"Universum History" über "Die letzten Tage der Sowjetunion"

Am 11. Juli um 22.40 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Vor 25 Jahren, im Sommer 1989, beginnt der Massenexodus von DDR-Bürgern in den Westen. Es ist der Anfang vom Ende des Ostblocks und der Macht der Sowjetunion. Nicht einmal zwei Jahre später wird in Moskau die rote Fahne auf dem Kreml eingeholt. "Universum History" zeigt am Freitag, dem 11. Juli 2014, um 22.40 Uhr in ORF 2 die Dokumentation "Die letzten Tage der Sowjetunion" von Jean-Charles Deniau (deutsche Bearbeitung: Edith Stohl) - den Zusammenbruch des größten Reiches des 20. Jahrhunderts.

Moskau, 31. Dezember 1991: Die rote Fahne mit Hammer und Sichel auf dem Kreml wird eingeholt. Stattdessen wird das neue dreifärbige Banner der Russischen Föderation gehisst. Dieses Ereignis, vor mehr als zwanzig Jahren, markiert das Ende der Sowjetunion und ihrer kommunistischen Ideologie. Vorausgegangen waren dem endgültigen Umbruch extrem gefährliche Tage. Gewaltandrohungen, Lügen und Erpressungen sowie das Festhalten Michail Gorbatschows auf der Krim im August 1991 begleiten den unvermeidbaren Zusammenbruch eines Regimes. Der Film zeigt, wie damals aus dem machtpolitischen Vakuum ein neuer starker Mann aufsteigt, der schließlich die Macht in der Russischen Föderation übernimmt. Es ist Boris Jelzin, der spätere Präsident Russlands, der die letzten Tage der Sowjetunion einläutet und somit ein neues Kapitel Weltgeschichte aufschlägt.

Gezeigt werden Bilddokumente dieser Zeit, beispielsweise jene Erklärung, die Michail Gorbatschow mit einer privaten Videokamera in der Präsidentenvilla auf der Halbinsel Krim aufgenommen hat, wo er von regierungskritischen Kräften festgehalten wurde. "Die Residenz auf der Krim, wo ich Urlaub mache, ist von Soldaten umzingelt. Ich stehe unter Arrest", sagt ein konsternierter Gorbatschow in grauer Strickweste und hellem Hemd. Zurück in Moskau ist es schließlich am 25. Dezember 1991 so weit: Gorbatschow verliest seinen Rücktritt, kurz und bündig: "Meine lieben Landsleute, in Anbetracht der jetzigen Situation mit der Erschaffung der Gemeinschaft unabhängiger Staaten trete ich vom Amt des Präsidenten der UdSSR zurück." Eine Erklärung dafür, warum Michail Gorbatschow am Ende scheitern musste und Boris Jelzin an die erste Stelle trat, liefert der bekannte US-amerikanische Politexperte Noam Chomsky: "Jelzin war ein brutaler starker Führer, gegen Demokratisierung, von dem sie [Anm. die Vertreter der internationalen Staatengemeinschaft] glaubte, dass er Russland unter Kontrolle halten konnte. Und das war genau die Art von Person, die Bill Clinton als Chef haben wollte."

Dass dieser Film einen außergewöhnlichen Einblick in den innersten politischen Zirkel russischer Politik gewährt, beweisen die vielen Zeitzeugen, die in "Die letzten Tage der Sowjetunion" zu Wort kommen. So erinnern sich beispielsweise der in dieser Woche verstorbene Eduard Schewardnadse, ehemaliger Außenminister unter Gorbatschow und späterer Präsident Georgiens, Lech Walesa, ehemaliger Staatspräsident Polens, Roland Dumas, einst französischer Außenminister, und nicht zuletzt Michail Gorbatschow selbst. Auch eine Reihe an renommierten Ökonomen und Politexperten wie Noam Chomsky, Stephen Cohen oder Grigory Jawlinski beleuchten etwa die wirtschaftlichen Umwälzungen, die mit dem politischen Umsturz einhergingen.

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