- 25.06.2014, 14:20:24
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55. Wiener Gemeinderat (4)
Mitteilung des Bürgermeisters zum Thema "Smart City"
Utl.: Mitteilung des Bürgermeisters zum Thema "Smart City" =
Wien (OTS) - Bgm. Dr. Michael Häupl (SPÖ) erklärte, dass der
Klimawandel und die Urbanisierung die Welt in eine besondere
Situation gebracht hätten. Im globalen Maßstab müssten rasch
tiefgreifende Maßnahmen gesetzt werden. Wien versuche daher in Europa
mit bekannten Smart-City Vorreiterstädten wie Kopenhagen, Stockholm
oder Amsterdam einen klugen Weg der Transformation städtischen Lebens
zu entwickeln. Er definierte Smart City als eine Stadt die sich den
Herausforderungen stelle, die mit sinkenden Ressourcenverbrauch bei
wachsenden Anforderungen verbunden seien. Zugleich solle eine Smart
City in hohem Maß auf Sozialinklusion und Aufrechterhaltung der hohen
Lebensqualität achten. Dies würde vor allem durch Innovation in
sämtlichen Bereichen des städtischen Lebens gelingen.
Der zeitliche Horizont der Rahmenstrategie reiche bis 2050, da die
nötigen, oft grundlegenden Veränderungen im Energie-, Mobilitäts-
oder Gebäudebereich nicht "über Nacht" erfolgen könnten. Der
inhaltliche Bogen spanne sich von der Zukunft des Forschungs- und
Wirtschaftsstandortes bis hin zur Aufrechterhaltung hochwertiger
sozialer Errungenschaften. Sie sei eine Gesamtstrategie für die
Stadt, unter dem Motto "G'scheite Lösungen für komplizierte Probleme
finden". Die Ziele 2050 könnten nur mit umfassenden Innovationen in
Bereichen wie Energie, Mobilität, Gesundheitsversorgung, Bauen,
Bildung oder Kommunikation erreicht werden. Eine Smart City erfordere
klare Zielsetzungen in der räumlichen Entwicklung der Stadt, wie die
stärkere funktionale Durchmischung der Stadtteile mit den Dimensionen
Wohnen, Arbeiten und soziale Aktivitäten sowie das Weiterbauen an
einer kompakten Stadt mit gleichzeitig hohen Freiraumqualitäten, also
einer "Stadt der kurzen Wege". "Labor" für einen smarten Stadtteil
sei zweifelsohne die Seestadt Aspern, die eine Vielzahl der bereits
erwähnten Aspekte einer "Stadt der Zukunft" aufweise.
StR Mag. Manfred Juraczka (ÖVP) begrüßte es, dass Rot-Grün beginne
sich Gedanken über die Zukunft zu machen. Dies sei wichtig, um die
Lebensqualität in Wien zu halten und auszubauen. Neben den smarten
Schlagworten Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und Einsatz von
Informations- und Kommunikationstechnologien müsse man sich auch
Gedanken über soziale Sicherheit machen. "Digital Divide" müsse
verhindert werden. An die Glasfasertechnologie seien heute jedoch nur
3.000 Haushalte angeschlossen. "Cable Runner" sei von Wien Kanal
erfunden und patentiert worden, jedoch es nie genützt, sondern
verkauft worden. Dies sei weder nachhaltig noch "smart". Im Bereich
Verkehr sah Juraczka die Einführung von Verkehrsleitsystemen als
notwendig. 3D-Drucker sollten sich in Zukunft zur größten Branche
entwickeln. Er schlug daher vor, auf diese Unternehmen zuzugehen und
ihnen eine Chance anzubieten, ihre Headquarter in Wien zu
stationieren.
GR Mag. Rüdiger Maresch (Grüne) erklärte, dass MitarbeiterInnen
schon seit Monaten und Jahren an der Smart-City-Strategie arbeiten
würden. Diese sei nicht nur ein Mittel für die anstehende
Gemeinderatswahl. In den Bereichen Umwelt, öffentlicher und
Individualverkehr aber auch in der Daseinsvorsorge werde an vielen
Projekten gearbeitet. Die Zuwanderung von 25.000 neuen WienerInnen
jährlich sei eine große Herausforderung. Hierfür werde eine
langfristige Strategie benötigt.
GR Mag. M.A.I.S. Johann Gudenus (FPÖ) stellte in Frage, ob die
Smart-City-Strategie den BürgerInnen "etwas" bringe und ob es möglich
sei, die Menschen von diesem Konzept zu überzeugen. Ihm würden die
intelligenten Lösungen fehlen. Der "Arbeitslosenrekord" könne nur von
Unternehmen in den Griff bekommen werden. Die öffentliche Hand müsse
für diese die nötigen Rahmenbedingungen schaffen. Er fragte sich, wie
SteuerzahlerInnen, Sozial-, Gesundheits-, und Bildungssystem und das
gesamte Budget das hohe Bevölkerungswachstum in Wien meistern
könnten. Das Problem sei die Zuwanderung von unqualifizierten
Menschen, die sich in Abhängigkeit der Stadt durch die
Mindestsicherung begeben würden. (Forts.) bim/lit
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