlage (Zaun durchlässig für kleine Geparden-Babys) und der zu hohen Anzahl an Geparden-Individuen.

Zudem machen die Tierschützer darauf aufmerksam, dass alle sechs Gepardenbabys aus Inzucht hervorgingen. Inzucht bürgt das hohe Risiko für Gesundheit und Vitalität des Nachwuchses und soll nach allgemeiner Zooauffassung eigentlich vermieden werden. Giraffe MARIUS wurde wegen Inzucht und Inzuchtgefahr in der dänischen Zoo-Gefangenschaft von Kopenhagen getötet.

Die grundsätzliche Forderung der Organisation ist, die Gefangenschaftshaltung von Großkatzen wie Geparden durch Auslaufen zu beenden, denn eine artgerechte Haltung sei nie möglich.

"Geparden durchstreifen in Freiheit Gebiete von 200 - 6000 Quadratkilometern. Gepardenmutter CIMBER ist auf lächerlichen 100 Quadratmetern eingepfercht und muss dort dauerhaft ausharren. CIMBER kann in Schönbrunn gerade einmal 0,00002 - 0,00006 Prozent der Fläche nutzen, die ihr in Freiheit zur Verfügung stünde. Wahre Tierfreunde haben daher keine Zweifel, dass eine Haltung in Zoo-Gefangenschaft Tierquälerei ist. Dass Schönbrunn auch auf Inzucht zurückgreift, um mit dem Geparden-Babys Kasse zu machen, kommt noch als weiterer Kritikpunkt hinzu", so Zoo-Experte und EndZOO-Sprecher Frank Albrecht abschließend.

Ausführliche Informationen zu unserer Kritik und die Anzeige finden Sie auf unserer Internetseite: www.endzoo.de

EndZOO ist eine internationale Tierrechts-, Tierschutz- und Artenschutzorganisation. Wir setzen uns für ein Ende aller Zoo-Gefangenschaften ein. Wir fordern zudem weitestgehend bessere Haltungsbedingungen für die Tiere in den Gefangenschaften und treten für Schutz und Erhalt ihrer natürlichen Lebensräume in Freiheit ein.

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EndZOO Österreich
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