Österreichs Sicherheits- und Verteidigungsbranche mit Großaufträgen in Australien erfolgreich

Rheinmetall MAN Military Vehicles liefert Militär-Lkw für 1,1 Milliarden Euro - Branche als Nischenspezialist weltweit gefragt

Wien (OTS/PWK485) - "Österreichs Sicherheits- und Verteidigungsbranche hat weltweit einen hervorragenden Ruf als hochqualitativer Nischenspezialist. Dieser Industriezweig, dem rund 100 heimische Betriebe angehören, weist eine hohe Forschungs- und Innovationsdichte auf und wirkt daher auch oft weit in den zivilen Bereich hinein", betonte Richard Schenz, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), am Donnerstag in einem Pressegespräch.

Jüngste Exporterfolge der Branche wurden in Australien erreicht:
Die australischen Streitkräfte haben die Rheinmetall MAN Military Vehicles GmbH (RMMV) mit der Lieferung einer umfangreichen Lkw-Flotte beauftragt. Das Auftragsvolumen liegt bei 1,1 Milliarden Euro.

2.500 Lkw verschiedenster Bauart werden im Werk in Wien Liesing von Rheinmetall MAN Military Vehicles GmbH für die australischen Streitkräftegefertigt. David Gordon Stuart, Australischer Botschafter in Österreich, erläuterte, warum die Wahl auf dieses Unternehmen gefallen ist: "Über die sehr gute technische Ausstattung hinaus legen wir bei der Auftragsvergabe großen Wert auf das Know-how in den Unternehmen, die Fertigkeiten der Mitarbeiter und langfristige Kooperation. All das ist in Österreich gegeben." Australien wiederum habe eine offene, stabile und widerstandsfähige Wirtschaft und ein wettbewerbsfähiges Investitions-Umfeld und stelle daher eine gute Destination für hoch qualitative Produkte und Investitionen aus Österreich dar.

Dies zeigt auch die Größenordnung: Zusammen mit mehr als 2.100 Fahrzeugen von Mercedes (gefertigt in Graz bis Ende 2015) wird das australische Militär mit insgesamt 5.000 Lkw aus österreichischer Produktion beliefert - "dies sind etwa zwei Drittel aller Leichtnutzfahrzeuge der australischen Streitkräfte", so der Botschafter.

Wie Guido Stock, Wirtschaftsdelegierter im AC Sydney, ergänzte, wird Australien 2014/15 um rund 6% mehr im Verteidigungsbereich ausgeben und in den kommenden Jahren durch weiter wachsende Verteidigungsbudgets für spezialisierte österreichische Unternehmen ein immer bedeutenderer Markt werden.

Auftrag sichert Beschäftigung am Wiener Standort
Für das Werk der RMMV in Wien Liesing bedeutet der Großauftrag aus Australien Stabilität: "Rheinmetall MAN Military Vehicles ist eines der weltweit führenden Unternehmen für die Entwicklung, die Produktion und den Vertrieb von militärischen Radfahrzeugen mit einem wichtigen Standort in Wien, wo derzeit rund 600 Mitarbeiter tätig sind. Der Auftrag aus Australien sichert unmittelbar rund 100 Jobs und gibt dem Standort Wien damit eine solide Grundauslastung bis voraussichtlich mindestens 2019. Die Beschäftigung des RMMVÖ-Werkes Wien hat auch eine positive Ausstrahlung auf die österreichische Zulieferindustrie im Nutzfahrzeug- und Verteidigungssektor", sagte Wolfgang Schirmer, Geschäftsführer Rheinmetall MAN Military Vehicles GmbH.

Derzeit laufe in Liesing gerade die Fahrzeugentwicklung, die ersten Lkw sollen ab 2016 ausgeliefert werden, der Auftrag bis 2020 abgeschlossen sein. Schirmer ist zuversichtlich, dass weitere Aufträge der australischen Streitkräfte folgen könnten.

Branche steht für insgesamt 30.000 Jobs im Land
"Österreichs Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft stellt mit ihren 11.000 direkten und 22.000 indirekten Arbeitsplätzen nicht nur einen bedeutenden ökonomischen Faktor dar, sondern hat auch eine wichtige sicherheitspolitische Dimension. Die heimische Nachfrage reicht aber nicht aus, um sie wirtschaftlich aufrecht zu erhalten. Ohne Export laufen wir Gefahr, sie langfristig zu verlieren. Deshalb freuen wir uns besonders über dieses Auftragsvolumen", betonte Reinhard Marak, Geschäftsführer ARGE Sicherheit & Wirtschaft.

Mit ihren Hightech-Produkten erwirtschaften die Unternehmen der Branche einen Umsatz von rund 2,5 Mrd. Euro, die Exportquote liegt bei rund 95 Prozent. In der Branche gehe es schon lange nicht mehr nur um die Fertigung von klassischen Verteidigungsgütern, erläuterte Marak: "Unsere Betriebe sind mit ihren hoch innovativen und hoch technisierten Produkten in vielen Bereichen wie etwa Mobilität oder Simulation führend und auf dem ganzen Globus gefragt, wie auch die Aufträge der australischen Streitkräfte zeigen." Daher müsse alles daran gesetzt werden, dieses Know-how im Land zu stärken und zu halten: "Wenn dieses Wissen einmal abwandert, so hat man es zumindest für Jahrzehnte verloren". (PM)

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