• 30.06.2014, 18:30:31
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: "Die Flasche ist halb voll" - von Hans-Jörg Bruckberger

Die Saat der Unternehmen ist ausgebracht, jetzt müssen die Umsätze steigen.

Utl.: Die Saat der Unternehmen ist ausgebracht, jetzt müssen die
Umsätze steigen. =

Wien (OTS) - Zugegeben, ein Boom schaut anders aus, eine robuste
Weltkonjunktur ebenfalls. Aber immerhin: Es geht bergauf. Das globale
BIP-Wachstum sollte heuer deutlich über drei Prozent liegen (der IWF
rechnet mit 3,6 Prozent) und 2015 weiter an Fahrt aufnehmen. Zwar
haben Märkte wie China an Dynamik verloren, dafür befindet sich aber
auch keine Region mehr in einer Rezession. Und: Ginge es allzu rasch
bergauf, bestünde erst wieder die Gefahr einer Überhitzung. So aber
ist die Ausgangssituation für Unternehmen keine schlechte. Jedenfalls
nicht für solche, die global aufgestellt und diversifiziert genug
sind, um Schwankungen an einzelnen Märkten ausgleichen zu können.

Viele österreichische Konzerne haben dies erkannt und entsprechend
reagiert: Eine Voestalpine zieht in den USA ein Werk auf, Palfinger
kauft weltweit zu. Zugute kommt den Unternehmen, dass sie sich dank
des tiefen Zinsniveaus historisch günstig refinanzieren können.

Alles in allem also kein schlechtes Umfeld - auch nicht für
Aktionäre. Dass amerikanische Leitindizes längst Rekordhochs erreicht
haben, ist nur psychologisch störend. Gerade US-Unternehmen stehen
hervorragend da, verdienen ja auch so viel wie nie zuvor in der
Geschichte - und zwar absolut wie relativ zum Umsatz, wie historisch
hohe EBIT-Margen belegen. Europa hinkt hinterher, hat damit umso mehr
Aufholpotenzial.

Die Bewertungen (der Dow Jones weist ein KGV von fast 16 auf und
notiert zum beinahe dreifachen Buchwert) sind nicht mehr günstig,
liegen aber noch im historischen Schnitt. Aktien sind also fair
bewertet, von einer Blase keine Spur. Das heißt im Grunde eines: Das
künftige Kurspotenzial liegt in einer weiter anziehenden Konjunktur.

Nachdem die Bilanzen in der Krise auf Vordermann gebracht wurden und
zuletzt die Gewinne dank Kostensenkungen und Restrukturierungen
optimiert wurden, bedarf es jetzt steigender Umsätze. Dann könnten
enorme Hebel in Kraft treten und es mit Gewinnen wie Kursen noch weit
nach oben gehen. Wer schon in schwierigen Zeiten Rekordgewinne
einfährt, braucht einen zarten Aufschwung nicht zu fürchten.

Anleger haben sowieso keine Alternative: Drei Prozent und mehr
Dividendenrendite, wie sie sichere Qualitätstitel á la McDonald's
oder Pfizer, aber auch Unilever, derzeit bieten, plus Kursfantasie
sind im aktuellen Zinsumfeld eine unschlagbare Kombi.

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