NEWS: Die geheimen Konten der Ex-Hypo-Bosse

Schwerer Verdacht der Ermittler - Wolfgang Kulterer und Günter Striedinger sollen sich persönlich an der Pleite-Bank bereichert haben.

Wien (OTS) - Vier Jahre intensive Arbeit waren nötig - jetzt liegen Ermittlungsergebnisse vor, die das Zeug dazu haben, die Causa Hypo Alpe Adria in einem völlig neuen Licht erscheinen zu lassen. Das Nachrichtenmagazin NEWS berichtet in seiner aktuellen Ausgabe ausführlich über einen 222 Seiten starken Abschluss-Bericht der SOKO Hypo zu den Hypo-Kreditfällen "AB Maris" und "Darija". Laut Ermittlern "besteht der begründete Verdacht, dass die ehemaligen Vorstände/Machthaber der HAAB/HBInt Mag. Striedinger Günter und Dr. Kulterer Wolfgang (...) wirtschaftlich hinter den von der HAAB/HBInt. Kreditfinanzierten Projekten" standen und somit "als die wahren Profiteure" anzusehen seien. Laut Verdachtslage hätten Kulterer und Striedinger durch Missbrauch ihrer Befugnisse "einen bis dato nicht bezifferbaren Vermögensvorteil erlangt".

Das ist eine völlig neue Wendung in der Hypo-Causa. Auch wenn Kulterer und Striedinger bereits zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt wurden, war seitens der Behörden bisher nie ernsthaft davon die Rede, dass sie sich persönlich bereichert hätten. Die Ermittler stießen nun jedoch auf anonyme "Nummerndepots" bei der Sparkasse Bludenz, Filiale Lech am Arlberg, die laut SOKO-Bericht Kulterer und Striedinger zuzurechnen sind. Dort sollen jene Aktien hinterlegt worden sein, über die die Ex-Hypo-Bosse - laut Verdachtslage - zu je einem Drittel an den Projekten "AB Maris" und "Darija" beteiligt waren. Im entsprechenden Zeitraum überwies die Hypo zumindest 20 Millionen Euro in das Firmenkonstrukt rund um diese Projektgesellschaften.

Im Rahmen der Ermittlungen stießen die SOKO und die von der Bank eingerichtete "CSI Hypo" nicht nur auf den erwähnten Bereicherungsverdacht, sondern entdeckten auch Hinweise auf unversteuerte Bankguthaben, Schmiergeldzahlungen und eine millionenschwere Barbehebung in Liechtenstein. Angestoßen wurden die Ermittlungen im Jahr 2010 durch eine Anzeige der Anwaltskanzlei "Held Berdnik Astner & Partner", die für die Hypo tätig ist. Kulterer und Striedinger haben sämtliche Vorwürfe immer bestritten. Sie verwiesen immer darauf, dass das Projekt 2010 an einen Investor verkauft wurde, der der Hypo alle offenen Gelder zurückbezahlt hat. Im Umfeld der Bank geht man jedoch trotzdem davon aus, dass die Hypo bei einer Bereicherung der Ex-Vorstände um den entsprechenden Betrag geschädigt worden wäre. Für alle Betroffenen gilt in vollem Umfang die Unschuldsvermutung.

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