• 25.06.2014, 10:12:50
  • /
  • OTS0069 OTW0069

Tempo 100 gaukelt mit falschen Argumenten eine Lösung vor

Wien (OTS) - Das Forum Mobilität.Freiheit.Umwelt lehnt eine
Geschwindigkeitsbeschränkung von Tempo 100 für die österreichischen
Autobahnen ab. Das Fernstraßennetz dient der raschen Verbindung und
dem Vorankommen der Menschen über größere Distanzen - es per se zu
einer Langsamfahrzone zu erklären, ist weder ein Verkehrskonzept,
noch dient es dem Umweltschutz.

Verkehrsexperten des MFU entkräften zudem die für ein generelles
Tempolimit vorgebrachten Argumente. Bei Verbrauch und Emissionen
wurde der Zeitfaktor bisher völlig ignoriert und statt dessen eine
Momentaufnahme präsentiert - wer in der gleichen Zeit mit höherem
Tempo und verhältnismäßig geringfügigem Mehrverbrauch eine deutlich
weitere Strecke zurücklegt, belastet die Umwelt insgesamt nicht mehr,
als wenn er auf der gleichen Distanz mit etwas weniger Emissionen,
aber deutlich länger unterwegs ist.

Ebenso unhaltbar und falsch ist das Argument des angeblich besseren
Verkehrsflusses bei Tempo 100, weil es von der besseren Bewältigung
verkehrsbehinderter Situationen ausgeht, die auf der Autobahn aber
tatsächlich nicht vorkommen - einer der Hauptgründe für die besondere
bauliche Anordnung und Gestaltung des Schnellstraßennetzes. Der
Ausnahmefall einer Behinderung, etwa durch Baustellen, wird ohnehin
durch entsprechende Ankündigungen und lokale Tempolimits aufgefangen.

Dr. Felix Clary, Initiator des MFU: "Wie so oft steht hinter der
Diskussion um Tempo 100 der Profilierungswunsch von notorischen
Verbots-Demagogen. Es werden Argumente vorgebracht, die keiner
näheren Prüfung standhalten und sich größtenteils aus Hörensagen und
Wunschdenken generieren. Tempo 100 wäre nichts anders als eine
inakzeptable Einschränkung der Mobilität und eine Verschlechterung
der Verkehrsverbindungen sowie natürlich auch kontraproduktiv für den
Industriestandort Österreich."

Untersuchungen in bestehenden Autobahnabschnitten mit herabgesetzten
Tempolimits weisen bisher keine relevante Reduzierung der Emissionen
aus. Der Grund hierfür ist, dass LKW- und Lieferverkehr von einem
weiteren Tempolimit nicht betroffen sind, weil die für sie geltende
Geschwindigkeitsbegrenzung bereits darunter liegt. Der Anteil des
PKW-Verkehrs an den Emissionen insgesamt ist jedoch zu gering, als
dass eine Herabsetzung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit eine
relevante Reduzierung ergeben könnte.

Burkhard Ernst, Sprecher des MFU: "Schon als 1973 Tempo 130
eingeführt wurde, war das eine Placebo-Maßnahme, weil damals etwa 90
Prozent der Autos diese Höchstgeschwindigkeit gar nicht erreichen
konnten. Jetzt die sichersten und emissionsärmsten Fahrzeuge, die es
jemals gab, zum Schleichtempo zu zwingen, wäre pure Ironie. Außerdem
ist die Unfallhäufigkeit bei Tempo 100 wegen Unkonzentriertheit höher
als bei Tempo 130."

Das MFU spricht sich daher strikt gegen die Einführung von Tempo 100
auf den österreichischen Autobahnen aus und würde außerdem einen
sachlicheren Umgang mit den Fakten begrüßen.

Über das Forum Mobilität.Freiheit.Umwelt (MFU)

Das Forum Mobilität.Freiheit.Umwelt (MFU) ist ein Zusammenschluss von
Interessenvertretungen aus dem automotiven Sektor. Aufgabe und Ziel
ist es, die Verkehrspolitik aktiv mitzugestalten. Dazu zählen die
Stärkung der multimodalen Fortbewegung und die Sicherstellung einer
nachhaltigen gesellschaftspolitischen Akzeptanz für individuelle
Mobilität sowie eines entsprechenden Umfeldes und einer positiven
gesellschaftspolitischen Einstellung zum Thema "Automobil".

Zusätzlich muss der für Österreich so wichtige Wirtschaftsfaktor
"rund ums Automobil" stärker ins öffentliche Bewusstsein getragen
werden: Der automotive Sektor in Österreich umfasst 450.000 Personen,
die direkt oder indirekt in der Automobilwirtschaft beschäftigt sind.
Somit hängt jeder neunte Arbeitsplatz vom Automobil ab. Die
Exportquote der österreichischen Fahrzeugindustrie liegt bei rund 90
Prozent. Die Umsatzerlöse aus Produktion, Handel und Reparatur
betragen 43 Milliarden Euro.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NPI

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel