- 16.06.2014, 10:15:25
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Fusion der Krankenkassen geht auf Kosten der Versicherten
Obfrau der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) fordert konsequente Umsetzung der Gesundheitsreform statt Diskussion um alte Hüte
Utl.: Obfrau der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) fordert
konsequente Umsetzung der Gesundheitsreform statt Diskussion
um alte Hüte =
Wien (OTS) - "Wir stehen mitten in der Umsetzung der
Gesundheitsreform. Diesen Pfad sollten wir konsequent verfolgen,
anstatt alte Diskussionen immer wieder aufzuwärmen". Mit diesen
Worten erteilt Ingrid Reischl, Obfrau der WGKK und Vorsitzende der
Trägerkonferenz, der immer wiederkehrenden Forderung nach einer
Fusion der Krankenkassen eine klare Absage. Eine Zusammenlegung gehe
auf Kosten der Versicherten. Seriös berechnete Einsparungen seien
bisher ausgeblieben.
Reischl: "Eine optimale Gesundheitsversorgung kostet Geld. Und in
der Verwaltung sind die Gebietskrankenkassen schon jetzt enorm
effizient. Von jedem Euro, der als Beitrag an die Krankenkasse
gezahlt wird, fließen nur zwei bis drei Cent in die Verwaltung. Der
Löwenanteil kommt der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung zugute.
Wie also hunderte Millionen Euro eingespart werden sollen, konnte mir
noch niemand schlüssig erklären."
Fusion steigert Verwaltungskosten
Im Gegenteil: Die Zusammenlegung der Krankenkassen als
Allheilmittel zu sehen bedeutet, die Versicherten zu täuschen. So
belief sich der Nettoverwaltungsaufwand aller
Krankenversicherungsträger im Jahr 2011 auf 415 Millionen Euro. Wenn
eine Fusion angeblich Einsparungen von bis zu 400 Millionen Euro
bringen soll, wären das rund 96 Prozent. Reischl: "Diese Fakten
sprechen für sich." Und weiter: "Ich kann jedem nur empfehlen, die
deutschen Rechnungshofberichte zu lesen. Dort wird festgehalten, dass
die Fusion der Kassen die Verwaltungskosten sogar erhöht, nicht
senkt".
Dazu kommt, dass sich die Zahl der Patientinnen und Patienten und
damit der Aufwand für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung durch
ein Zusammenführen der Kassen sicher nicht ändere, erklärt Reischl
weiter. "Es stellt sich die Frage, ob hinter diesen Plänen in
Wahrheit nicht Einschnitte bei den Leistungen stehen. Dann sollten
das jene, die eine Zusammenlegung fordern, auch offen ansprechen."
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