Neue Studie zu Müll auf Verkehrswegen

Mehrheit wirft Zigaretten aus dem Autofenster

Wien (OTS) -

  • Fast jedem sind saubere Verkehrswege wichtig
  • Österreichs Verkehrswege werden als sehr sauber empfunden
  • Über 80 % fühlen sich durch Müll auf der Straße gestört
  • Zigarettenstummeln werden von jedem Zweiten aus dem Autofenster geworfen
  • Wegwerfen von Müll auf die Straße wird häufig beobachtet
  • Eigenverantwortung ist zu wenig ausgeprägt

Laut einer aktuellen Studie von "Reinwerfen statt Wegwerfen" in Kooperation mit dem ÖAMTC ist Littering, das achtlose Wegwerfen von Abfällen in der Landschaft, ein heißes Thema. Denn 96 % der Befragten sind saubere Verkehrswege sehr bzw. eher wichtig. 83 % stört es sehr, wenn andere Personen ihren Müll achtlos auf Verkehrswegen wegwerfen. Was auch offenbar noch häufig passiert: So geben 85 % an, andere beim Littering auf Straßen oft oder gelegentlich zu beobachten.

Die Zufriedenheit mit der Ist-Situation ist dennoch hoch: "Wir freuen uns, dass die große Mehrheit, nämlich 85 % der Bevölkerung, Österreichs Straßen auf dem Land als sehr bzw. eher sauber empfinden. Im Stadtgebiet sind es 76 %", betont Oliver Schmerold, Verbandsdirektor des ÖAMTC, die positiven Aspekte. "Wir möchten, dass die Zufriedenheit so hoch bleibt - damit Mobilität auch in Zukunft in schöner, sauberer Umgebung möglich ist." Auch im Vergleich zu klassischen Urlaubsländern liegt Österreich in der Wahrnehmung der Bevölkerung im Spitzenfeld. Mit der Note 2,0 (1=sehr sauber, 4=überhaupt nicht sauber) teilen wir uns mit Deutschland den zweiten Platz hinter der Schweiz mit 1,6.

Die Verantwortung dafür sieht jedoch jeder Zweite nicht bei sich selbst, sondern bei anderen. Werner Knausz, Vorstand der Altstoff Recycling Austria und Mastermind von "Reinwerfen statt Wegwerfen" analysiert: "Man verlässt sich auf eine funktionierende Müllbeseitigung." Diese wird auch von 86 % als sehr gut oder eher gut bewertet. "Unser Ziel ist es, mit bewusstseinsbildenden Maßnahmen zu erreichen, dass Abfälle nicht achtlos weggeworfen werden. Damit entlasten wir die Flurreinigung und schonen die Umwelt."

Sind Zigaretten kein Müll?

Durch Lebensmittel anfallender Müll wird während einer Autofahrt von einem Großteil (57 %) in einem Sackerl im Fahrzeug deponiert. 35 % lagern den Abfall im Fach der Autotüre und 28 % im Fußraum der Beifahrerseite. Nahezu niemand (0,1%) gibt an, ihn aus dem Fenster zu werfen. Ganz anders verhält es sich bei Zigaretten: 53 % der Befragten geben zu, ihre Zigaretten durch das Autofenster zu entsorgen. Beim Wegwerfen von Zigarettenstummeln sinkt das Unrechtsbewusstsein rapide ab. Zigaretten werden offenbar nicht als Müll gesehen, was leider ein Irrglaube ist. Vor allem jüngeren Verkehrsteilnehmern zwischen 14 und 29 fehlt es mit einem Wert von 64 % am notwendigen Problembewusstsein.

Fehleinschätzung der Verrottungsdauer

Laut den Studienergebnissen ist den meisten bewusst, dass in die Landschaft geworfene Abfälle teilweise nur schwer verrotten. Jedoch weichen die Einschätzungen der Verrottungsdauer von der Realität ab. So liegt der angegebene Medianwert bei der Verrottung von Zigarettenstummeln bei drei Jahren, d.h. die Hälfte der Befragten schätzt weniger als drei Jahre, die andere Hälfte mehr. Die tatsächliche Dauer liegt, abhängig vom Umgebungsklima, zwischen 0,5 und 2 Jahren. Hingegen werden bei PET-Flaschen 40 Jahre geschätzt. De facto verrottet das Flaschenmaterial jedoch nie. PET zerfällt zwar, ist aber - wenn auch unsichtbar - weiterhin vorhanden. Die Notwendigkeit einer ordentlichen Sammlung mit angehängtem Recycling von während der Fahrt anfallendem Müll muss daher stets betont werden.

Häufig Abfälle im Auto

Müll im Auto ist jedenfalls ein Thema. Knapp die Hälfte gibt an, sehr oft bis gelegentlich Essen oder Getränke während der Fahrt zu konsumieren. Wenn die Fahrt länger als zwei Stunden dauert, packen 80 % entsprechenden Proviant ein. Ganz oben stehen dabei PET-Flaschen mit 83 %. Dahinter Kaugummis (56 %), Süßigkeiten (47 %), Sandwiches/Brote (36 %) und Getränke in Dosen mit 34 %.
Diese Abfälle werden meist erst zu Hause wieder entsorgt (79 %). Am Ankunftsort werfen 48 % der Befragten den Müll weg und 45 % entledigen sich des Abfalls unterwegs in einer Mülltonne.

"Die anfallenden Überreste bleiben relativ lange im Auto verstaut. Da die eingebauten Aschenbecher nur bedingt dazu geeignet sind, Müll aufzubewahren, braucht es entsprechende Sammelhilfen für unterwegs. Deshalb haben wir den mobag, einen mobilen Sammelbeutel, kreiert, der besonders geeignet für den Einsatz im Auto ist", bietet Knausz abschließend eine praktische Lösung an.

ÖAMTC

Mit 1,9 Millionen Mitgliedern ist der ÖAMTC der größte Verein in Österreich und der siebtgrößte Mobilitätsclub weltweit. Bereits vor 100 Jahren hat sich der ÖAMTC als der führende Mobilitätsdienstleister in Österreich etabliert. In einem Bereich, der nicht nur von wirtschaftlichen, sozialen und politischen Faktoren beeinflusst wird, sondern auch den sich ändernden Gewohnheiten der Gesellschaft unterworfen ist. Sein Schwerpunkt ist dabei immer derselbe geblieben: seinen Mitgliedern umfassend Schutz und Hilfe zu bieten, wenn sie unterwegs sind. Die Förderung der Mobilität unter besonderer Bedachtnahme auf soziale Verträglichkeit, Schonung der Ressourcen, Ausgleich von gegensätzlichen Interessen zwischen individueller Mobilität und Umweltschutz, wechselseitige Hilfe und Unterstützung der Verkehrsteilnehmer ist als oberster Vereinszweck in den Statuten fest-gelegt und wird tagtäglich gelebt. Mehr Infos unter: www.oeamtc.at

Über "Reinwerfen statt Wegwerfen"

"Reinwerfen statt Wegwerfen" ist eine Initiative von Österreichs Wirtschaft und der ARA. Sie reali-siert und fördert bewusstseinsbildende Maßnahmen für ein sauberes Österreich und gegen das Wegwerfen von Müll auf der Straße, in der Landschaft oder in Gewässer. Die Umsetzung erfolgt durch die Altstoff Recycling Austria AG (ARA). Mehr Infos unter: www.reinwerfen.at und auf Face-book unter: www.facebook.com/reinwerfen.

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