- 11.07.2014, 22:00:31
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Neues Volksblatt: "Fehl am Platz" von Markus EBERT
Ausgabe vom 12. Juli 2014
Utl.: Ausgabe vom 12. Juli 2014 =
Linz (OTS) - Das Bemerkenswerte an den Reaktionen zum gestern
präsentierten Pensionsmonitoring war nur bedingt das, was gesagt
wurde. Denn dass seitens der SPÖ beschwichtigt wird und von der ÖVP
der Sozialminister in die Pflicht genommen wird, war erwartbar.
Völlig ausgeblieben indes ist der Aufschrei jener, die in erster
Linie die finanzielle Last des österreichischen
(Früh-)Pensionsparadieses tragen - und das sind die Jungen.
ÖVP-Staatssekretär Danninger hat die Fairness "gegenüber der jungen
Generation, für die der Pensionsrucksack immer schwerer wird",
eingemahnt. Immerhin bedeutet ein Jahr späterer Pensionsantritt eine
Milliarde weniger Pensionszuschuss aus dem Budget, was in Zeiten
klammer Kassen und notwendiger Sparprogramm kein Pappenstiel ist.
Alarmierend sind freilich nicht nur die Zahlen, was das
Pensionsantrittsalter betrifft, sondern auch jene über die
Beschäftigung in den oberen Altersgruppen. Fast jeder zehnte Betrieb
mit mehr als 25 Mitarbeitern hat keine Beschäftigten über 55 Jahre;
umgekehrt arbeiten in der Altersgruppe der 60- bis 64-jährigen Männer
nur mehr knapp 24 Prozent - und das bei einem gesetzlichen
Pensionsantrittsalter für Männer von 65.
Selbst wenn man konzediert, dass endlich erste Maßnahmen gesetzt
wurden, muss man gleichzeitig konstatieren, dass sie nur zögerlich
greifen. Doch Zögern und Zaudern sind hier völlig fehl am Platz.
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