- 08.07.2014, 11:43:02
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Primärversorgung in Niederösterreich
Ein Neues Konzept ohne Krankenkasse und Ärztevertretung?
Utl.: Ein Neues Konzept ohne Krankenkasse und Ärztevertretung? =
Wien (OTS) - Mit großem Erstaunen reagiert Dr. Christoph Reisner,
MSc, Präsident der NÖ Ärztekammer, auf den Vorstoß von
Landeshauptmann-Stellevertreter Mag. Wolfgang Sobotka, die
Primärversorgung im heimischen Gesundheitssystem weiterentwickeln zu
wollen. "Dieses Vorhaben ist zwar löblich, verwunderlich ist dabei
allerdings, dass dies ohne die beiden Institutionen geschieht, die
für die Primärversorgung zuständig sind: Nämlich die
Gebietskrankenkasse und die Ärztekammer." Bei der heutigen
Pressekonferenz war lediglich einer der mehr als 7.000 Ärztinnen und
Ärzte in Niederösterreich an der Seite von Mag. Sobotka, allerdings
ohne irgendein offizielles Mandat. "Ein ehemaliger Standespolitiker
der Ärztekammer, der bei der letzten Kammerwahl abgewählt wurde und
keinerlei Funktion mehr ausübt."
Inhaltlich sind die Vorschläge von Mag. Sobotka nichts wirklich
Neues: Mit üblichen Floskeln wie "multiprofessioneller und
interdisziplinärer Zusammenarbeit" soll die bedarfsorientierte
Versorgung gestärkt, die Spitalsambulanzen sollen entlastet und
Parallelstrukturen im System verhindert werden. Dazu bedürfte es laut
Präsident Dr. Reisner jedoch keiner Neukonzeption des Systems mit
möglicherweise schwerfälligen Verwaltungseinheiten, sondern lediglich
eines sinnvollen patientenbezogenen Managements der derzeit schon
bestehenden Strukturen, die für ein ländliches Bundesland wie
Niederösterreich sehr gut geeignet sind. "Was uns jedoch bei der
ganzen Diskussion vor allem fehlt sind konkrete Planungen, wie man
sich die Primärversorgung der Zukunft wirklich vorstellt. Mit leeren
Worthülsen kann niemand etwas anfangen."
Präsident Dr. Reisner stellt klar: "Wir waren und sind die
offiziellen Vertreter der Ärzteschaft und werden das auch in Zukunft
bleiben. Gebietskrankenkasse und Land haben den Auftrag den
Landeszielsteuerungsvertrag umzusetzen, mit der Ärzteschaft als
Vertragspartner. Verwunderlich ist, dass man uns nicht ins Boot holt
und unsere Expertise sowie unsere Konzepte zumindest prüft. Dieses
Verhalten ist sehr seltsam." Die Versorgung im niedergelassenen
Bereich wird derzeit in Vertragspartnerschaft zwischen der NÖ
Ärztekammer und der NÖ Gebietskrankenkasse geregelt. Mehr als 1.300
Kassenärztinnen und Kassenärzte sowie etwa 1.900 Wahlärztinnen und
Wahlärzte in Niederösterreich erbringen mehr als 20 Millionen
Behandlungen und 500.000 Visiten pro Jahr.
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