• 02.07.2014, 13:52:40
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MA 48: Von der Biotonne ins Blumenbeet: Bester Kompost und Erde aus neuer Hightech-Anlage in der Lobau

Sima/Scheed eröffnen neue Bioaufbereitungsanlage im Kompostwerk Lobau

Utl.: Sima/Scheed eröffnen neue Bioaufbereitungsanlage im
Kompostwerk Lobau =

Wien (OTS) - Von der Biotonne ins Blumenbeet - Wiens
Biokreislaufwirtschaft wurde bereits 1991 in Gang gesetzt und seither
laufend modernisiert. Heute präsentierte Umweltstadträtin Ulli Sima
gemeinsam mit Bezirksvorsteher Norbert Scheed die im Kompostwerk
Lobau neu errichtete Aufbereitungsanlage. In dieser werden jährlich
100.000 Tonnen Bioabfälle für die am selben Standort stattfindende
Kompostierung aufbereitet. "Ausgangsmaterial für Wiener Kompost sind
die pflanzlichen Bioabfälle, die die MA 48 in den über 82.000
Biotonnen im Grüngürtel der Stadt sammelt", erläutert
Umweltstadträtin Ulli Sima, die stolz ist auf den funktionierenden
Kreislauf der biogenen Abfälle in der Millionenstadt.

Bislang wurden die biogenen Abfälle im Rinterzelt im 22. Bezirk
aufbereitet. Ab heuer erfolgen sowohl Aufbereitung als auch
Kompostierung gemeinsam am Standort in der Lobau. Damit werden Kosten
gespart, Transporte reduziert und die Effizienz gesteigert. "Die neue
Aufbereitungsanlage im Kompostwerk Stadlau ist ein weiterer Beitrag
in einem nachhaltigen Umgang mit Abfällen. Für die Donaustadt als
erstem Wiener Bezirk mit einem Nachhaltigkeitsleitbild ist das ein
wichtiger Schritt in die richtige Richtung", so Bezirksvorsteher
Norbert Scheed bei der heutigen Eröffnung.

Aktiver Klimaschutz durchs Wiens Kreislaufwirtschaft

Bereits seit den 90er Jahren ist Hauptziel der Wiener
Biokreislaufwirtschaft, biogene Abfälle nicht zu entsorgen, sondern
zu verwerten. Heute verfügt die Stadt Wien daher nicht nur über das
modernisierte Kompostwerk für Gartenabfälle, sondern über eine
Biogasanlage für Speisereste und ein Biomassekraftwerk. Aus Biomasse
und Biogas entsteht wertvolle, klimaneutrale Energie - die Wiener
Kreislaufwirtschaft leistet somit einen wesentlichen Beitrag zum
Umwelt- und Klimaschutz in Wien. Speziell der Wiener Kompost dient
der Bodenverbesserung und ersetzt mineralischen Dünger. Wiener
Kompost, der auch mit dem Österreichischen Kompostgütezeichen
ausgezeichnet ist, trägt speziell zum Klimaschutz bei.

Aufbereitung und Kompostierung auf 5 ha am Standort Lobau

In der mechanischen Aufbereitungsanlage in der Lobau wird das
gesammelte Material zerkleinert, abgesiebt und von Verunreinigungen
und Metallen befreit. Anschließend wird es mit vorzerkleinertem
Strukturmaterial gemischt und mit Wasser befeuchtet. Die so
aufbereitete Kompostrohfraktion (rund 100.000 t) wird in sogenannten
Zeilenmieten auf die Rottefläche aufgebracht. Während der gesamten
Rottephase wird das Material mit Kompostumsetzmaschinen gewendet und
bewässert. Dadurch ist die für einen optimalen Prozessablauf
notwendige Luftzufuhr unter Einhaltung des idealen Wassergehalts
gewährleistet. Nach acht bis zehn Wochen ist das Kompostmaterial
ausreichend gereift und 40.000 bis 50.000 t Kompost werden für die
nachfolgende Vermarktung abgesiebt.

Das Kompostwerk Lobau besteht aus einer etwa 5,2 Hektar großen,
befestigten und absolut wasserdichten Rottefläche. Alle Sicker- und
Regenwässer werden in einem Rinnen- und Kanalisationssystem erfasst.
Sämtliche mobilen Maschinen zur Kompostierung werden umweltfreundlich
mit Biodiesel betrieben, der aus ca. 320.000 kg Altspeiseölen und
-fetten hergestellt wird, die von den WienerInnen bei der MA 48
abgegeben werden.

Gleichzeitig mit der Standortkonzentration der Bioabfallbehandlung
wurden auch 27 Sammelfahrzeuge und LenkerInnen der Biosammeltouren
direkt am Standort Lobau stationiert. Mit der Reduktion von
Transporten, der Zusammenlegung der Anlage zur mechanischen
Aufbereitung und der Kompostierung am selben Standort sowie der
Stationierung der Sammelstrecken am Entleerort wird auch der Ausstoß
klimarelevanter Emissionen durch die Bioabfallwirtschaft reduziert.

"Guter Grund"-Erde und Kompost für die Wienerinnen und Wiener

Der Kompost aus der Lobau steht allen Wienerinnen und Wienern
gratis zur Verfügung. Über 6.000 Tonnen pro Jahr werden von der
Wiener Bevölkerung bei den Mistplätzen abgeholt. Nach einer Anmeldung
der Kompostanlieferung und gegen Erstattung der Transportkosten wird
der Kompost auch zu Kleingartenvereinen oder privaten
Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzern transportiert.

Seit April 2009 wird aus dem Kompost auch die fertig abgemischte
torffreie Erde "Guter Grund" in Kooperation mit einem privaten
Erdenhersteller, der Firma terrasan, in Wien produziert. Die Erde
gibt es in Säcken zu 18 und 40 Litern und kann auf allen Wiener
Mistplätzen gekauft werden. Sie enthält neben dem Kompost aus der
Wiener Biotonne auch einen stickstoffstabilisierten Rindenhumus und
thermisch druckimprägnierte Holzfasern. Ergänzende Nährstoffe werden
ausschließlich in Form von organischen Düngemitteln hinzugefügt. Die
torffreie Erde entspricht seit 2011 auch den strengen Vorgaben des
Österreichischen Umweltzeichens, welche laufend durch unabhängige
Gutachten überprüft werden. Seit 2009 wurden bereits über 125.000
Erdensäcke der MA 48 auf den Mistplätzen verkauft - ein Zeichen der
hervorragenden Qualität. 15.000 bis 20.000 t Kompost werden pro Jahr
an das Wiener Erdenwerk der Firma terrasan als eines der
Ausgangssubstrate für deren Produktion und weiteren Vertrieb der
verschiedenartigsten Spezialerden herangezogen.

Eine ganz besondere Aufgabe der Wiener Biokreislaufwirtschaft ist
auch die Versorgung der Wiener Landwirtschaft, allen voran der
biologisch wirtschaftenden Betriebe, mit Kompost. Neben privaten
Abnehmern sind hier die Hauptabnehmerin die MA 49 - mit 1.000 ha eine
der größten Biobäuerinnen Österreichs und die MA 42 - Wiener
Stadtgärten.

rk-Fotoservice: www.wien.gv.at/pressebilder

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