Neues Volksblatt: "Fehl am Platz" von Markus EBERT

Ausgabe vom 12. Juli 2014

Linz (OTS) - Das Bemerkenswerte an den Reaktionen zum gestern präsentierten Pensionsmonitoring war nur bedingt das, was gesagt wurde. Denn dass seitens der SPÖ beschwichtigt wird und von der ÖVP der Sozialminister in die Pflicht genommen wird, war erwartbar. Völlig ausgeblieben indes ist der Aufschrei jener, die in erster Linie die finanzielle Last des österreichischen (Früh-)Pensionsparadieses tragen - und das sind die Jungen. ÖVP-Staatssekretär Danninger hat die Fairness "gegenüber der jungen Generation, für die der Pensionsrucksack immer schwerer wird", eingemahnt. Immerhin bedeutet ein Jahr späterer Pensionsantritt eine Milliarde weniger Pensionszuschuss aus dem Budget, was in Zeiten klammer Kassen und notwendiger Sparprogramm kein Pappenstiel ist. Alarmierend sind freilich nicht nur die Zahlen, was das Pensionsantrittsalter betrifft, sondern auch jene über die Beschäftigung in den oberen Altersgruppen. Fast jeder zehnte Betrieb mit mehr als 25 Mitarbeitern hat keine Beschäftigten über 55 Jahre; umgekehrt arbeiten in der Altersgruppe der 60- bis 64-jährigen Männer nur mehr knapp 24 Prozent - und das bei einem gesetzlichen Pensionsantrittsalter für Männer von 65.
Selbst wenn man konzediert, dass endlich erste Maßnahmen gesetzt wurden, muss man gleichzeitig konstatieren, dass sie nur zögerlich greifen. Doch Zögern und Zaudern sind hier völlig fehl am Platz.

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