• 24.06.2014, 10:55:09
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Internationale Studie schockiert: Pestizide gefährden Welternährung und kontaminieren Lebensräume

GLOBAL 2000 fordert für Österreich: Bundesminister Rupprechter muss Landwirtschaft aus der Pestizidsackgasse führen.

Utl.: GLOBAL 2000 fordert für Österreich: Bundesminister
Rupprechter muss Landwirtschaft aus der Pestizidsackgasse
führen. =

Wien (OTS) - Die weltweit am häufigsten verwendeten Insektizide haben
laut einer heute im Guardian veröffentlichten, umfassenden
wissenschaftlichen Studie über die Umweltauswirkungen von
Neonicotinoiden und Fipronil den Planeten so durchdringend
kontaminiert, dass die weltweite Nahrungsmittelproduktion in Gefahr
ist.

29 internationale Wissenschafter analysierten vier Jahre lang im
Rahmen eines internationalen Forschungsprogramms wissenschaftliche
Arbeiten über systemische Insektizide aus der Gruppe der
Neonicotinoide und Fipronil. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass sich
diese Chemikalien in den Böden, im Wasser und damit in fast allen
Lebensräumen anreichern und zu einem Rückgang von Bienen, anderen
Bestäubern, wasserlebenden Insekten, Insekten fressender Vögel und
Bodenorganismen führen. Da drei Viertel der Pflanzen von Bestäubern
abhängig sind und überdies auch Organismen geschädigt werden, die für
die Bodengesundheit von entscheidender Bedeutung sind, stellt der
Einsatz dieser Pestizide laut den Wissenschaftern eine Gefährdung der
weltweiten Lebensmittelproduktion dar.

DI Dr. Helmut Burtscher, Umweltchemiker der österreichischen
Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000, kommmentiert die Studie wie
folgt: "Diese Pestizide machen auch vor Österreich nicht halt, wo wir
trotz der EU-Teilverbote von Neonicotinoiden erst vor kurzem diese
Insektizide in zahlreichen Bächen und Flüssen fanden, und das in
Konzentrationen, die für das Wasser-Ökosystem bedrohlich sind! Wie
viele solcher Studien braucht es denn noch, bis die Verantwortlichen
endlich erkennen, dass der massive Chemie-Einsatz die Landwirtschaft
in eine Sackgasse geführt hat, aus der es nun heraus zu kommen gilt?"

Einer der Studienautoren, Professor Dave Goulson an der Universität
von Sussex, bringt es im Guardian auf den Punkt: Es sei erstaunlich,
wie wenig wir aus den Erkenntnissen der 50er und 60er Jahre über die
massiven Umweltschäden durch das Pestizid DDT, die in Rachel Carsons
Buch "Silent Spring" (Der stumme Frühling) beschrieben wurden,
tatsächlich gelernt haben. Die Geschichte würde sich wiederholen,
heute, 60 Jahre später, wären wir genau dort angelangt, wo wir in den
50er Jahren schon waren: Diese Chemikalien sind wieder in allen
Lebensräumen gegenwärtig.

"Es ist dringend notwendig, die konventionelle Landwirtschaft aus der
Abhängigkeit der chemischen Industrie herauszuführen, um die
Ernährung der Weltbevölkerung zu sichern und unsere Lebensräume zu
schützen. Damit dies gelingt, bedarf es großer Anstrengungen und des
Zusammenwirkens verschiedener Stakeholder. Der von
Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter ins Leben gerufene
Strategieprozess "Zukunft Pflanzenbau", der einen naturnahen
Pflanzenschutz zum Ziel hat und Österreich als Vorreiter für eine
umweltgerecht produzierende Landwirtschaft positionieren möchte, muss
daher rasch Fahrt aufnehmen", so Burtscher abschließend.

Link zum Artikel im Guardian:
http://www.theguardian.com/environment/2014/jun/24/insecticides-world
-food-supplies-risk

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