ORF-III-Dokumontag: Politische Attentate 1914/34/44

Außerdem: Dokus "Natur unter Beschuss: Ökologische Folgen des Krieges" und "Erinnerungen - Zeitzeugen erzählen" über das Wiener Kulturleben 1945

Wien (OTS) - Im Zeichen historischer politischer Attentate des 20. Jahrhunderts steht der ORF-III-Dokumontag am 14. Juli 2014 ab 20.15 Uhr. Die Jahre 1914, 1934 und 1944 waren geprägt von spektakulären Anschlägen und Putschversuchen, die entweder tatsächlich entscheidend in den Verlauf der Geschichte eingegriffen haben oder nach wie vor zu Spekulationen führen, was geschehen wäre, wenn ... Zum Auftakt dokumentiert "Sarajevo 1914. Ein Attentat und die Folgen" Gavrilo Princips Tat, die bis heute als Auslöser des Ersten Weltkriegs gilt. Danach beleuchtet "Attentat auf Engelbert Dollfuß - Eine Biografie" (21.00 Uhr) eine der wohl ambivalentesten Figuren der österreichischen Zeitgeschichte. Die beiden Dokumentationen "Operation Walküre - Attentat auf Hitler" (21.50 Uhr) und "Der letzte Kronzeuge Stauffenbergs: Carl Szokoll und die Zivilcourage" (22.40 Uhr) behandeln dann jenes Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944, das, obwohl es misslang, eines der spannendsten Kapitel der Geschichte des Zweiten Weltkriegs darstellt.
Im Anschluss nähert sich ORF III dem Thema Krieg von einer etwas anderen Seite: "Natur unter Beschuss: Ökologische Folgen des Krieges" zeigt um 23.10 Uhr, wie die veränderte Kriegsführung im 20. Jahrhundert im Laufe der Jahrzehnte immer drastischere Auswirkungen auf die Umwelt hatte. Und um 23.55 Uhr präsentiert ORF III mit "Erinnerungen - Zeitzeugen erzählen" wieder Schätze aus dem ORF-Archiv, wenn Künstlerlegenden wie u. a. Oskar Werner an die Wiedergeburt des Wiener Kulturlebens im Jahr 1945 erinnern.

Die Sendungen im Detail:

"Sarajevo 1914. Ein Attentat und die Folgen" (20.15 Uhr)

Die Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand und dessen Frau Sophie durch den serbischen Attentäter Gavrilo Princip am 28. Juni 1914 löste in der Folge den Ersten Weltkrieg aus und markierte damit den Beginn des Zerfalls der alten Ordnung in Europa. In seiner Dokumentation zeichnet Ernst Trost nach, wie es zum Attentat kam und wie Europa in einen unheilvollen Krieg schlitterte -trotz enger verwandtschaftlicher Beziehungen unter den Herrscherhäusern und starker wirtschaftlicher Verflechtungen zwischen den Großmächten.

"Attentat auf Engelbert Dollfuß - Eine Biografie" (21.00 Uhr)

Zwanzig Jahre später leitete das Attentat auf Engelbert Dollfuß den Juliputsch 1934 ein. Engelbert Dollfuß, von Nationalsozialisten ermordeter Bundeskanzler des österreichischen Ständestaates und Symbolfigur des Austrofaschismus, spaltet nach wie vor Österreich. Für die Sozialdemokraten ist er der Mann, der den Schutzbund-Aufstand mit harter Hand niedergeschlagen hat und deshalb höchstens als "Arbeitermörder" in die Geschichtsbücher Eingang finden darf. Für manche Konservative ist er einer der ersten österreichischen Opfer der Nationalsozialisten. Filmemacher Ernst Trost versucht, den Politiker Engelbert Dollfuß abseits der Klischees zu zeichnen. "Stauffenberg - Die wahre Geschichte" erzählt auch ein "Universum History" am Freitag, dem 18. Juli, um 22.40 Uhr in ORF 2.

"Operation Walküre - Attentat auf Hitler" (21.50 Uhr) und "Der letzte Kronzeuge Stauffenbergs: Carl Szokoll und die Zivilcourage" (22.40 Uhr)

Im Juli 2014 ist es 70 Jahre her, dass das von Claus Schenk Graf von Stauffenberg geplante Attentat auf Adolf Hitler misslang. Anhand von seltenem Film- und Fotomaterial folgt die Dokumentation der Dramaturgie des geplanten Attentats und rekonstruiert minutengenau jeden Schritt der in den Verschwörungsplan eingeweihten Personen. Um General Stauffenbergs Attentat auf Adolf Hitler geht es auch in "Der letzte Kronzeuge Stauffenbergs: Carl Szokoll und die Zivilcourage". Der Anführer der Widerstandskämpfer wurde mit fast allen seinen Verbündeten hingerichtet. Einige der zentralen Mittelsmänner der Operation Walküre blieben unentdeckt - darunter auch der Österreicher Major Carl Szokoll, der in der damaligen Ostmark die Verschwörung gegen das NS-Regime geleitet hatte.

"Natur unter Beschuss: Ökologische Folgen des Krieges" (23.10 Uhr)

Eine Schlacht ist die intensivste Form des Ressourcenverbrauchs. Das oberste Ziel im Krieg ist es, den Gegner zu schwächen - dies auch, indem man seine Lebensgrundlagen zerstört. Wirklich "nachhaltig" geschah dies erstmals im Ersten Weltkrieg. Die Strategie der Vernichtung von Umwelt setzte sich im Zweiten Weltkrieg fort und gipfelte im Vietnamkrieg. Die Spuren eines Ökozids, der fast ein halbes Jahrhundert zurückliegt, erzählen von den dramatischen Spätfolgen von "Agent Orange". Selbst ein Krieg, der nie geführt wurde, hat riesige Gebiete für Jahrtausende verseucht: der Kalte Krieg. Atomwaffentests und die Verklappung von Hunderten Tonnen radioaktiven Mülls waren Kollateralschäden im Wettrüsten der Supermächte.

"Erinnerungen - Zeitzeugen erzählen: Wiedergeburt der Kulturhauptstadt" (23.55 Uhr)

Legendäre Stars der Wiener Staatsoper und des Burgtheaters sprechen in diesen restaurierten Archivaufzeichnungen über Untergang und Wiedergeburt der Kulturhauptstadt Wien im Frühjahr 1945. Irmgard Seefried, Sena Jurinac, Leonie Rysanek, Anton Dermota und Oskar Werner erinnern sich an die historischen Meilensteine dieses Wunders:
an ein Brahms-"Requiem" am Karfreitag, dem 20. März, "Figaros Hochzeit" am 1. Mai und "Fidelio" am 6. Oktober 1945.

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