• 16.06.2014, 08:00:31
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Generationen im Wandel

Wie kann das Zusammenleben der Generationen positiv gestaltet und damit die Gesundheit gefördert werden?

Utl.: Wie kann das Zusammenleben der Generationen positiv gestaltet
und damit die Gesundheit gefördert werden? =

Wien (OTS) - Ob Generation X, Körperkapitalisten oder Golden Ager:
Das Thema Generationen ist gleichermaßen populär wie kontrovers. Von
Kluft und Kampf ist ebenso die Rede, wie von miteinander Leben und
voneinander Lernen. Auf der 16. Österreichischen
Gesundheitsförderungskonferenz des Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) in
Graz geht es darum, die unterschiedlichen Erfahrungen und Kompetenzen
als positive Ressource zu erkennen und zu nutzen, denn "faire und
wertschätzende Generationenbeziehungen sind das Fundament einer
lebenswerten Gesellschaft und diese ist die Voraussetzung für ein
gesundes und erfülltes Leben", so Gesundheitsminister Alois Stöger,
Präsident des FGÖ.

Das zu erreichen ist nicht immer leicht, denn Studien zeigen, dass
die Lebenssituationen von Jung und Alt oft weit voneinander entfernt
liegen. So beobachtet die Forschung zum Beispiel, dass die
Beziehungen zwischen den Generationen außerhalb der Familie seit den
1950er Jahren immer loser werden. Kommuniziert wird überwiegend in
der eigenen Generation, also mit Gleichaltrigen. Überschneidungen
bleiben überwiegend im Lebensmodell Familie, doch auch der Familie
wird das "Aus" prognostiziert.

"Vermutet wird der Zerfall und die Auflösung der modernen Familie
immer wieder", so Franz Kolland, Universität Wien. Steigende
Scheidungsraten, Schlüsselkinder, Single-Haushalte oder
Patchwork-Familien seien griffige Beispiele dafür. Dem gegenüber
steht aber die positive Wertigkeit der Familie für den Einzelnen:
"Die Familie nimmt in der Einschätzung der Bevölkerung verglichen mit
anderen Lebensbereichen den höchsten Rang ein." Einkommen, Beruf oder
Freizeit hätten nicht den gleichen Stellenwert, so der Soziologe.
Eine Diskrepanz, die immer wieder zu neuen wissenschaftlichen
Arbeiten herausfordert und das Bedürfnis des
generationsübergreifenden Miteinanders in allen Lebenssituationen
widerspiegelt.

Vera King, Universität Hamburg, verknüpft den Wandel der
Gesellschaft mit der Ökonomisierung der Zeit: Beschleunigung und
Effizienzdruck würden sich in den unterschiedlichsten Lebensbereichen
aller Generationen zeigen: Ob in der Familie, im Beruf oder in der
Gesundheitsversorgung. Während Jüngere dem Erfolgsdruck im
Bildungssystem oder im Beruf ausgesetzt sind, ist im Alter die
fehlende Zeit für die Fürsorge das Thema. Gerade die Pflege basiere
in vielerlei Hinsicht auf ein "sich Zeit nehmen" für einen
emotionalen Austausch, um die Bedürfnisse oder Nöte von Kindern,
Kranken und Älteren zu erkennen.

"Die Gesundheitsförderung setzt genau hier an", erklärt Klaus
Ropin, der Leiter des FGÖ: "Unser Ziel ist es, die Besonderheiten
unterschiedlicher Generationen aufzuzeigen und in der Folge den Blick
wieder auf generationsübergreifende Handlungsansätze in
unterschiedlichen Lebenswelten zu werfen." Denn funktionierende
Beziehungen und Lebenswelten seien die Basis einer gesunden
Bevölkerung und somit ein wichtiges Instrument der
Gesundheitsförderung, so der Experte abschließend.

Die 16. Österreichische Gesundheitsförderungskonferenz findet
heute und morgen, vom 16. bis zum 17. Juni in Graz statt.

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