Faymann: "Den Reichtum einer Gesellschaft misst man daran, wie sie mit den Armen umgeht"

Bundeskanzler zu Besuch bei der "Nacht gegen Armut"

Wien (OTS/SK) - Die "Nacht gegen Armut", die von der Volkshilfe ins Leben gerufen wurde, feierte heute, Donnerstag, ihr zehnjähriges Jubiläum. Bei dem prominent-besuchten Galadinner im Rathaus waren neben Bundeskanzler Werner Faymann auch Bundespräsident Heinz Fischer, Margit Fischer, Schirmherrin der Volkshilfe, Gesundheitsminister Alois Stöger, Sozialminister Rudolf Hundstorfer, Staatssekretärin Sonja Steßl, Präsident der Volkshilfe und SPÖ-EU-Abgeordneter Josef Weidenholzer, Sozialstadträtin Sonja Wehsely und der Geschäftsführer der Volkshilfe, Erich Fenninger, anwesend. Werner Faymann betonte in seiner Rede, dass soziales Engagement, wie das der Volkshilfe, entscheidend sei im Kampf gegen Armut. Durch politische Maßnahmen wie der Mindestsicherung und einer gerechteren Verteilung des Reichtums könne und müsse man Armut bekämpfen: "Denn den Reichtum einer Gesellschaft misst man daran, wie sie mit den Ärmsten umgeht. Unsere Kraftanstrengungen müssen deshalb dazu dienen, eine Lobby für die zu sein, die es sich nicht leisten können teure Agenturen für die Durchsetzung ihrer Interessen zu engagieren: Eine Lobby für die Armen." ****

"Ich komme immer wieder in Länder, in denen die Kluft zwischen Arm und Reich noch viel stärker ausgeprägt ist als in Österreich", betonte Faymann. Doch dort fiele sie noch viel stärker ins Gewicht, "weil es Armut ohne Hilfe ist. Dort gibt es weder Volkshilfe, noch Mindestsicherung oder andere gesetzliche Ansprüche. Nur durch unser aller Anstrengung gibt es diese Rechte in Österreich", so der Bundeskanzler.

"Kreisky hat in vielen Reden und Referaten schon damals vor dem Auseinanderfallen der Gesellschaft in der Welt gewarnt", und hier müsse man aktiv werden. "Neoliberale wollen es sich einfach machen und alles den Marktkräften überlassen, nach dem Motto 'Was passiert, soll passieren', und dabei die Schutzmechanismen zur Bekämpfung der Armut abschaffen. Doch nur wenn der Markt etwas verdient, heißt das noch lange nicht, dass wir alle etwas davon bekommen", stellte Faymann klar und betonte: "Deshalb setzen wir uns für eine gerechtere Gesellschaft ein, wenn es heißt, dass soziale Rahmenbedingungen dem 'allgemeinen' Wettbewerb geopfert werden sollen."

"In jeder Industriesparte gibt es eine starke Lobby. Es gibt verlässliche Partner, die das verteidigen, was an Interesse zu verteidigen ist. Unsere Kraftanstrengungen müssen dazu dienen, eine Lobby für jene zu sein, die nicht genug Geld haben um teure Agenturen zu engagieren. Wir müssen im Kampf gegen Armut professionell und mit viel Engagement tätig sein", so Faymann.

"Ich bedanke mich daher bei allen Aktivisten, die in diesem Rahmen aktiv sind, und bei Ungerechtigkeiten nicht wegsehen, sondern politisch aktiv werden. Man kann etwas für die Fairness und die Gerechtigkeit tun", versicherte Faymann.

Weidenholzer: Chancengleichheit ist Voraussetzung für eine funktionierende Wirtschaft

"Nur wenn das Thema der Armut in die Mitte der Gesellschaft geholt wird, sind wir in der Lage Armut zu bekämpfen", sagte Weidenholzer. "Die Mindestsicherung war wirklich ein großer Wurf. Man hat sich mit viel politischem Engagement dafür eingesetzt", bemerkte der Präsident der Volkshilfe, doch darauf dürfe man sich nicht ausruhen: "Auch Menschen, die arbeiten oder bereits im Ruhestand sind, kämpfen mit der Armut. Wir müssen aufmerksam sein, dann sind wir auch in der Lage mit diesen Menschen umzugehen." Man müsse Chancengleichheit für alle schaffen : " Denn gleiche Chancen für Alle sind eine wesentliche Voraussetzung für eine funktionierende Wirtschaft. Wenn uns das gelingt, können wir sehr viel erreichen", versicherte Weidenholzer. (Schluss) dm

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