• 19.06.2014, 11:55:09
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Über 50 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht

Höchste Zahl seit dem Zweiten Weltkrieg

Utl.: Höchste Zahl seit dem Zweiten Weltkrieg =

Genf/Wien (OTS) - ++++ Bitte Sperrfrist 20. Juni, 7.00 beachten ++++

Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg gibt es auf der Welt über
50 Millionen Flüchtlinge, Asylsuchende und Binnenvertriebene. Der
heute veröffentlichte statistische UNHCR-Jahresbericht Global Trends
zeigt, dass Ende des Jahres 2013 über 51,2 Millionen Menschen auf der
Flucht waren - sechs Millionen mehr als ein Jahr zuvor. Die Angaben
basieren auf Daten, die von Regierungen, Nichtregierungs
-organisationen(NGOs) und UNHCR gesammelt worden sind.

Der massive Anstieg wurde hauptsächlich durch den Krieg in Syrien
verursacht. 2,5 Millionen Menschen wurden durch ihn zu Flüchtlingen,
6,5 Millionen zu Binnenvertriebenen. Flucht und Vertreibung haben im
letzten Jahr auch in Afrika erheblich zugenommen - vor allem in
Zentralafrika und gegen Ende 2013 auch im Südsudan.

"Wir sehen hier die enormen Kosten nicht enden wollender Kriege sowie
fehlgeschlagener Bemühungen, Konflikte zu lösen oder zu verhindern",
so UN-Flüchtlingskommissar António Guterres. "Es gibt heute
gefährliche Friedensdefizite. Humanitäre Hilfe kann lindernd wirken,
aber politische Lösungen sind entscheidend. Ohne diese wird das
alarmierende Ausmaß an Konflikten und das damit verbundene Leid von
Millionen von Menschen fortdauern, das sich hinter der Statistik
verbirgt".

Die traurige Rekordmarke von 51,2 Millionen Menschen, die weltweit
auf der Flucht sind, bedeutet auch eine gewaltige Zahl von Menschen,
die auf humanitäre Hilfe angewiesen ist. Dies hat Auswirkungen sowohl
für die entsprechenden Hilfsbudgets der Geberstaaten als auch für die
Aufnahme- und Versorgungskapazitäten jener Staaten, die mit den
Flüchtlingskrisen unmittelbar konfrontiert sind.

"Die internationale Staatengemeinschaft muss ihre Differenzen
ausräumen und Lösungen finden für die Konflikte der Gegenwart - im
Südsudan, in Syrien, der Zentralafrikanischen Republik und anderswo.
Neue Finanziers müssen an die Seite der traditionellen Geberstaaten
treten. Heute sind weltweit so viele Menschen auf der Flucht wie es
Einwohner gibt in mittelgroßen Staaten wie Kolumbien, Spanien,
Südafrika oder Südkorea", sagte Guterres.

Flüchtlinge

Die Angaben zu Flucht und Vertreibung im Bericht Global Trends
beziehen sich auf drei Gruppen - Flüchtlinge, Asylsuchende und
Binnenvertriebene. Insgesamt wurden 16,7 Millionen Flüchtlinge
gezählt, die höchste Zahl seit 2011. UNHCR kümmert sich um 11,7
Millionen von ihnen. Die Übrigen sind beim UN-Hilfswerk für
Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) registriert. Über die Hälfte der von
UNHCR betreuten Flüchtlinge lebt bereits länger als fünf Jahre im
Exil.

Die größten von UNHCR betreuten Flüchtlingsbevölkerungen stammen aus
Afghanistan, Syrien und Somalia - zusammen stellen sie mehr als die
Hälfte der globalen Flüchtlingszahl dar. Pakistan, Iran und der
Libanon haben die meisten Flüchtlinge aufgenommen.

Nach Regionen aufgeteilt, gibt es die größten
Flüchtlingsbevölkerungen in Asien und dem pazifischen Raum mit mehr
als 3,5 Millionen betroffenen Menschen, in Sub-Sahara Afrika sind es
2,9 Millionen und im Mittleren Osten und Nordafrika sind es 2,6
Millionen

Asylsuchende

Im letzten Jahr stellten weltweit 1,1 Millionen Menschen einen
Asylantrag, die Mehrzahl von ihnen in Industriestaaten. In
Deutschland wurden weltweit die meisten Asylanträge gezählt. 25.300
Asylanträge wurden von unbegleiteten Minderjährigen bzw. Kindern
gestellt, die von ihren Eltern getrennt sind. Dies bedeutet eine
Rekordzahl. Im letzten Jahr stellten weltweit 64.300 Syrer
Asylanträge. Aus keinem anderen Land kamen 2013 mehr Asylwerber. Es
folgten als Asylsuchende Staatsangehörige aus der Demokratischen
Republik Kongo (60.400) und Myanmar (57.400).

Binnenvertriebene

Innerhalb ihres Heimatlandes waren im letzten Jahr mit 33,3 Millionen
eine Rekordzahl von Menschen auf der Flucht. Diese Gruppe verzeichnet
den höchsten Anstieg im Global Trends Report 2013. Für UNHCR und
andere humanitäre Akteure ist es eine besondere Herausforderung,
diesen Menschen zu helfen. Viele von ihnen leben in Konfliktzonen, wo
es schwierig ist, den Betroffenen Hilfsgüter zu bringen und es zudem
nicht jene internationale Schutznormen gibt, die für Flüchtlinge
gelten.

Dauerhafte Lösungen

Eine Aufgabe von UNHCR ist es, dauerhafte Lösungen für Menschen zu
finden, die auf der Flucht sind. Wo dies möglich ist, soll eine
freiwillige Rückkehr erfolgen, andere Alternativen sind die
Integration im Erstasylland oder die Wiederansiedlung in einem
Drittstaat, das sogenannte Resettlement, das aus einem
Erstzufluchtsland erfolgt. Im letzten Jahr sind 414.600 Flüchtlinge
in ihr Heimatland zurückgekehrt. Dies ist die viertniedrigste Zahl
innerhalb von 25 Jahren. Rund 98.400 Flüchtlinge wurden in 21
Drittstaaten wiederangesiedelt. Für die lokale Integration in einem
Erstasylland und die Rückkehr von Binnenvertriebenen in ihre
Heimatorte konnten keine vollständigen Daten erhoben werden.
Gesichert ist, dass 1,4 Millionen Binnenvertriebene heimgekehrt sind,
in Ländern, in denen UNHCR diese Gruppe unterstützt.

Staatenlose

Die Staatenlosen sind nicht in der Zahl von 51,2 Millionen Menschen
auf der Flucht enthalten (da staatenlos nicht zwangsläufig bedeutet,
auf der Flucht zu sein) Es bleibt schwierig, das globale Ausmaß an
Staatenlosigkeit zu quantifizieren. Weiterhin gibt es Probleme bei
der Datenerhebung und entsprechender Dokumentierung. Einige Staaten
sammeln auch keine Daten zu Personen, die sie nicht als ihre
Staatsangehörigen ansehen. Fast 3,5 Millionen Staatenlose konnte
UNHCR weltweit für das Jahr 2013 ermitteln. Es wird jedoch
angenommen, dass hiermit nur rund ein Drittel der tatsächlich
Staatenlosen weltweit erfasst worden sind.

Den ganzen Bericht und begleitendes Pressematerial auf
http://unhcr.org/trends2013/

BITTE SPERRFIRST BEACHTEN - 20. JUNI 2014, 7.00

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | UNH

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