• 26.06.2014, 11:18:30
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Gedenkjahr 2014: "ZiB 2 History" live aus Schönbrunn, danach "Der Untergang der Szent István" in "Universum History"

Am 27. Juni ab 22.30 Uhr in ORF 2

Utl.: Am 27. Juni ab 22.30 Uhr in ORF 2 =

Wien (OTS) - Am 28. Juni 2014 jährt sich das Attentat von Sarajevo
zum 100. Mal. Mit der Ermordung des österreichisch-ungarischen
Thronfolgerpaars werden im Sommer 1914 jene Ereignisse in Gang
gesetzt, die zur Katastrophe des Ersten Weltkriegs führen. Aus diesem
Anlass präsentiert Lou Lorenz-Dittlbacher im Rahmen des
Programmschwerpunkts "Gedenkjahr 2014 - 100 Jahre Erster Weltkrieg"
am Freitag, dem 27. Juni 2014, um 22.30 Uhr in ORF 2 live aus
Schönbrunn, dem Symbol jener Welt, die mit dem Krieg untergegangen
ist, eine halbstündige "ZiB 2 History". Das Besondere an dieser
Sendung: Die ORF-Information berichtet nicht über ein aktuelles,
sondern über ein historisches Großereignis - mit Beiträgen und mit
Schaltungen zu Korrespondenten und mit Experten und Betroffenen im
Studio. War der Krieg tatsächlich nicht zu vermeiden? Wie hat der
Erste Weltkrieg die Welt verändert? Diesen Fragen widmen sich
Reportagen und Live-Berichte von den historischen Schauplätzen - aus
Sarajevo, aus Berlin und St. Petersburg. Dazu gibt es Live-Gespräche
mit dem Enkel des letzten österreichischen Kaisers, Karl
Habsburg-Lothringen, und dem renommierten Militärhistoriker Manfried
Rauchensteiner.

"ZiB 2 History" am 27. Juni live aus Schönbrunn

Karl Habsburg wird aus Sarajevo zugeschaltet, wo er an einer
Gedenkveranstaltung teilnimmt. Als Enkel des letzten Kaisers und
offizielles Oberhaupt der ehemals regierenden Familie soll er u. a.
Antworten auf folgende Frage liefern: Wurde innerhalb der Familie
jemals über "Mitverantwortung" und über "Schuld" gesprochen?
Historiker Manfried Rauchensteiner wird u. a. zu folgenden Fragen
Stellung nehmen: War das Attentat in Sarajewo tatsächlich Auslöser
für den "großen Krieg"? Kann man mit 100 Jahren Abstand unbefangen
über die "Schuldfrage" sprechen? Und welche Erkenntnisse liefern die
jüngsten Forschungsarbeiten und Publikationen?

Die ORF-Korrespondentinnen und -Korrespondenten geben vor allem über
die jeweilige Auseinandersetzung mit dem Ersten Weltkrieg Auskunft:
Christian Wehrschütz in Sarajevo berichtet, wie schwierig der Umgang
in Bosnien und in Serbien mit dem Gedenken an 1914 ist. Mit Peter
Fritz und mit Carola Schneider in Berlin bzw. in St. Petersburg
stellt die "ZiB 2 History" einen Vergleich an - Krisenmanagement anno
1914 und Krisenmanagement 2014 - wäre die Katastrophe damals zu
vermeiden gewesen? Hat man aus den Ereignissen damals gelernt? Wie
geht man heute mit Krisen und Konflikten um? Die Beiträge selbst
spannen einen Bogen vom Attentat 1914 bis zu den Folgen des Ersten
Weltkriegs. Zu Wort kommt dabei auch Christopher Clark, der mit
seinem Buch "Die Schlafwandler" das meiste Aufsehen unter jüngsten
Publikationen zum Ersten Weltkrieg erregt hat.

"Universum History: Der Untergang der Szent István - Das letzte
Schlachtschiff des Kaisers"

"Das Schiff steht Kiel nach oben. Es gibt keinen Halt mehr. Wir
werden hinuntergeschleudert und von den scharfen Muscheln, mit denen
das Schiff bewachsen ist, schwer verwundet. Ich selbst konnte mich
durch Schwimmen retten", schildert Franz Dueller in seinem Bericht
den Untergang der Szent István. Dieses Geschehen wurde gefilmt: von
einem Kameramann an Bord der Tegetthoff. Es sollten Jubelbilder
werden, mit denen man den ersten Kriegseinsatz des neuen
Kampfschiffes propagandistisch ausschlachten wollte. Stattdessen
entstand ein Dokument des Grauens.

Die Szent István reißt nicht nur 89 Seeleute in den Tod; ihr
Untergang wird auch zum Symbol für das Ende der k. u. k. Monarchie.
Der letzte Kraftakt Österreich-Ungarns bleibt erfolglos. Wenig später
zerbricht das riesige Habsburgerreich. Die dramatischen Augenblicke
dieser Schiffstragödie wurden in Spielszenen nachgezeichnet, gedreht
auf historischen Schiffen in Rostock und Athen. Über den Untergang
dieses historisch bedeutsamen Schlachtschiffs kursieren bis heute
wilde Spekulationen. Die entscheidende Frage aber ist noch ungeklärt:
Wie war es möglich, dass zwei Torpedotreffer eine so verheerende
Wirkung hatten? Hatte das modernste Schlachtschiff der k. u. k.
Kriegsmarine eine technische Schwachstelle? Lassen sich
Konstruktionsmängel nachweisen? In dem spannenden Doku-Drama wird die
Spurensuche aufgenommen. Ein kroatisches Expertenteam tauchte zum
Wrack, um das Rätsel der Szent István endgültig zu lösen.

Die SMS Szent István, eines von vier Großkampfschiffen der
österreichisch-ungarischen Kriegsmarine, gehörte zur modernen
Dreadnought-Klasse: eine Riesenwaffe, ausgestattet mit
Drillingstürmen, errichtet im Hafen von Fiume (heute Rijeka), mit
einer Bausumme von 60 Millionen Kronen. Das Schiff galt als Herzstück
der k. u. k. Flotte und lag 937 Tage untätig im Kriegshafen von Pula,
ehe es am 9. Juni 1918 gemeinsam mit dem Schwesternschiff Tegetthoff
zu einer Großoffensive auslief: dem Angriff auf die Sperre von
Otranto. Mit dieser Offensive hoffte Österreich-Ungarn, das
Kriegsglück zu wenden. Doch dazu sollte es nicht kommen. Am 10. Juni
um 3.15 Uhr wird die Szent István von zwei Torpedos getroffen und
sinkt in der Adria.

Der Untergang dieses gigantischen Kampfschiffes ist die Folge einer
dramatischen Kettenreaktion, die mit dem verspäteten Auslaufen des
Schiffes ihren Anfang nimmt. Die geplante Feindfahrt sollte so lange
wie möglich geheim bleiben, und so vergisst man, die Hafensperre
rechtzeitig zu öffnen. Ein Zwischenfall, der zu einer Stunde
Verspätung führt. Um den Zeitverlust aufzuholen, wird die
Fahrgeschwindigkeit erhöht. Denn die Flotte soll noch vor
Tagesanbruch die Bucht von Tajer erreichen, wo sie sich tagsüber
versteckt halten kann. Die Heizer arbeiteten auf Hochdruck, doch es
fehlt ihnen an Übung. Die dadurch entstandene Rauchentwicklung, die
auch auf die feuchte Kohle zurückzuführen ist, erweist sich als
verhängnisvoll. Eine hohe Rauchfahne verrät die Szent István. Sie
wird von einem italienischen Torpedoboot entdeckt und torpediert.

Der erfolgreiche Schütze heißt Luigi Rizzo. Die kühne Aktion des
Sizilianers vereitelt den Angriffsplan der k. u. k. Flotte. Rizzo
gilt seither in Italien als Nationalheld. Auf dem sinkenden Schiff
wird ein anderer Mann zum Held: der Österreicher Franz Dueller. Der
Unteroffizier ist Leiter der Maschinenmannschaft im achtern
Kesselraum, wo der zweite Torpedo eingeschlagen hat. Dueller und
seiner Mannschaft gelingt es, das Schiff fast drei Stunden über
Wasser zu halten. Dadurch kann sich der Großteil der Besatzung
retten.

Für die Dreharbeiten zu "Der Untergang der Szent István - Das letzte
Schlachtschiff des Kaisers" begibt sich Valerie Herrnstein, die
Tochter Franz Duellers, auf eine Spurensuche. Sie reist in die
Vergangenheit, in die Küstenstadt Pula, wo die Marinelaufbahn ihres
Vaters einst begonnen hatte. In der Marinebibliothek der kroatischen
Stadt findet sie auch den Bericht ihres Vaters, den sie bisher nicht
gekannt hat. So lassen sich die letzten Stunden Franz Duellers auf
dem sinkenden Schiff rekonstruieren. Für die Kameraführung des Films
- einer Koproduktion von Interspot Film, Vidicom, ORF, ZDF, ARTE und
BMUKK in Zusammenarbeit mit SF und DocLab, gefördert von Fernsehfonds
Austria und dem Media Plus Programm der Europäischen Union - zeichnet
Stephan Mussil verantwortlich.

"Sarajevo Concert 2014" am 28. Juni

Einer der ganz großen und symbolträchtigen Höhepunkte des
Gedenkjahres steht am tatsächlichen Jahrestag, am Samstag, dem 28.
Juni, live-zeitversetzt um 21.20 Uhr in ORF 2 auf dem Programm: Die
Wiener Philharmoniker unter der künstlerischen Leitung von
Generalmusikdirektor Franz Welser-Möst erinnern mit dem "Sarajevo
Concert 2014" an den Beginn des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren. Das
in fast 30 Länder übertragene Gedenkkonzert findet in der
"Vijecnica", dem ehemaligen Rathaus Sarajevos, statt. Auch das
ORF-III- und ORF-Radio-Programm steht am 28. Juni im Zeichen des
Gedenktages. Ausführliche Infos sind in der OTS0111 von heute und auf
presse.ORF.at angeführt.

Originalaufnahmen vom Untergang der Szent István und der Bericht des
Maschinenleiters Franz Dueller bilden danach um 23.05 Uhr in ORF 2
die Grundlage des "Universum History"-Doku-Dramas "Der Untergang der
Szent István - Das letzte Schlachtschiff des Kaisers" von Maria
Magdalena Koller. Um 23.55 Uhr folgt Götz Spielmanns
Schnitzler-Verfilmung "Spiel im Morgengrauen" mit Fritz Karl, Birgit
Minichmayr und Karlheinz Hackl.

Nähere Informationen zum ORF-Programmschwerpunkt "Gedenkjahr 2014 -
100 Jahre Erster Weltkrieg" sind unter http://presse.ORF.at
verfügbar.

Beide Sendungen sind nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als
Video-on-Demand abrufbar und werden auch als Live-Stream auf der
ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten.

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